Die Zahl der im Labor bestätigten Fälle des seltenen, aber oft tödlichen Pilzes Cladophialophora bantiana hat in den USA zwischen 2023 und 2025 um das Vierfache zugenommen. Forscher der University of Washington und der CDC stellten fest, dass der Erreger, der meist das Gehirn befällt, selbst bei gesunden Menschen schwere Abszesse auslösen kann.
Anstieg der Infektionen seit 2023
Zwischen 2009 und 2023 wurden jährlich lediglich ein bis fünf Fälle von Cladophialophora bantiana-Infektionen gemeldet. Diese Zahl stieg im Jahr 2024 auf acht und erreichte 2025 insgesamt 14 bestätigte Fälle. Laut einer aktuellen Analyse, die im Morbidity and Mortality Weekly Report veröffentlicht wurde, lässt sich dieser Anstieg nicht allein durch eine erhöhte Anzahl an Tests erklären.
Ein neurotroper Pilz mit hoher Sterblichkeitsrate
Cladophialophora bantiana ist ein extrem seltener, aber hochvirulenter Schimmelpilz, der eine Sterblichkeitsrate von 60 bis 70 Prozent aufweist, selbst wenn Patienten aggressiv behandelt werden. Der Pilz bildet im Gehirn Abszesse – Eiteransammlungen, die lebensbedrohlichen Druck im Schädel aufbauen können. Im Gegensatz zu vielen anderen invasiven Pilzinfektionen, die primär immungeschwächte Personen betreffen, infiziert dieser Erreger häufig auch Menschen ohne bekannte Vorerkrankungen. Etwa die Hälfte der Betroffenen gilt als ansonsten gesund.

Die Analyse von 49 Fällen, die zwischen Januar 2009 und Juli 2026 auftraten, zeigt, dass das mediane Alter der Patienten bei 68 Jahren lag und 88 Prozent der Infektionen im Gehirngewebe lokalisiert waren. 12 Prozent der Nachweise stammten aus Lungengewebe, was die Hypothese stützt, dass die Sporen eingeatmet werden und über die Blutbahn in das Gehirn gelangen.
Unklare Übertragungswege und therapeutische Herausforderungen
Trotz der zunehmenden Fallzahlen bleiben die epidemiologischen Hintergründe weitgehend im Dunkeln. Der Pilz konnte bisher nur selten in der Umwelt isoliert werden, und Patienten weisen keine einheitlichen Expositionsgeschichten auf. National surveillance does not exist, and neither the environmental reservoir nor the route of infection is fully understood
, teilten offizielle Stellen der CDC mit.

Die Behandlung gestaltet sich schwierig, da es kein etabliertes Standardregime gibt.
- Surgical excision: Wenn möglich, sollte der Abszess chirurgisch entfernt oder drainiert werden, was laut Studienresultaten die Genesungsaussichten verbessern kann.
- Kombinationstherapie: Eine sogenannte Triple-Therapie mit liposomalem Amphotericin B, Posaconazol oder Voriconazol sowie Flucytosin für mindestens zwei Wochen hat sich als teilweise wirksam erwiesen.
Die CDC betont, dass Mediziner bei Patienten mit ungeklärten Hirnabszessen an C. bantiana denken sollten. Testing can be ordered through clinical reference laboratories that offer molecular testing for fungi in tissue or CSF specimens
, so die Empfehlung der Autoren. Während die Gründe für die Ausbreitung unbekannt bleiben, fordern Experten eine systematische Datenerfassung, um die tatsächliche Krankheitslast besser einschätzen zu können.
Bei gesundheitlichen Beschwerden oder dem Verdacht auf schwerwiegende Infektionskrankheiten sollten Betroffene umgehend qualifizierte medizinische Fachkräfte, behandelnde Ärztinnen und Ärzte oder spezialisierte Kliniken aufsuchen.
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