Härtetest gegen Finnland: Die Strategie von Adam Swaczyna

Für die österreichischen Herren ist der Auftakt in der CEV European League 2026 alles andere als ein sanfter Einstieg. Mit Finnland trifft das Team auf einen Gegner, der als Sieger der Golden League 2025 und Teilnehmer der Weltmeisterschaft 2025 anreist. Finnland ist zudem bereits für die EuroVolley 2026 qualifiziert, was den Qualitätsunterschied verdeutlicht, den die Österreicher heute überbrücken müssen.
Der 38-jährige Neo-Teamchef Adam Swaczyna, ein ehemaliger Kotrainer des polnischen Nationalteams, hat die Weichen klar auf die langfristige Entwicklung gestellt. Nachdem die Qualifikation für die EM-Endrunde 2026 verpasst wurde, ist die Qualifikation für 2028 nun das oberste mittelfristige Ziel. Swaczyna setzt dabei auf eine sukzessive Steigerung, um langfristig auch die europäischen Top-Teams schlagen zu können.
Ich bin zufrieden mit der Entwicklung des Teams. Aber wir müssen hart weiterarbeiten.
Adam Swaczyna, Nationalteamchef, via ORF Sport
Die Vorbereitungsphase unter Swaczyna verlief vielversprechend. In sechs Testspielen gab es Siege gegen Ungarn, Luxemburg und Zypern sowie zwei 3:1-Erfolge gegen Spanien. Lediglich eine Niederlage gegen Kroatien trübte die Bilanz. Nach dem heutigen Duell gegen Finnland wartet am Sonntag die Begegnung gegen Montenegro, das im europäischen Ranking aktuell auf Platz 30 liegt und damit hinter Österreich eingestuft ist.
Die Frauen: Zwischen EM-Euphorie und dem Ziel des ersten Sieges

Im Gegensatz zu den Herren haben die österreichischen Frauen bereits die Qualifikation für die EuroVolley 2026 geschafft. Dennoch ist die Motivation für the European League hoch, da das Team unter der Führung von Spielerinnen wie Kora Schaberl an den jüngsten Erfolgen anknüpfen will. Der Fokus liegt nun darauf, die Erfahrung aus der Qualifikation zu nutzen, um bei einer Europameisterschaft erstmals einen Sieg einzufahren.
Der heutige Gegner, die Slowakei, ist eine bekannte Herausforderung. In der Golden League 2024 mussten sich die Österreicherinnen mit 1:3 geschlagen geben. Die Slowakei belegte 2025 den sechsten Platz in der Golden League und ist ebenfalls für die EM 2026 qualifiziert, wenn auch in einer anderen Gruppe.
Positiver blickt das Team auf die Begegnung gegen Island am Sonntag. In der vergangenen Silver League konnte Österreich einen deutlichen 3:0-Erfolg feiern. Island belegte in dieser Liga insgesamt den sechsten Platz mit drei Siegen und drei Niederlagen, während Österreich den dritten Platz hinter der Schweiz und Lettland belegte.
Die Vision des ÖVV: Professionalisierung und Meilensteine
Die aktuelle Situation des österreichischen Volleyballs spiegelt einen tiefgreifenden Strukturwandel wider. ÖVV-Präsident Gernot Leitner bezeichnet die Qualifikation des Frauen-Teams für die Weltmeisterschaft in Brno im August als historisch. Dieser Erfolg basiert laut Verband auf der Tatsache, dass die Spielerinnen mittlerweile in ihren jeweiligen Vereinen als Profis agieren.
Die Erfahrung, bei der EM zu sehen, dass auch Topteams nur mit Wasser kochen, ist wichtig.
Gernot Leitner, ÖVV-Präsident, via ORF Sport
Auch Sportdirektor Schwab betont die Notwendigkeit einer permanenten Vorwärtsbewegung. Für den Verband ist die Teilnahme an internationalen Turnieren nicht nur ein sportliches Ziel, sondern ein notwendiger Reiz zur Weiterentwicklung.
Im Sport muss man sich immer Ziele setzen, Stillstand ist Rückschritt. Das nächste Ziel ist der erste Sieg bei einer EM.
Schwab, ÖVV-Sportdirektor, via ORF Sport
Der Fahrplan bis zum Finale im Juli

Nach dem Heim-Doppelppel in Schwechat folgt eine intensive Phase internationaler Einsätze. Die Gruppenphase der European League endet am 20. Juni, bevor die entscheidenden Endphasen stattfinden.
Die kommenden Stationen für die Nationalteams stellen sich wie folgt dar:
- ÖVV-Herren: Nächste Woche in Estland gegen die Gastgeber und den Kosovo, anschließend gegen Luxemburg und Griechenland.
- ÖVV-Damen: Einsätze in der Schweiz gegen die Eidgenossinnen und Georgien, gefolgt von Spielen in Tirana gegen Albanien und Schweden.
- Finalphase: Die Halbfinal- und Finalspiele sind für den Zeitraum vom 27. Juni bis zum 12. Juli angesetzt.
Für die Herren ist jede einzelne Partie in den kommenden Wochen essenziell, da das Ziel der EM-Qualifikation 2028 eine konstant hohe Leistungsdichte fordert. Für die Frauen hingegen dient die European League als wichtiges Sprungbrett und Vorbereitung für die EM 2026, um den Status als ernstzunehmender europäischer Teilnehmer zu festigen.