Sebastian Gundel verlässt die Obi-Gruppe nach vier Jahren an der Spitze mit sofortiger Wirkung in gegenseitigem Einvernehmen. Der Manager wechselt im Februar 2027 zum britischen Baumarktkonkurrenten Kingfisher. Finanzchef Miguel Müllenbach und Vertriebschef Jochen Ludwig übernehmen vorerst die Führung bei Obi.
Der überraschende Abschied von Sebastian Gundel trifft die Baumarktkette Obi mitten in einer wichtigen Expansionsphase. Wie das Unternehmen bekannt gab, erfolgt der Wechsel an der Konzernspitze in gegenseitigem Einvernehmen und mit sofortiger Wirkung. Der 48-Jährige hatte den Posten des Chief Executive Officers im September 2022 an der Seite des Mehrheitsgesellschafters Tengelmann angetreten, als er auf Sergio Giroldi folgte, der nach fast 20 Jahren in leitender Funktion in den Ruhestand ging.
.@kingfisherplc has appointed Sebastian Gundel as CEO, effective 1 February 2027. Sebastian is the current CEO of OBI, and brings 20+ years of leadership experience in the home improvement sectorhttps://t.co/1dFgyw8uMJ#ceo #chiefexecutiveofficer #homeimprovement pic.twitter.com/9ySkvgMgaw
Vor seiner Ernennung zum CEO war Gundel bei Obi unter anderem als Country Manager für Österreich sowie als Chief Customer und Digital Officer tätig. Im Jahr 2012 war er von OC&C Strategy Consultants zur Baumarktkette gewechselt. Unter seiner Führung expandierte das Filialnetz weiter, unter anderem durch die Übernahme von Standorten der zerschlagenen Wettbewerber Hellweg und Baywa sowie von Verbundpartnern des Konkurrenten Hagebau.
Wechsel to Kingfisher und Nachfolgeplanung in Wermelskirchen
Hinter dem plötzlichen Abgang aus Wermelskirchen steckt ein neuer Posten im Ausland. Der britische Baumarktkonkurrent Kingfisher bestätigte den Wechsel, wonach Gundel zum 1. Februar 2027 den Vorstandsvorsitz übernehmen und dem Vorstand beitreten wird. Er tritt damit die Nachfolge von Thierry Garnier an, der Kingfisher zum Jahresende verlässt, um die Leitung des Supermarktkonzerns Ahold Delhaize zu übernehmen. Der Manager soll seinen bisherigen Arbeitgeber Obi erst wenige Tage zuvor über seine Entscheidung informiert haben.

Bei Obi wurde der Prozess zur Neubesetzung der Position bereits eingeleitet. Bis ein dauerhafter Nachfolger feststeht, übernehmen CFO Miguel Müllenbach und Chief Commercial Officer Jochen Ludwig gemeinsam die Verantwortung an der Spitze des Unternehmens. Miguel Müllenbach blickt dabei auf eine langjährige Karriere zurück, in der er unter anderem ab November 2012 Finanzvorstand sowie nach dem Zusammenschluss von Karstadt und Galeria Kaufhof im Jahr 2018 CFO der neuen Warenhaus-Gruppe war und von Juni 2020 bis Mai 2023 als CEO die operative Führung von Galeria Karstadt Kaufhof innehatte.
„Der Wechsel an der Unternehmensspitze ändert nichts am strategischen Kurs des Unternehmens.“
Christian Haub, Aufsichtsratsvorsitzender von Obi und CEO der Tengelmann-Gruppe
Strategischer Wandel und Wachstumszahlen im Vergleich
Unter Gundels Führung trieb der Konzern die Transformation von einem klassischen Baumarktbetreiber zu einer integrierten Plattform für die Gestaltung des Zuhauses voran.
So kam die weltweit 600 Märkte zählende Obi-Gruppe im Jahr 2025 auf einen Umsatz von 8,2 Milliarden Euro. Kingfisher, zu dem Ketten wie B&Q, Screwfix und Castorama gehören, erlöste im Geschäftsjahr 2025/26 umgerechnet 15,3 Milliarden Euro.
Expansion, Filialübernahmen und die anstehenden Aufgaben
Neben der Digitalisierung prägten Zukäufe und Filialintegrationen die vergangenen Jahre. Im Obi-Aufsichtsrat sieht man indes keinen Grund, mit Sorge in die Zukunft zu schauen, da das Unternehmen über eine starke Basis, eine klare Ausrichtung und ein erfahrenes Management-Team verfügt und der eingeschlagene Wachstumskurs konsequent fortgesetzt wird.
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