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Technik und Wissenschaft

Musk und Anthropic planen öffentliche Verteilung von Unternehmensanteilen

Tech-Milliardär Elon Musk hat angekündigt, im kommenden Jahr jedem Kind in den USA eine SpaceX-Aktie zu schenken. Das verknüpfte er mit Kritik an einem Anteilsfonds des KI-Unternehmens Anthropic. Die Reaktionen auf die Pläne reichen von Unterstützung bis zu deutlicher Skepsis.

Das Unternehmen bereitet derzeit einen potenziellen Börsengang vor, der das Startup mit mehr als einer Billion US-Dollar bewerten könnte. Mit der Initiative soll ein Teil des künftigen KI-Reichtums für den öffentlichen Nutzen gesichert werden. Gründer Dario Amodei verwies zudem darauf, dass Führungskräfte bereits zugesagt hätten, rund 80 Prozent ihrer Anteile zu spenden. Die von dem Unternehmen als Anthropic Public Benefit Fund bezeichnete Einrichtung soll als gänzlich eigene Gesellschaft mit beschränkter Haftung strukturiert werden.

Musks Reaktion auf den Anthropic-Fonds

Lange ließ die Antwort aus dem Silicon Valley nicht auf sich warten. Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk nutzte die Plattform X für eine scharfe Entgegnung auf den Schritt des Konkurrenten. Er plädierte dafür, die Unternehmensanteile nicht in bürokratischen Stiftungsstrukturen zu parken, sondern unkompliziert an die Bürger auszureichen. Ich empfehle, die Aktien direkt an die Öffentlichkeit zu geben, schrieb Musk, und kündigte an: Das ist es, was ich tun werde.

Musk und Anthropic planen öffentliche Verteilung von Unternehmensanteilen
Foto: finance.yahoo.com

Die Gegenüberstellung der beiden Modelle verdeutlicht eine grundlegende Meinungsverschiedenheit über den Umgang mit zukünftigen Technologiegewinnen. Während Anthropic auf eine rechtlich eigenständige Gesellschaft setzt, deren Vorstand über Mittelvergabe und Förderungen entscheidet, pocht Musk auf eine unmittelbare Verteilung von Eigentum an Einzelpersonen. Beobachter bewerteten den Vorstoß des Anthropic-Managements indes auch als Versuch, inmitten intensiver Sicherheitsdebatten über Künstliche Intelligenz an gesellschaftlichem Rückhalt zu gewinnen.

Der geplante SpaceX-Aktiensegen für US-Kinder

Aus der spontanen Ankündigung im Online-Netzwerk wurde kurz darauf ein konkretes Versprechen für das kommende Jahr. Musk erklärte, er werde im nächsten Jahr jedem Kind in Amerika eine meiner SpaceX-Aktien schenken und fügte hinzu, dies sei der erste Schritt von vielen. Offizielle Daten der US-Zahlbehörden weisen für den Stichtag 1. Juli 2025 rund 72 Millionen Minderjährige im Land aus. Eine von Berichten zitierte behördliche Einreichung bezifferte den Gesamtbesitz von Musk an SpaceX auf einen Anteil von 48,4 Prozent, aufgeschlüsselt auf Milliarden Aktien verschiedener Klassen.

Welchen finanziellen Gegenwert ein solches Vorhaben im Detail besitzen würde, hängt von der Bewertung des bislang nicht börsennotierten Raumfahrtunternehmens ab. Zugleich halten sich offene Fragen: Unklar blieb, wie die Verwaltung, mögliche Treuhandstrukturen oder steuerliche Bestimmungen für Kleinkinder und Minderjährige geregelt werden sollen.

Geteilte Echos und breitere Finanzdebatten

In der Finanz- und Tech-Welt trafen die beiden Initiativen auf ein gemischtes Echo aus Zuspruch und Kritik. Altimeter-Capital-Chef Brad Gerstner lobte Anthropic zwar für ein außergewöhnliches Geschenk, warnte zugleich jedoch vor einer zu starken Vermögenskonzentration in Stiftungen und sprach sich für direkte Dividendenzahlungen aus. Der ehemalige Technologie-Kolumnist Kevin Roose bezeichnete den Schritt als möglicherweise größte philanthropische Verpflichtung der Geschichte, deren Wert sich bei einem Billionen-Börsengang auf 200 Milliarden US-Dollar belaufen könnte.

Musk und Anthropic planen öffentliche Verteilung von Unternehmensanteilen
Foto: firstpost.com

Kritik kam auch von prominenter politischer Seite. Der frühere KI-Beauftragte der US-Regierung, David Sacks, äußerte Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Anthropic-Modells. Sacks hinterfragte, warum ein privates Firmenkonstrukt über Milliarden entscheiden solle, anstatt die Mittel direkt an die Bürger zu übergeben. Während Anthropic die Zustimmung seiner Aktionäre für den Fonds einholen muss, bleibt bei Musks SpaceX-Vorhaben abzuwarten, ob und in welcher rechtlichen Form die angekündigte Verteilung der Anteile tatsächlich umgesetzt werden kann.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.