Zum Inhalt springen
Nachrichten

Lufthansa introduces paid hand luggage on short and medium-haul flights from May 2026

Lufthansa will ab dem 19. Mai 2026 auf Kurz- und Mittelstreckenflügen nur noch einen kleinen persönlichen Gegenstand wie eine Handtasche oder einen Laptop-Rucksack kostenfrei im Handgepäck erlauben – alles darüber hinaus kostet extra.

Die Airline führt dafür einen neuen Einstiegstarif namens „Economy Basic“ ein, der explizit an das Modell von Billigfluggesellschaften wie Ryanair, Easyjet oder Wizz Air angelehnt ist. Tickets für ausgewählte Strecken sind ab dem 28. April buchbar. Das Handgepäckstück, das bisher kostenlos mitgenommen werden durfte – ein kleiner Koffer oder eine Tasche bis zu bestimmten Maßen – wird nun als kostenpflichtige Zusatzleistung angeboten, ab 15 Euro pro Flug.

Lufthansa begründet die Änderung mit veränderten Reisegewohnheiten, insbesondere unter Tagesreisenden, die laut der Airline zunehmend nur das Nötigste mitnehmen und nicht für Leistungen zahlen wollen, die sie nicht nutzen. Das sei ein logischer Schritt hin zu mehr Transparenz und Wahlfreiheit im Preisgefüge.

Doch die Entscheidung stößt auf Widerstand. Verbraucherschützer und das Europäische Verbraucherzentrum BEUC haben bereits ähnliche Regelungen bei Billigfluggesellschaften abgelehnt und Abmahnungen ausgesprochen. Sie argumentieren, dass ein kostenloses Handgepäckstück neben dem persönlichen Gegenstand angemessen sei – eine Position, die zuletzt auch eine Mehrheit im Europäischen Parlament unterstützt hat, obwohl die Mitgliedstaaten den Vorschlag noch nicht umgesetzt haben.

Der Airline-Verband A4E, dem auch Lufthansa angehört, wehrt sich gegen solche Forderungen. Sein Argument: Wenn Passagiere bewusst günstige Tarife mit nur einem kleinen Gepäckstück wählen, sollten sie nicht gezwungen werden, für ein zweites Stück zu zahlen, das sie vielleicht gar nicht benötigen. Damit steht die Fluggesellschaft zwischen zwei Positionen – einer Kundenorientierung nach mehr Flexibilität und dem Druck von Verbraucherschützern, die eine Grundausstattung als Recht sehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass eine Netzwerkcarrier versucht, sich an das Preismodell der Billigflieger anzunähern. Bereits 2018 führte Lufthansa ein ähnlich eingeschränktes Angebot namens „Light“ ein, das ebenfalls nur ein Handgepäckstück erlaubte – damals jedoch noch kostenlos. Der damalige Schritt wurde ebenfalls als Reaktion auf den Druck von Low-Cost-Airlines gesehen, doch die heutige Variante geht einen Schritt weiter, indem sie sogar das bisher kostenlose Stück kostenpflichtig macht.

Wichtig zu wissen Das neue „Economy Basic“-Ticket erlaubt nur einen Gegenstand mit maximal 40 x 30 x 15 Zentimetern – etwa die Größe eines kleinen Rucksacks. Alles darüber hinaus, inklusive eines klassischen Handkoffers, kostet mindestens 15 Euro extra pro Flug.

Für Vielfliegende und Geschäftsreisende könnte die Änderung weniger ins Gewicht fallen, da viele ohnehin in höheren Klassen buchen oder Statusvorteile nutzen, die Gepäck inklusive. Doch für preisbewusste Urlauber, Wochenendreisende oder Studierende – genau die Zielgruppe, die Lufthansa mit dem neuen Tarif anspricht – bedeutet die Änderung eine spürbare Mehrausgabe, besonders bei Familien oder bei Reisen mit mehr Gepäck.

Die Einführung erfolgt schrittweise: zunächst auf ausgewählten Strecken, später möglicherweise ausgeweitet auf das gesamte Kurz- und Mittelstreckennetz. Ob das Modell langfristig funktioniert, hängt davon ab, ob genug Kunden den Preis-Gepäck-Tausch akzeptieren – oder ob der Widerstand wächst, wie es bei Billigfliegern bereits geschehen ist.

Wie viel kostet das Nachbuchen eines Handgepäckstücks beim neuen Tarif?

Ab 15 Euro pro Flug kann ein zusätzliches Hand- oder Aufgabegepäck als Zusatzleistung gebucht werden – flexibel und je nach Strecke und Buchungszeitpunkt variabel.

Gilt die Änderung auch für Langstreckenflüge?

Nein, zunächst nur für Kurz- und Mittelstreckenflüge innerhalb des Lufthansa-Netzwerks. Langstrecken sind laut den aktuellen Angaben nicht betroffen.

Lufthansa – The Future of Hand Luggage Contest Trailer
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Johann Falk

Über den Autor

Johann Falk ist Chief Editor von Germanic Nachrichten und verantwortet die redaktionelle Linie, Themenauswahl und finale Qualitaetssicherung der Veroeffentlichung. Sein Schwerpunkt liegt auf klarer, verifizierter und schnell einordenbarer Berichterstattung fuer ein deutschsprachiges Publikum.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.