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Unternehmen

Nokia, Dell und HPE feiern KI-Getriebenes Comeback

Nokia, Dell und HPE verzeichnen durch die massive Expansion der Künstlichen Intelligenz eine signifikante Markterholung. Während die Aktienkurse von Nokia und HPE im laufenden Jahr um jeweils über 100 Prozent stiegen, verzeichnete Dell einen Zuwachs von 200 Prozent, getrieben durch die steigende Nachfrage nach Cloud-Strukturen und Rechenzentren.

Nokias Transformation von Mobiltelefonen zu KI-Netzwerken

Nokias Transformation von Mobiltelefonen zu KI-Netzwerken
Photo: aktien.news

Das finnische Unternehmen Nokia, das einst als Inbegriff der mobilen Telefonie galt, hat sich erfolgreich als reiner B2B-Technologiekonzern neu positioniert. Wie news.google.com berichtet, profitiert das Unternehmen derzeit von einem massiven Anstieg der Aufträge für die Infrastruktur im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Nokia baut spezialisierte IT- und Telekommunikationsnetzwerke, die insbesondere die Verbindung zwischen großen Rechenzentren sicherstellen. Dieser strategische Schwenk markiert das Ende der Ära, in der Nokia durch die Dominanz im Konsumgütermarkt geprägt war, und den Beginn einer Phase, in der die Vernetzung globaler Infrastrukturen im Vordergrund steht.

Der Fokus liegt heute auf der Vernetzung der Industrie 4.0. Durch Plattformen wie Nokia AVA integriert der Konzern KI direkt in die Steuerung von Mobilfunknetzen, um den Energieverbrauch von Funkmasten zu optimieren und das Traffic-Management zu automatisieren. Diese technologische Tiefe ermöglicht es Nokia, als globaler Marktführer bei privaten Netzwerken für automatisierte Häfen, moderne Autofabriken oder autonome Minen aufzutreten.

Neben der direkten Hardware-Infrastruktur sichert ein umfangreiches Patentportfolio die langfristige Profitabilität. Durch die Lizenzierung von Standard Essential Patents (SEPs) – Patente, die für die technische Umsetzung globaler Standards wie 5G unerlässlich sind – generiert Nokia kontinuierliche Einnahmen. Laut Kapitalerhöhungen.de fließen diese Gebühren von Branchengrößen wie Apple oder Samsung an das Unternehmen zurück, was Nokia eine hohe Planungssicherheit und stabile Margen bietet.

Die jüngsten Finanzkennzahlen unterstreichen diesen operativen Erfolg:

Kennzahl (Nokia) Wert
Umsatz (letztes Quartal) 4,5 Mrd. EUR (+4 %)
Bruttomarge 45,5 %
Gewinn je Aktie (EPS) 0,05 EUR (vorher 0,03 EUR)
Netto-Cashposition 3,8 Mrd. EUR

Um den Aktionären entgegenzukommen, hat der Vorstand das Recht beschlossen, 550 Millionen Euro an eigenen Aktien zurückzukaufen, was fast 10 Prozent der ausstehenden Anteile entspricht.

Dell und HPE: Erholung durch Rechenzentrums-Infrastruktur

Nokia and Dell Technologies: Partnering for the future of Cloud RAN

Auch andere etablierte Hardware-Hersteller erleben eine Renaissance, nachdem sie in der Vergangenheit existenzielle Krisen durchlaufen haben. Dell, das zwischen 2008 und 2013 durch den Einbruch des klassischen PC-Geschäfts massiv unter Druck geriet, hat sich durch eine Neuausrichtung auf Rechenzentren und Cloud-Strukturen stabilisiert. Nach Berichten von news.google.com verdreifachte Dell seinen Gewinn im letzten Quartal auf mehr als drei Milliarden Dollar. Dieser Zuwachs wird maßgeblich durch die Nachfrage nach spezialisierten Server-Architekturen getrieben, die für das Training und den Betrieb von Large Language Models (LLMs) optimiert sind. Während Dell früher primär als Anbieter von Endgeräten für den Büroalltag agierte, ist das Unternehmen heute ein zentraler Akteur in der Bereitstellung von High-Performance-Computing-Lösungen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Hewlett Packard Enterprise (HPE). Das Unternehmen entstand vor zehn Jahren aus einer Aufspaltung von HP, um der massiven Krise im Computergeschäft zu begegnen. Während HP Inc. den klassischen Markt bedient, floriert HPE durch die Produktion von Servern und Cloudsystemen. HPE verfolgt dabei eine gezielte „Edge-to-Cloud“-Strategie. Diese zielt darauf ab, die Rechenleistung nicht nur in zentralen Rechenzentren, sondern auch dezentral an den Datenquellen – dem sogenannten „Edge“ – bereitzustellen, was für die geringen Latenzzeiten bei KI-Anwendungen entscheidend ist.

HPE meldete für das vergangene Quartal einen Umsatz von zehn Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 40 Prozent entspricht. Dieser Zuwachs spiegelt die explosionsartige Nachfrage nach der Hardware wider, die für den Betrieb moderner KI-Modelle zwingend erforderlich ist.

Strategische Wachstumstreiber in der Halbleiter- und Batterietechnik

Strategische Wachstumstreiber in der Halbleiter- und Batterietechnik
Photo: Kapitalerhöhungen.de

Die KI-Welle beschränkt sich nicht nur auf die Netzwerk- und Serverinfrastruktur, sondern erreicht auch die tieferen Ebenen der Hardware-Produktion. Texas Instruments (TI) nutzt seine Expertise im Halbleitersektor, um Prozessoren für die Industrie, die Automobilbranche und Rechenzentren bereitzustellen. Die Expertise von TI in der analogen Halbleitertechnik ist hierbei kritisch, da die präzise Steuerung und Umwandlung elektrischer Energie (Power Management) in den extrem leistungsintensiven Clustern moderner KI-Rechenzentren eine technische Herausforderung darstellt. Trotz früherer Krisen, wie der Dotcom-Blase, profitiert das Unternehmen heute massiv vom Ausbau der Halbleiterkapazitäten.

Ein weiterer technologischer Fokus liegt auf der Energieeffizienz und neuen Materialwissenschaften. Das Unternehmen HPQ Silicon entwickelt derzeit innovative Lösungen, um die nächste Generation der Energiespeicherung zu unterstützen.

Zusammen mit dem französischen Unternehmen Novacium SAS arbeitet HPQ Silicon an siliziumbasierten Anodenmaterialien für Lithium-Ionen-Batterien. Diese Technologie zielt darauf ab, die Effizienz von Batteriezellen zu steigern. Silizium-basierte Anoden gelten in der Batterieforschung als Schlüsseltechnologie, da sie im Vergleich zu herkömmlichen Graphit-Anoden eine deutlich höhere theoretische Kapazität aufweisen, was zu kompakteren und leistungsstärkeren Energiespeichern führen kann. Unter der Leitung von CEO Bernard J. Tourillion strebt das Management an, innerhalb der nächsten zwei Jahre den kommerziellen Durchbruch für diese Technologien zu erzielen.

Die Entwicklung zeigt deutlich, dass der aktuelle Technologiesektor weniger von Endverbrauchergeräten als vielmehr von der unsichtbaren, aber essenziellen Infrastruktur hinter der Künstlichen Intelligenz getrieben wird. Wer die Kontrolle über die Netzwerke, die Rechenleistung und die Energieversorgung hält, bestimmt die Dynamik des Marktes.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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