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Gesundheit

Neuer Bluttest für Multiple Sklerose: 22 Proteine ermöglichen frühere Diagnose

Ein neues Verfahren zur Diagnose von Multiple Sklerose (MS) ermöglicht durch die Analyse von 22 Proteinen eine Erkennung der Krankheit bis zu sechs Jahre vor den ersten klinischen Symptomen. Das am 28. Mai 2026 vorgestellte Verfahren erreicht eine Treffsicherheit von 94 Prozent und markiert einen Wendepunkt in der immunologischen Früherkennung.

22 Proteine ermöglichen Diagnose sechs Jahre vor Symptomen

Die medizinische Diagnostik von Autoimmunerkrankungen vollzieht derzeit einen fundamentalen Wandel. Wie AD HOC NEWS berichtete, hat ein am 28. Mai 2026 vorgestelltes Verfahren gezeigt, dass Multiple Sklerose mit einer Genauigkeit von 94 Prozent anhand eines Blutpanels identifiziert werden kann. Das Panel basiert auf der Untersuchung von 22 spezifischen Proteinen. Besonders bedeutsam ist die zeitliche Komponente dieser Entdeckung. Acht dieser Marker sind bereits im Durchschnitt etwa sechs Jahre vor der offiziellen klinischen Diagnose im Blut nachweisbar. Dies verschiebt den Fokus der Medizin weg von der reinen Reaktion auf bereits eingetretene Symptome hin zu einer gezielten, biomarkerbasierten Früherkennung. Ein spezifischer Marker, DKKL1, wird dabei mit milderen Krankheitsverläufen in Verbindung gebracht.

CAR-T-Zelltherapie als neuer Hoffnungsträger in der Klinik

Während die Bluttests die Diagnose revolutionieren, verändern neue Behandlungsansätze die Therapieoptionen für schwer betroffene Patienten. Am Universitätsklinikum Tübingen wird derzeit die Anwendung von CAR-T-Zellen bei MS-Patienten untersucht. Bei diesem innovativen Verfahren werden körpereigene Immunzellen außerhalb des Körpers so modifiziert, dass sie gezielt krankhafte Zellen erkennen können.

Die Ausprägung der Erkrankung kann sehr, sehr vielgestaltig sein.

22 Proteine ermöglichen Diagnose sechs Jahre vor Symptomen
cluster (priority): AD HOC NEWS
CAR-T-Zelltherapie als neuer Hoffnungsträger in der Klinik
cluster (priority): Universitätsklinikum Tübingen

This follows our earlier report, Blut-Proteine und GLP-1: Neue Ansätze für frühe MS- und Alzheimer-Erkennung.

For more on this story, see Multiple Sklerose: Neuer Protein-Test erkennt Erkrankung mit 94% Genauigkeit.

#26 – MRT bei Multipler Sklerose: sind die „Flecken“ WIRKLICH neu?!
PD Dr. Antje Giede-Jeppe, Universitätsklinikum Tübingen
Bisher wurden in Tübingen vier Patienten im Rahmen eines individuellen Heilversuchs mit CAR-T-Zellen behandelt. Die Ergebnisse der bisherigen Fälle zeigen, dass keine kurz- oder mittelfristigen Nebenwirkungen auftraten, die nicht beherrschbar gewesen wären, und dass die Krankheit bei keinem der Patienten im kurzfristigen Verlauf weiter fortschritt. Um diese Behandlung breiter zugänglich zu machen, ist der Start einer Phase-1/2-Studie geplant. Der Fall von Stefan Tenoth verdeutlicht die Dringlichkeit solcher Entwicklungen. Er erhielt seine Diagnose im Jahr 2001, zehn Jahre nachdem die ersten Anzeichen der Krankheit aufgetreten waren. Für ihn bedeutete die Gewissheit über die Erkrankung eine psychische Entlastung: Es hat jetzt einen Namen. Ich weiß, was es ist.

Technische Herausforderungen bei der Implementierung

Technische Herausforderungen bei der Implementierung
cluster (priority): Kölner Stadt-Anzeiger
Der Übergang von der Laborforschung in den klinischen Alltag ist jedoch mit komplexen Engineering-Fragen verbunden. Wie IT BOLTWISE erläuterte, entscheidet die Wahl der Messplattform – etwa die Massenspektrometrie – sowie die Strategie für Probenmanagement und Lagerung über die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. Proteine bieten hierbei einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Genetik: Sie spiegeln immunologische Aktivierungen und Entzündungsprozesse unmittelbar wider. Dennoch ersetzt der Bluttest nicht die etablierte neurologische Bildgebung mittels MRT oder die Analyse der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor). Vielmehr dient das Proteom-Profil als Frühindikator, der die Auswahl nachfolgender, spezifischerer Untersuchungen rationalisieren kann. Die Komplexität der Probenverarbeitung ist dabei ein kritischer Faktor:
  • Präzises Timing der Probenentnahme
  • Standardisierte Transport- und Lagerbedingungen
  • Automatisierte Vorverarbeitungs-Pipelines zur Korrektur von Ausreißern
  • Validierung der Marker-Scores über verschiedene Labore hinweg

Ein neuer Standard in der personalisierten Medizin

Die Entwicklungen im Jahr 2026 deuten auf eine Ära der hochgradig personalisierten Immunologie hin. Die Fortschritte bei der MS-Früherkennung stehen nicht isoliert, sondern sind Teil einer breiteren Bewegung in der Forschung zu Autoimmunerkrankungen. Während neue Blutmarker die Diagnose präzisieren, ermöglichen Ansätze wie die CAR-T-Zelltherapie oder neue Wirkstoffe bei verwandten Erkrankungen wie Lupus eine maßgeschneiderte Behandlung. In Deutschland leben derzeit rund 270.000 Menschen mit der Diagnose Multiple Sklerose. Für diese Gruppe und für die medizinische Fachwelt bedeutet die Kombination aus früherer Identifikation und innovativen Zelltherapien eine Chance, den Krankheitsverlauf massiv zu beeinflussen, bevor irreversible Schäden am Nervensystem entstehen. Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Beratung. Bitte konsultieren Sie Ihren behandelnden Arzt.
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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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