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Technik und Wissenschaft

Nvidia erhöht Preis der Shield TV Pro auf 299 Dollar und stellt Basismodell ein

Nvidia hat den Preis der Shield TV Pro überraschend um 100 Dollar auf 299 Dollar erhöht und gleichzeitig die Produktion des günstigeren Standardmodells eingestellt. Als Hauptgrund nennt das Unternehmen den anhaltenden Mangel an Komponenten und steigende Kosten für Speicherchips in der gesamten Elektronikindustrie.

Die Preiserhöhung und das Aus für die bisherige Einstiegsvariante markieren einen drastischen Schnitt im Portfolio des etablierten Streaming-Anbieters. Fast sieben Jahre nach der ursprünglichen Markteinführung im Oktober 2019 bleibt die Shield TV Pro damit zwar im Sortiment, kostet Käufer jedoch rund 50 Prozent mehr als bisher. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber Fachmedien.

Unterbrochene Produktion und das Aus für die Standard-Variante

Bereits im Sommer war die röhrenförmige Standard-Shield-TV, die ursprünglich für 149 Dollar auf den Markt kam, flächendeckend ausverkauft. Lange Zeit blieb unklar, ob das Gerät zurückkehrt. Nun herrscht Gewissheit: Nvidia hat die Fertigung des Basismodells offiziell eingestellt, um die verbleibenden Produktionskapazitäten vollständig auf die leistungsstärkere Pro-Version zu konzentrieren. Die Änderung trat offiziell am 2. Oktober in Kraft, wobei der Preis im Handel von zuvor 199,99 US-Dollar auf nunmehr 299,99 US-Dollar angehoben wurde.

Käufer, die auf eine günstigere Alternative gehofft hatten, schauen damit in die Röhre. Im Handel war die Standardversion ohnehin seit Monaten kaum noch zu bekommen. Wer künftig ein Shield-Gerät erwerben möchte, muss zwingend zur teureren Pro-Variante greifen, deren empfohlener Verkaufspreis von 199,99 Dollar auf 299,99 Dollar klettert.

Nvidia erhöht Preis der Shield TV Pro auf 299 Dollar und stellt Basismodell ein
Foto: Gizmodo

Komponentenkrise und die Folgen für die Shield TV Pro

Technisch bleibt die Shield TV Pro unverändert. Unter dem Gehäuse arbeiten nach wie vor der betagte Tegra-X1+-Prozessor mit einer 256-Kern-GPU, 3 GB Arbeitsspeicher und 16 GB interner Speicher. Das Gerät unterstützt weiterhin 4K-HDR, Dolby Vision sowie die geräteinterne KI-Hochskalierung für hochauflösendes Streaming. Das Shield-Portfolio nahm seinen Anfang einst als Nvidias Versuch, im Bereich der Handhelds und portablen Konsolen Fuß zu fassen, bevor es sich zu einer festen Größe im Wohnzimmer entwickelte.

Nvidia erklärte dazu: „Ab dem 2. Oktober kostet die SHIELD Pro 299 US-Dollar. Die Kosten für Komponenten, einschließlich Speicher, sind branchenweit massiv gestiegen. Zudem haben wir die Produktion des Standard-SHIELD-TV-Modells eingestellt, um uns auf die Produktion der SHIELD TV Pro zu konzentrieren.

Nvidia erhöht Preis der Shield TV Pro auf 299 Dollar und stellt Basismodell ein
Foto: Pocket-lint

Branchenbeobachter verweisen in diesem Zusammenhang auf den massiven Bauteilebedarf im Zuge des weltweiten KI-Booms. Hersteller führen die drastischen Preissteigerungen vor allem darauf zurück, dass die globale Nachfrage nach Speicherkomponenten wie DRAM und LPDDR4 kaum noch gedeckt werden kann. Branchenkenner weisen darauf hin, dass die Krise bei Speichermedien durch die enorme Nachfrage von KI-Rechenzentren angetrieben wird und nach Einschätzung von Speicherherstellern wie Micron und SK Hynix noch bis zum Jahr 2030 anhalten könnte, wobei für 2027 bereits weitere Preisaufschläge prognostiziert werden.

Noch zu Beginn des Jahres hatte Andrew Bell, Nvidias Senior Vice President für Hardware Engineering, in einem Interview mit Ars Technica erklärt, dass Nvidia die Geräte weiterhin aktiv fertige und jede produzierte Einheit absetze, doch angesichts der aktuellen Marktlage schlagen auch bei diesem traditionellen Produkt die weltweiten Lieferkettenprobleme voll durch.

Verfügbarkeit auf dem Markt und Konkurrenzsituation

Das Gerät ist bei den großen US-Händlern derzeit weitgehend vergriffen, wobei vereinzelt Angebote von Drittanbietern zu noch deutlich höheren Summen gesichtet wurden.

Mit der Preiserhöhung bewegt sich das Nvidia-Flaggschiff in Preisregionen, in denen sich auch der Konkurrenzdruck verschärft.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.