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Unterhaltung

Openair St. Gallen: Wie war die erste Nacht im Zelt? Wir fühlen den Puls

Das Openair St. Gallen startete am Freitag im Sittertobel mit einem emotionalen Höhepunkt, als die Band Hecht gemeinsam mit den Spielern des FC St. Gallen die Fan-Hymne De FCSG isch Cupsieger aufführte. Das Festival 2026 ist zudem von einer extremen Hitzewelle geprägt, während die Stadtpolizei St. Gallen eine Person wegen Angriffen vom Gelände entfernte.

Die Hecht-FCSG-Kollaboration im Sittertobel

Die Schweizer Band Hecht hielt am Freitagabend ein Versprechen ein, das im Mai gegeben wurde. Nachdem der FC St. Gallen den Cup-Sieg errang – ein Erfolg, der für den Verein zum ersten Mal seit 57 Jahren eintrat –, verwandelten die Fans den Hit Mon Amour in eine eigene Hymne. Laut einem Bericht von SRF sang die Band die entsprechende Fan-Version während ihres Sets, das um 19:30 Uhr begann.

Die Hecht-FCSG-Kollaboration im Sittertobel
Photo: stgallen24

Die Verbindung zwischen der Musikgruppe und dem Verein entstand organisch durch die Fangemeinde, die den eingängigen Rhythmus von Mon Amour für die Feierlichkeiten rund um den Schweizer Cup adaptierte. Der Gewinn dieses nationalen Pokals gilt als einer der bedeutendsten Erfolge in der jüngeren Geschichte des Vereins, was die emotionale Aufladung des Auftritts im Sittertobel verstärkte.

Die Hecht-FCSG-Kollaboration im Sittertobel
Photo: SRF

Der Auftritt entwickelte sich zu einer Massenveranstaltung auf der Sitterbühne. Frontmann Stefan Buck holte zunächst etwa 100 Personen aus dem Publikum auf die Bühne, da die Band selbst kein St. Galler Deutsch spreche. Der emotionale Gipfelpunkt folgte mit dem Erscheinen der Spieler des FC St. Gallen, die den Pokal mit auf die Bühne brachten.

Die Reaktion im Sittertobel war massiv. Zuschauer schwenkten Schals und tanzten, während die Spieler trotz einiger Patzer beim Text die Euphorie teilten. Die Dichte der Menge reichte von den unteren Hängen bis hinauf zu den VIP-Tribünen. Diese Inszenierung unterstrich die lokale Verankerung des Festivals, das durch die Einbindung regionaler Ikonen wie des FCSG eine starke identitätsstiftende Wirkung auf das Publikum ausübte.

Hitzewelle statt Schlammgallen

Das Openair St. Gallen ist traditionell für seine schlammigen Bedingungen bekannt, was dem Festival den Spitznamen Schlammgallen einbrachte. Diese Bezeichnung rührt von der geografischen Lage des Sittertobels her: Das steile Flusstal neigt bei Niederschlägen dazu, Wasser zu stauen, wodurch die Konzert- und Campingflächen oft in tiefen Schlamm versinken.

Wie komme ich ans OpenAir St.Gallen?

Die diesjährige Ausgabe bricht mit diesem Muster. Wie Der Rheintaler berichtet, prägen derzeit trockene Wiesen, staubige Wege und eine schweißtreibende Hitzewelle das Geschehen. Anstatt mit Regenschutz zu kämpfen, sehen sich die Organisatoren und Besucher mit den Herausforderungen extremer Trockenheit konfrontiert.

Die Besucher mussten ihre Ausrüstung anpassen. Gummistiefel wurden durch Sonnencreme, Kopfbedeckungen und Wasserflaschen ersetzt, um der Hitze zu trotzen. Die klimatischen Bedingungen beeinflussen dabei nicht nur das Komfortempfinden, sondern auch die Logistik auf dem Gelände, da die Wasserversorgung für die tausenden Besucher bei solchen Temperaturen Priorität hat.

Die Temperaturen erreichten in den Unterkünften extreme Werte. Laut einem Live-Ticker von 20 Minuten wurden in den Zelten Temperaturen von bis zu 47 Grad gemeldet. Diese Hitzeentwicklung in den Campingbereichen ist typisch für synthetische Zeltstoffe bei direkter Sonneneinstrahlung und stellt eine erhebliche Belastung für die Festivalgäste dar.

Polizeieinsatz gegen renitente Person

Trotz der allgemeinen Festivalstimmung kam es zu einem sicherheitsrelevanten Zwischenfall. Die Stadtpolizei St. Gallen, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit während des Events zuständig ist, musste eine Person vom Festivalgelände entfernen.

Polizeieinsatz gegen renitente Person

Nach Angaben der Polizei handelte es sich um eine renitente Person, die unbefugt in das Gelände eingedrungen war. Die Person soll sowohl Festivalbesucher als auch Einsatzkräfte der Polizei angepöbelt haben. Die Polizei sprach von mutmaßlichen verbalen und körperlichen Angriffen, weshalb die Person zur Befragung abtransportiert wurde. Die Ermittlungen dazu laufen derzeit noch, um das genaue Ausmaß der Vorfälle zu klären.

Line-up und Ausblick auf 2027

Der Auftakt des Festivals bot neben der Hecht-Performance eine Reihe weiterer internationaler und nationaler Acts. Laut stgallen24 standen unter anderem Twenty One Pilots, Jule X und Zartmann auf dem Programm des ersten Tages. Während Twenty One Pilots als globale Top-Acts für eine internationale Anziehungskraft sorgen, repräsentieren Künstler wie Jule X und Zartmann den aktuellen Trend der deutschsprachigen Pop- und Indie-Szene.

Die Dynamik rund um die Band Hecht deutet auf eine steigende Bedeutung der Gruppe für das Festival hin. Durch die geschickte Verknüpfung ihrer Musik mit dem lokalen Sportidol FC St. Gallen gelang es der Band, eine emotionale Brücke zwischen verschiedenen Publikumsschichten zu schlagen. Während das aktuelle Set bereits eine enorme Anziehungskraft ausübte, wird für das Jahr 2027 eine noch größere Wirkung erwartet, da die Band ihren Status als eine der prägendsten Schweizer Pop-Gruppen weiter festigt.

Der Erfolg des ersten Tages zeigt, wie stark die lokale Identität – insbesondere durch die Verknüpfung von Popmusik und dem Erfolg des FC St. Gallen – das Erlebnis im Sittertobel prägt. Die Kombination aus sportlichem Triumph und musikalischer Inszenierung hat den Start des Openair St. Gallen 2026 kulturell markiert und verdeutlicht, dass regionale Bezüge neben den großen internationalen Headlinern ein zentraler Pfeiler des Festivalerfolgs bleiben.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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