Marc Márquez hat am Freitag das erste freie Training zum Großen Preis von Australien auf Phillip Island dominiert und sich im dichten Feld hauchdünn vor Raúl Fernández und Jack Miller durchgesetzt.
Marc Márquez sichert sich die Bestzeit vor Raúl Fernández
Das Auftakttraining begann auf dem Phillip Island Circuit. Die Session entwickelte sich rasch zu einem engen Schlagabtausch, bei dem sich der Weltmeister in der Schlussphase auf den letzten Metern durchsetzte.
Raúl Fernández landete mit einem Rückstand von nur 0,048 Sekunden auf dem zweiten Rang. Der spanische Trackhouse-Pilot hatte im Verlauf des Trainings in Kurve 7 einen heftigen Abflug hingelegt, war mit hohem Tempo durch das Kiesbett geflogen und wurde anschliessend in der Box von MotoGP-Arzt Dr. Charte gecheckt. Zwar schmerzte dem Vorjahressieger des australischen Grand Prix seine bereits gebrochene Hand, doch er schob sich im Schlussminutenkrimi noch einmal an die Spitze, ehe Márquez mit seiner allerletzten Rundenzeit konterte.
Jack Millers Highspeed-Sturz nach zwischenzeitlicher Bestzeit
Für den emotionalen Höhepunkt aus Sicht der Fans sorgte Lokalmatador Jack Miller. Der Pilot zeigte eine starke Leistung und schob sich in der Schlussphase des Trainings zwischenzeitlich nach vorne, ehe er stürzte. Die Yamaha rutschte durch den Stapel, während Miller den Ort des Geschehens zu Fuß verlassen konnte.
MotoGP Chaos: 🏍️ Marc Marquez topped Phillip Island FP1 on old tyres, Jack Miller’s crash, after going fastest, owned morning. Raul Fernandez 2nd, Miller 3rd. Jorge Martin sat 7th, two points clear title fight. So who blinks first? #MHXbeyond #MotoGP pic.twitter.com/YVNZqYfOWj
Trotz des Zwischenfalls beendete der Australier die Session auf dem starken dritten Platz. Im Vorfeld der Veranstaltung betonte er die besondere Verbundenheit mit der traditionsreichen Strecke, auf der Kurve 4 seinen Namen trägt:
Dieser Ort ist kultig, er hat uns einige der besten MotoGP-Races überhaupt beschert. Wenn man weiß, dass dies das letzte Mal für die MotoGP hier ist, kann man nicht anders, als auf all diese Momente zurückzublicken. Ich freue mich wirklich sehr auf dieses Wochenende, auch wenn das Wetter nicht mitspielen wird.
Jack Miller
Miller hob zudem den besonderen familiären Charakter des Wochenendes hervor, da die Fahrer an der Strecke in Häusern statt in Hotels untergebracht sind. Neben Miller sorgten weitere Zwischenfälle für Unterbrechungen: Iker Lecuona, der als Ersatz für den verletzten Fermín Aldeguer im Gresini-Team an den Start ging, zerstörte seine Desmosedici bei einem Sturz in Kurve 7 nachhaltig, blieb dabei jedoch unverletzt. Wenig später rollte die KTM von Brad Binder nach einem kapitalen Motorschaden auf der Zielgeraden aus. Auch Casey O’Gorman verzeichnete zu Beginn einen Ausritt in das Kiesbett von Kurve 2.
Aprilia-Stärke und WM-Duelle im ersten Training
Marco Bezzecchi holte schliesslich den vierten Rang für Aprilia. Direkt dahinter platzierten sich Álex Márquez und Pedro Acosta. WM-Spitzenreiter Jorge Martín beendete das Auftakttraining als Siebter, gefolgt von Ai Ogura, Fabio Quartararo und Fabio Di Giannantonio, der die Top Ten komplettierte.

Ein schwieriges Auftakttraining erlebte hingegen Francesco Bagnaia, der sich mit einem Rückstand von 1,677 Sekunden auf dem 18. Platz wiederfand. Am entgegengesetzten Ende des Feldes fehlte Rookie Toprak Razgatlioglu, während Testfahrer Augusto Fernández als Ersatz angereist war.

Ergänzend sprach Raúl Fernández während der offiziellen Presserunde über seine Erwartungen für das Wochenende, während Luca Marini vor Ort keine Medienrunde absolvierte. Angesichts drohender Regenfälle für die kommenden Tage bleibt abzuwarten, ob die Zeitenjagd auf trockener Piste ihre Fortsetzung findet.
Im Rahmenprogramm des Rennwochenendes gab es zudem Demofahrten mit Testfahrern wie Dani Pedrosa und Andrea Dovizioso, während das Geschehen auf Phillip Island den Auftakt zum entscheidenden Saisonendspurt markiert.
Am Ende des Vormittags standen die Favoriten im dichten Feld somit eng beisammen, während die unvorhersehbaren Wetterbedingungen für zusätzliche Spannung im Fahrerlager sorgen.