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Technik und Wissenschaft

Marokko baut grünen Wasserstoff für den Export nach Europa aus

Marokko treibt die Produktion und den Export von grünem Wasserstoff voran, um den europäischen Energiebedarf zu decken.

Marokko setzt auf erneuerbare Energien und will sich als zentraler Wasserstoff-Hub etablieren. Für die Produktion von grünem Wasserstoff hat Marokko zuletzt rund eine Million Hektar Land ausgewiesen.

Wirtschaftsdelegation aus Oberösterreich besucht Hafen Tanger

Um von den Entwicklungen und Erfahrungen zu lernen, reiste eine oberösterreichische Delegation nach Marokko. Wirtschaftslandesrat Markus Achleiter (ÖVP) und Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) besuchten den Hafenkomplex von Tanger, der sich über rund 1.000 Hektar erstreckt. Der Hafen verfügt über spezialisierte Bereiche, darunter einen Terminal für Kohlenwasserstoffe sowie Fahrzeugterminals, die jährlich Millionen von Autos abfertigen können.

Ziele für erneuerbare Energien und die Initiative „Offre Maroc Hydrogène Vert“

Marokko plant, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromproduktion bis zum Jahr 2027 auf 50 Prozent zu steigern.

Mourad Hajjaji, General Manager des Green H2 Clusters in Marokko, betonte die wirtschaftlichen Perspektiven der Produktion: Wir haben die Produktionskosten pro Kilogramm Wasserstoff simuliert und untersucht. Dabei haben wir festgestellt, dass es sehr interessant und durchaus möglich ist, Wasserstoff in Marokko zu produzieren und sämtliche Export- und Transportkosten zu tragen, um eine bestehende Industrie in Europa zu beliefern. Die Preise sind sehr wettbewerbsfähig, so Hajjaji. Ein realistischer Preis liege demnach bei rund fünf Dollar pro Kilogramm grünem Wasserstoff.

Projekte und Transportfragen nach Europa

Der Green H2 Cluster koordiniert die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und Politik und unterstützt die Anpassung an europäische Standards. Sieben große Projekte haben inzwischen die nächste Phase erreicht und stehen vor Verhandlungen mit der marokkanischen Regierung; allein diese Vorhaben sehen eine geplante Erzeugungskapazität von 15 Gigawatt an erneuerbarer Energie vor.

Der Transport des Wasserstoffs nach Europa ist jedoch noch nicht abschließend geregelt. Bislang existiert keine reine Wasserstoffpipeline durch die Straße von Gibraltar. Als Übergangslösung arbeiten Verantwortliche an Schiffstransporten über Häfen, während parallel dazu die Umrüstung bestehender Erdgasleitungen zu Wasserstoffleitungen geprüft wird. Kurzfristig arbeiten wir an Lösungen über Häfen und den Transport per Schiff. Gleichzeitig treiben wir aber auch die Planung von Pipelines voran, sagte Cluster-Chef Hajjaji.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.