Mit der Global Risk Map 2027 liegt eine neue Auswertung vor, die von dem US-Sicherheitsdienstleister Global Guardian zusammengestellt wurde. Für die Reiseplanung für das kommende Jahr bewertet die Karte Kriminalität, bewaffnete Konflikte, Terrorismus, politische Unruhen, die Gesundheitsversorgung, die Infrastruktur sowie Naturkatastrophen in fünf Risikostufen von «niedrig» bis «extrem» auf dem Stand von September 2026. Ab der Stufe «hoch» rät das private Sicherheitsunternehmen von Reisen ab, die nicht unbedingt notwendig sind (L’Essentiel). Eine offizielle Reisewarnung stellen die Einschätzungen jedoch nicht dar.
Iran neu auf höchster Risikostufe eingestuft
Besonders deutlich verschlechtert hat sich die Lage im Nahen Osten, wo der Iran neu mit der höchsten Risikostufe «extrem» bewertet wird (L’Essentiel). Als Gründe nennt der Sicherheitsdienstleister unter anderem die politische Lage sowie die gestiegene Gefahr willkürlicher Festnahmen von Ausländern (L’Essentiel). Auch in der weiteren Region rund um den Persischen Golf zeigt die Karte negative Entwicklungen infolge des Nahostkonflikts: Bahrain und Kuwait springen von «moderat» auf «hoch», während Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien und Saudi-Arabien auf «mittel» steigen (L’Essentiel).
Risikostufen im internationalen Vergleich
Die dunkelrote Farbe für die höchste Risikostufe konzentriert sich vor allem auf traditionelle Kriegs- und Krisengebiete wie Afghanistan, die Ukraine, Syrien, den Jemen, den Gazastreifen, Sudan, Somalia, Myanmar, Haiti sowie Teile der Sahelzone und Zentralafrikas. Das Unternehmen bewertet dabei nicht zwangsläufig ganze Staaten gleich, sondern differenziert nach Regionen. Die Stufe «extrem» bedeutet nach Definition von Global Guardian, dass aktive Konflikte mit schwerer Kriminalität und Unruhen zusammentreffen und staatliche Institutionen nicht ausreichend in der Lage sind, die Sicherheitslage zu kontrollieren oder auf große Krisen zu reagieren.

Gefahren lauern jedoch keineswegs nur in klassischen Konfliktregionen, sondern betreffen auch Urlaubsziele. Mexiko bleibt weiterhin als Hochrisikoland eingestuft, wobei Gebiete mit hoher Banden- und Kartellgewalt sowie bekannte Touristenorte betroffen sind. Ecuador wurde wegen zunehmender Gewalt krimineller Gruppen von «mittel» auf «hoch» herabgestuft, wobei insbesondere Guayaquil als problematisch gilt. Bei beliebten Reisezielen wie der Türkei und Ägypten ist eine differenzierte Betrachtung notwendig: In der Türkei konzentrieren sich die Probleme auf die Grenzregionen zu Iran, Irak und Syrien, während Badeorte wie Antalya und Bodrum weit entfernt liegen.
In Ägypten gelten vor allem der Norden der Sinai-Halbinsel, das Grenzgebiet zu Israel und abgelegene Wüstenregionen als problematisch, während Küstenorte wie Hurghada, Marsa Alam und Sharm el-Sheikh nicht in gleicher Weise betroffen sind.

Veränderungen in der Weltkarte
Neben Verschlechterungen verzeichnet die Karte auch positive Veränderungen in einigen Ländern. Jamaika verbesserte sich von «hoch» auf «mittel», was unter anderem auf einen Rückgang der Mordrate zurückgeführt wird. Südkorea schaffte den Sprung von «moderat» auf «niedrig», da sich die politische Lage beruhigt hat (L’Essentiel). Auch Ungarn wird nach dem Ende der Orban-Regierung neu mit einem niedrigen Risiko bewertet (L’Essentiel).
Mitteleuropa und Nordeuropa bleiben hingegen stabil und weisen durchgehend hohe Sicherheitsstandards auf (L’Essentiel). Länder wie die Schweiz und Luxemburg sind auf der Karte grün eingefärbt, gehören zur niedrigsten Risikostufe und bestätigen damit andere internationale Bewertungen, bei denen beispielsweise die Schweiz, Norwegen und Finnland ebenfalls Bestnoten erhielten.
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