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Technik und Wissenschaft

New York Verhängt Erstes US-weites Moratorium Für Neue Hyperscale-Rechenzentren

Die Maßnahme setzt den Bau dieser energieintensiven Anlagen für bis zu einem Jahr aus, um regulatorische Standards für den Umweltschutz, die Stromnetze und die Stromkosten der Verbraucher zu entwickeln.

New York war bislang kein primäres Ziel für die größten Hyperscale-Rechenzentren, doch der plötzliche Boom durch Künstliche Intelligenz hat die staatliche Führung zum Handeln gezwungen. Wie Fortune berichtet, ist New York damit der erste US-Bundesstaat, der eine solche landesweite Baustopp-Maßnahme verhängt hat. Die Entscheidung folgt auf monatelange Besorgnisse in lokalen Gemeinden über die massiven Ressourcenansprüche dieser Anlagen.

Hochuls Strategie für Umwelt und Stromnetz

Die neue Verordnung stoppt die staatlichen Genehmigungsverfahren für große Rechenzentren. Ziel ist es, Standards zu schaffen, die den Wasserverbrauch zur Kühlung der Server, die Lärmbelästigung und die enorme Belastung der Stromnetze adressieren. Hochul will sicherstellen, dass der Staat die Entwicklung dieser Infrastruktur auf eine Weise angeht, die nicht nur technologisch, sondern auch gesellschaftlich nachhaltig ist.New York war schon immer an der Spitze von Innovation und Veränderung, aber wir haben auch immer garantiert, dass die New Yorker davon profitieren. New York wird den Weg ebnen und die strengsten Standards des Landes für die Entwicklung von Rechenzentren schaffen, um sicherzustellen, dass wenn Unternehmen aufgrund von New York erfolgreich sind, auch die New Yorker erfolgreich sind. Gouverneurin Kathy Hochul, via WSTMDie Gouverneurin betonte zudem ihre Verantwortung, eine Führungsrolle einzunehmen, und erklärte: Es ist meine Verantwortung, Maßnahmen zu ergreifen und voranzugehen, wie Fortune zitiert. Die Maßnahme erlaubt es dem Staat, Zeit zu gewinnen, um einen Rahmen zu schaffen, der sowohl die Umwelt als auch die Stromrechnungen der Bürger schützt.

Lokaler Widerstand in Clay, Manlius und Lysander

Bevor die staatliche Ebene eingriff, hatten mehrere Kommunen in New York bereits eigene Verbote erlassen. Die Exekutivverordnung der Gouverneurin setzt diese lokalen Moratorien nun außer Kraft und zentralisiert die Steuerung. Laut WSTM bildete sich in verschiedenen Regionen ein Muster aus lokalem Widerstand:
  • Town of Clay: Hier wurde bereits am 29. Juni ein einjähriges Moratorium beschlossen. Interessanterweise gab das Clay Town Board an, dass trotz des Votums bisher kein konkretes Rechenzentrums-Projekt vorgeschlagen wurde. In Clay befindet sich zudem die massive Halbleiteranlage von Micron.
  • Manlius: Der dortige Stadtrat stimmte am 8. Juli einstimmig (7:0) für einen einjährigen Baustopp.
  • Town of Lysander: Hier wurde am 7. Mai ein sechsmonatiges Moratorium beschlossen. Auslöser waren die Befürchtungen der Bewohner, dass die Firma Renalli Super DC, LLC einen Antrag beim New York Independent System Operator stellen könnte, um ein geplantes 300-Megawatt-Hyperscale-Rechenzentrum an das Stromnetz anzuschließen.

Politisches Tauziehen und nationale Debatte

First Statewide Moratorium on New Hyperscale Data Centers Launched by Governor Kathy Hochul
Die Entscheidung von Hochul ist nicht nur eine regulatorische, sondern auch eine hochpolitische Weichenstellung. Im Kontext ihrer Wiederwahlkampagne und knapper Kongresswahlen im Herbst reagieren die Demokraten damit auf die steigenden Energiekosten der Wähler. Fortune weist darauf hin, dass Hochul bereits in diesem Jahr die ehrgeizigen Ziele des Staates zur Reduzierung von Treibhausgasen gelockert hat, da die Energiekosten für die Verbraucher zu stark stiegen.Dieser Kurs stößt auf Widerstand. Bruce Blakeman, Nassau County Executive und republikanischer Herausforderer von Hochul, lehnt das landesweite Moratorium ab. Er plädiert dafür, dass lokale Regierungen eigenständig Deals mit Tech-Unternehmen aushandeln sollten, sofern diese genügend wirtschaftliche Vorteile versprechen.Auf nationaler Ebene steht New York nun im Zentrum eines Konflikts über die Regulierung der KI-Industrie. Während die Tech-Branche und Präsident Donald Trump davor warnen, dass staatliche Regulierungen das Jobwachstum behindern und den USA im technologischen Wettlauf gegen China schaden könnten, sehen Staaten wie New York die Notwendigkeit, die Infrastruktur zu kontrollieren.

Vergleich zu anderen US-Bundesstaaten

New York ist damit ein Vorreiter in einer Bewegung, die in anderen Staaten bisher an bürokratischen oder wirtschaftlichen Hürden scheiterte. In mindestens einem Dutzend Bundesstaaten wurden ähnliche Moratorien vorgeschlagen, erreichten jedoch meist keine Umsetzung.
Staat/RegionStatus des MoratoriumsGrund / Ergebnis
New YorkAktiv (Exekutivverordnung)Landesweiter Stopp für bis zu einem Jahr zur Erstellung von Standards.
MaineVeto durch GouverneurinGouverneurin Janet Mills blockierte die Maßnahme, um ein Projekt in einer wirtschaftlich schwachen Stadt nicht zu gefährden.
Diverse CountiesTeilweise aktivEinige lokale Kommunen haben temporäre Verbote ohne landesweite Deckung.
Interessant ist, dass auch die New Yorker Legislative bereits ein Gesetz für ein Moratorium verabschiedet hatte. Hochul entschied sich jedoch gegen diesen Weg, da ihr Büro die Gesetzgebung als zu komplex bezeichnete und weitere Überarbeitungen für notwendig hielt. Die Exekutivverordnung war das schnellere Instrument, um eine sofortige Wirkung zu erzielen.Die kommenden zwölf Monate werden nun zeigen, ob New York tatsächlich die stärksten Standards des Landes für die Entwicklung von Rechenzentren etablieren kann, ohne die Attraktivität für Tech-Investitionen dauerhaft zu beschädigen. Die Entscheidung bleibt ein Balanceakt zwischen dem Schutz der Stromnetze und dem Wunsch, Teil der KI-Revolution zu bleiben.

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Vergleich zu anderen US-Bundesstaaten
Photo: Fortune
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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