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Unternehmen

Nasdaq 100 stürzt wegen KI-Zweifeln und Tech-Zahlen massiv ab

Ein historischer Kurseinbruch an den US-Börden hat den Nasdaq 100 am Freitag, dem 30. Oktober 2026, um 3,4 Prozent abrutschen lassen. Enttäuschende Quartalszahlen von Technologiegiganten wie Amazon und Intel sowie astronomische Ausgaben für Künstliche Intelligenz schüren an der Wall Street wachsende Zweifel an der Profitabilität des boomenden Sektors.

Börsensturz vernichtet Billionen an Marktwert

Der Oktober endete mit einem herben Rückschlag für den US-Handel. Der technologielastige Nasdaq-Index verlor am Freitag fast 3 Prozent und schloss bei 25.437 Punkten, wie die Berichterstattung von CNBC zur Entwicklung an der New York Stock Exchange zeigt. Innerhalb einer einzigen Woche büßte der Nasdaq 100 damit fast eine Billion US-Dollar an Marktwert ein. Auf den gesamten Monat gerechnet beläuft sich der Verlust auf rund zwei Billionen US-Dollar.

Der breiter gefasste S&P 500 gab am Freitag um 1,8 Prozent auf 7.580 Punkte nach, während der Dow Jones Industrial Average mit einem Minus von 572 Punkten oder 1,1 Prozent auf 51.770 Punkte vergleichsweise stabil blieb. Anleger schichteten massiv Kapital in defensivere Bereiche wie Konsumgüter und das Gesundheitswesen um.

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Dan Coatsworth von AJ Bell erklärte dazu, dass große Technologieunternehmen voll und ganz darauf setzen, dass Künstliche Intelligenz das wichtigste Instrument der nächsten Jahrzehnte zur Transformation von Geschäfts- und Verbraucherleben sein wird. Sollten diese Wetten jedoch fehlschlagen, könnten die Folgen massiv ausfallen. Die Verkaufswelle erfasste Technologiewerte weltweit; so verzeichnete der südkoreanische Chiphersteller SK Hynix am Freitag einen Kursverlust von 8,5 Prozent, während Samsung Electronics um 4,3 Prozent nachgab. In den Vereinigten Staaten zeigten sich unterdessen auch Aktien wie Nvidia betroffen, deren Kurs um 4,2 Prozent sank.

Der technologielastige Nasdaq Composite verzeichnete einen Rückgang von 592,2 Punkten oder 2,26 Prozent auf 25.592,486 Punkte. Der Dow Jones Industrial Average schloss mit einem Minus von 572,25 Punkten beziehungsweise 1,09 Prozent bei 51.770,31 Punkten. Unter den Dow-Mitgliedern konnten sich Unternehmen gegen den Trend behaupten und Gewinne verzeichnen. Nach Einschätzung des Marktanalysten Adam Crisafulli von Vital Knowledge handelte es sich um eine der schwärzesten Berichtssaisonen der Technologiebranche in der Erinnerung, geprägt von enttäuschenden Ergebnissen vieler prominenter Unternehmen. Der technologielastige Nasdaq Composite stürzte um mehr als 700 Punkte ab, und auch der S&P 500 verzeichnete mit einem Minus von 140 Punkten erhebliche Verluste.

Nasdaq 100 stürzt wegen KI-Zweifeln und Tech-Zahlen massiv ab
Foto: Business Insider

Gigantische KI-Investitionen stoßen auf Skepsis

Hintergrund des Ausverkaufs ist die wachsende Besorgnis darüber, ob sich die gigantischen Summen rentieren, die Unternehmen in die Infrastruktur für Künstliche Intelligenz stecken.

Die Sorgen über die Finanzierbarkeit dieser Vorhaben verstärken sich spürbar. Unternehmen müssen zunehmend Kredite zu höheren Zinsen aufnehmen, was die Renditen im Vergleich zu US-Staatsanleihen unter Druck setzt. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass die Wall Street nun konkrete Belege für dauerhafte Gewinne fordert.

Intel, Amazon Earnings Spark Tech Selloff as AI Fears Mount

Chief Markets Strategist Officer Truist erklärte laut Yahoo Finance: „Es geht nicht länger einfach nur um die Stärke der KI-Nachfrage. Die Wall Street fordert zunehmend Belege dafür, dass sich die schweren Investitionen in dauerhafte Gewinne und Cashflow übersetzen.

Intel und Amazon enttäuschen mit schwachen Ausblicken

Die Talfahrt wurde maßgeblich durch die jüngsten Geschäftszahlen von Intel und Amazon angeheizt. Der Chiphersteller Intel stürzte um fast 29 Prozent ab – der stärkste Einwurf seit 1974. Obwohl das Unternehmen im Quartal einen höheren Gewinn als erwartet meldete, enttäuschte die Umsatzprognose für das vierte Quartal massiv. Chief Financial Officer Dave Zinsner erklärte auf einer Investorenkonferenz, dass Intel im Jahr 2027 voraussichtlich keinen freien Cashflow generieren werde, da die Investitionsausgaben stark steigen.

Nasdaq 100 stürzt wegen KI-Zweifeln und Tech-Zahlen massiv ab
Foto: CNBC

Auch Amazon geriet unter Druck. Der Onlinehändler meldete einen negativen Free Cashflow von 42,4 Milliarden US-Dollar für das Quartal und bestätigte seine Prognose von rund 220 Milliarden US-Dollar für die Investitionsausgaben im Jahr 2026. Konzernchef Andy Jassy kündigte zudem an, im kommenden Jahr noch deutlich mehr auszugeben, wie NBC News in einer aktuellen Analyse darlegt.

Rückläufiger Suchverkehr trifft Plattformen wie Reddit

Die Auswirkungen des KI-Booms erfassen auch internetbasierte Plattformen abseits der reinen Hardwarehersteller. So verzeichnete Reddit einen Kurseinbruch von rund 30 Prozent an der Börse. Das Unternehmen begründete den Rückgang mit sinkenden Nutzerzahlen über Suchmaschinen, da neue KI-Zusammenfassungsfunktionen den direkten Klickstrom auf Webseiten mindern. Reddit-Chef Steve Huffman erklärte im Fernsehen, dass sich das Verhältnis zwischen Google und dem restlichen Internet spürbar verändere.

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Trotz der Marktturbulenzen betonen einige Experten, dass die langfristige Entwicklung der Technologie intakt bleibt, auch wenn der Übergang von reiner Euphorie zur harten wirtschaftlichen Realität schmerzhaft verläuft.

Während Technologieaktien stark unter Druck gerieten, verzeichneten traditionelle Energiekonzerne wie ExxonMobil und Chevron Gewinne. ExxonMobil legte um 1,94 Prozent zu, während Chevron einen Anstieg von 1,37 Prozent verbuchte, gestützt durch solide Ergebnisse und Margen im Öl- und Raffineriegeschäft.

Nasdaq 100 stürzt wegen KI-Zweifeln und Tech-Zahlen massiv ab
Foto: CBS News

Die jüngsten Quartalsberichte haben gezeigt, dass die hohen Erwartungen der Investoren im aktuellen Marktumfeld auf eine harte Probe gestellt werden. Ob die getätigten Investitionen langfristig die erhofften Renditen erzielen, bleibt eine der zentralen Fragen für die Akteure an den Finanzmärkten.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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