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Technik und Wissenschaft

NASA-Administrator Jared Isaacman schlägt Rechenzentren im Orbit vor

NASA-Administrator Jared Isaacman schlägt die Errichtung von Rechenzentren in der Erdumlaufbahn vor, um den massiven Energiebedarf des KI-Booms zu decken und den Widerstand von Anwohnern auf der Erde zu umgehen.

Der rasante Ausbau künstlicher Intelligenz stellt die Energieversorger und Kommunen vor spürbare Probleme. Gigantische Rechenserver verschlingen enorme Mengen an Strom und Wasser, was zu steigenden Stromrechnungen und scharfen Protesten in Nachbarschaften führt. Während US-Politiker auf der Erde bereits härtere Regeln fordern, bringt die Weltraumfahrt neue Visionen ins Spiel. So drängt die Raumfahrtbehörde darauf, die digitale Infrastruktur in den Weltraum zu verlegen.

Jared Isaacmans Vorstoß für Orbital-Rechenzentren

In einem Interview mit Nexstar DC schlug NASA-Administrator Jared Isaacman vor, Rechenzentren im Orbit zu errichten. Er begründete den Vorschlag mit dem globalen Wettbewerb, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz. Als primäre Energiequelle soll dabei die unerschöpfliche Sonneneinstrahlung im All dienen.

Isaacman argumentierte zudem, dass eine solche Auslagerung erhebliche Vorteile mit sich bringe und die Lasten für die terrestrischen Stromnetze mindere. Auf einem Podcast des New York Post beschrieb er den Gedanken ebenfalls als attraktive Lösung für die anhaltenden Proteste in den Heimatgemeinden der Bürger, wobei er auf Elon Musk verwies, der ähnliche Ansichten vertrete.

Elon Musk, SpaceX und die Pläne bei der FCC

Hinter den orbitalen Plänen stehen konkrete Anträge in der kommerziellen Raumfahrt. Bereits im Januar reichte das Unternehmen SpaceX von Elon Musk bei der Federal Communications Commission einen Antrag ein, um den Start von Rechenzentren mit bis zu einer Million Satelliten zu genehmigen.

Die Umsetzung erfordert jedoch eine drastische Steigerung der Startkapazitäten. Berichte von Finanzinstituten wie Goldman Sachs und JPMorgan gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2031 rund fünftausend jährliche Starts mit dem Starship-System von SpaceX stattfinden könnten, angetrieben vor allem durch den Aufbau orbitaler Rechenkapazitäten. Zum Vergleich: Die etablierte Falcon 9 wird im laufenden Jahr voraussichtlich weniger als zweihundert Starts absolvieren, während sich das Starship mit dreizehn Testflügen noch in der Entwicklung befindet.

Umweltbedenken und Proteste im All und auf der Erde

Der rasante Vormarsch von Rechenzentren stößt sowohl am Boden als auch für den Weltraum auf massiven Widerstand. Auf der Erde wehren sich Anwohner gegen den Bau gigantischer Anlagen in ihrer Nähe. In Pennsylvania reagierte Gouverneur Josh Shapiro auf den Druck, indem er eine Verordnung unterzeichnete, die Betreiber dazu verpflichtet, die vollen Stromkosten selbst zu tragen und lokale Unterstützung nachzuweisen.

NASA-Administrator Jared Isaacman schlägt Rechenzentren im Orbit vor
Foto: csmonitor.com

Gleichzeitig warnen Kritiker und Umweltorganisationen vor den Folgen im All. Eine Koalition aus Verbänden wie Earthjustice und Public Employees for Environmental Responsibility forderte im März von der FCC eine umfassende Umweltprüfung bezüglich des SpaceX-Antrags. Befürchtet werden unter anderem künstliches Nachtlicht, Beeinträchtigungen der Ozonschicht und eine Zunahme von Weltraummüll. Auch die Government Accountability Office wies darauf hin, dass eine wachsende Satellitenanzahl die astronomische Forschung stören und Kollisionsrisiken erhöhen kann.

Wirtschaftliche Chancen und Risiken im Orbit

Befürworter verweisen hingegen auf das enorme wirtschaftliche Potenzial. Die Unternehmensberatung McKinsey & Co. bewertet den Weltraum als einen Wirtschaftsraum mit einem Volumen von 1,8 Billionen US-Dollar für globales Wachstum.

NASA-Administrator Jared Isaacman schlägt Rechenzentren im Orbit vor
Foto: yahoo.com

Dennoch mahnen Experten zur Vorsicht. Auf einem Branchenforum von TDK Ventures warnte George Hoyem, ehemaliger Führungsoffizier der Venture-Sparte der US-Geheimdienste, vor möglichen Konflikten im All zwischen den Vereinigten Staaten und China. Andere Branchenkenner wie Rob Meyerson, ehemaliger Präsident von Blue Origin, schlagen vor, Rohstoffe wie Aluminium, Eisen und Silizium direkt im All zu gewinnen, um die Infrastruktur oberhalb der Atmosphäre zu errichten.

Agencywide Town Hall with NASA Administrator Jared Isaacman, Friday, Dec. 19, 2025
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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