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Niederlande an der Spitze des Global Pension Index 2026

Die Niederlande stellen laut dem Marsh CFA Institute Global Pension Index 2026 das weltweit beste Rentensystem, während Deutschland und Österreich vor allem bei der langfristigen Finanzierbarkeit schwächeln. Die am 20. Oktober 2026 veröffentlichte Studie vergleicht 55 Länder und zeigt enorme Diskrepanzen zwischen Alterseinkommen und Zukunftsfähigkeit.

Niederlande an der Spitze und die globale Bestnote

Das Vorsorgesystem in den Niederlanden führt den Marsh CFA Institute Global Pension Index (MCGPI) mit 85,8 von 100 möglichen Punkten an. Dahinter folgen Dänemark mit 84,1 Punkten und Island mit 84,0 Punkten als einzige europäische Systeme in der Top-Gruppe. Die Studie bewertet insgesamt 55 Alterssicherungssysteme, die rund 66 Prozent der Weltbevölkerung abdecken, anhand von mehr als 50 Indikatoren.

Die Auswertung stützt sich auf drei Kernbereiche: die Angemessenheit der Leistungen, die langfristige Nachhaltigkeit und die Integrität beziehungsweise Regulierung der Verwaltung. Neben den drei europäischen Spitzenreitern erreichen lediglich Singapur, Israel und Australien die Bestnote A. Sechs Systeme erhalten insgesamt die Bestnote, während die Ergebnisse am Ende der Rangliste bis auf 43,7 Punkte für Argentinien abfallen.

Der Bericht, den das Beratungsunternehmen Marsh gemeinsam mit dem CFA Institute erstellt hat, verzeichnet für die Niederlande bereits im vierten Jahr in Folge den ersten Platz. Das Modell gilt als robustes Alterssicherungssystem, bei dem die staatliche Rente ein verlässliches Mindestniveau festlegt und zusätzliche Betriebsrenten den Großteil der Beschäftigten erreichen. Ein großer Bestand investierter Vorsorgevermögen trägt dazu bei, künftige Zahlungen abzusichern.

Deutschland und Österreich: Hohe Leistungen bei schwacher Tragfähigkeit

Deutschland und Österreich bieten ihren Bürgern zwar ordentliche Bezüge beim Renteneintritt, kämpfen jedoch mit der Zukunftsfähigkeit ihrer Kassen. Deutschland erreicht im aktuellen Global Pension Index insgesamt 67,9 Punkte und belegt damit Rang 25.

Österreich schneidet im Ländervergleich ähnlich polarisiert ab. Mit 56,9 Punkten und der Note C landet das Nachbarland auf Rang 43. Zwar attestiert die Studie dem österreichischen System eine solide Integrität mit 85 Punkten und eine respektable Leistungshöhe von 68,3 Punkten, doch belegt das Land beim Nachhaltigkeitsindex mit nur 23,9 Punkten den tiefsten Nachhaltigkeitswert aller 55 untersuchten Systeme.

Ökonom Dénes Kucsera vom wirtschaftsliberalen Thinktank Agenda Austria erklärt dazu, dass das System in Österreich bei fast allen Faktoren schwach abschneide und mehr als 90 Prozent der heimischen Pensionen über das staatliche Umlageverfahren finanziert werden. Michaela Plank, Marsh-Geschäftsführerin in Österreich, betont zur aktuellen Erhebung, dass das Land vor der Herausforderung steht, sein Pensionssystem widerstandsfähiger gegenüber dem demografischen Wandel zu machen, wobei die geplante Reform der betrieblichen Vorsorge, die 2028 umgesetzt wird, ein erster wichtiger Meilenstein sei.

Land Gesamtpunktzahl Angemessenheit Nachhaltigkeit Integrität
Niederlande 85,8 – – –
Schweiz 73,6 68,4 72,8 83,1
Deutschland 67,9 79,8 47,2 78,0
Österreich 56,9 68,3 23,9 85,0

Die Schweiz im stabilen Mittelfeld

Die Schweiz verbessert sich im Ländervergleich der Altersvorsorge leicht auf 73,6 Punkte, verharrt damit aber auf Rang 11. Tobias Wolf, Partner und Leiter Marsh Investments and Retirement Schweiz, sagt dazu, dass das Schweizer Rentensystem insgesamt als überdurchschnittlich gut bewertet wird, der Report wie in den Vorjahren allerdings die Angemessenheit kritisiert.

Niederlande an der Spitze des Global Pension Index 2026
Foto: Vietnam.vn

Bei der Sicherheit und Regulierung erzielt die Schweiz starke 83,1 Punkte, während es bei der Angemessenheit lediglich für 68,4 Punkte reicht. Die Verbesserung im Gesamtranking geht vor allem auf zwei OECD-Kennzahlen zurück, da sowohl die Mindestrente im Verhältnis zum Lohn als auch die Netto-Ersatzquoten gestiegen sind. Beim Rentenalter geht die Schweiz einen anderen Weg; die Reform AHV2030, die der Bundesrat im Mai 2026 in die Vernehmlassung geschickt hat, rührt das Referenzalter nicht an.

Demografischer Druck und Reformforderungen

Die Studienautoren warnen vor den weltweiten Folgen einer alternden Bevölkerung, da längere Rentenbezugszeiten und ein sinkendes Verhältnis von Erwerbstätigen zu Ruheständlern den Druck auf die Rentensysteme erhöhen.

Niederlande an der Spitze des Global Pension Index 2026
Foto: Yahoo Finanzen Deutschland

Bereits im Mai 2026 schlug der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, dem „Handelsblatt“ vor, eine Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung nach 2031 zu erwägen, und bezeichnete die neue private Zusatzrente als einen wichtigen Schritt. François Villeroy de Galhau, damals Gouverneur der Banque de France, warnte im selben Monat in „Le Figaro“, dass die Finanzierung von Staatsausgaben über Defizite die Last von Schulden und Renten auf jüngere Generationen verlagere. Die Europäische Kommission forderte im September 2026 zusätzliche private Vorsorge parallel zu den staatlichen Renten.””

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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