Litauen hat angesichts wachsender russischer Drohungen und Bedrohungen konkrete Evakuierungspläne ausgearbeitet. Ministerpräsident Mindaugas Sinkevičius betonte in Interviews, dass die Bevölkerung zwar ständig bedroht sei, man sich im Ernstfall jedoch entschlossen verteidigen werde. Das Land teilt als NATO-Mitglied eine Grenze mit der russischen Exklave Kaliningrad.
Angesichts der anhaltenden Spannungen an der europäischen Ostflanke hat die litauische Regierung bestätigt, dass im Land detaillierte Vorkehrungen für den Ernstfall getroffen wurden. Premierminister Mindaugas Sinkevičius erklärte gegenüber Medien, dass man sich auf eine Vielzahl möglicher Szenarien vorbereite in the face of threats from Russia. Dazu gehören auch organisierte Maßnahmen, um ältere Menschen reibungslos aus den Städten zu bringen und Staus im Krisenfall zu vermeiden.
Mindaugas Sinkevičius über die ständige Bedrohung und den Willen zum Widerstand
Die Sorgen in der litauischen Bevölkerung sind durch Vorfälle im Luftraum spürbar gewachsen. Drones, die in das Hoheitsgebiet des baltischen Staates eindrangen, haben die Bedrohungslage für die Menschen zu einer alltäglichen Realität gemacht.

Sollte es tatsächlich zu einem Angriff auf den NATO-Mitgliedstaat kommen, der direkt an die russische Exklave Kaliningrad grenzt, ließ der Regierungschef keinen Zweifel an der Reaktion seines Landes aufkommen.
Sinkevičius merkte zudem an, dass man konkrete Bedrohungen erlebe, auch wenn diese nicht jeden einzelnen Tag akut zu spüren seien.
Die Rolle der NATO und Reaktionen aus dem Vereinigten Königreich
Die Sicherheitslage in der Region ist zuletzt stark in den Fokus gerückt, nachdem erst vor wenigen Tagen NATO-Kampfjets eine Drohne abgeschossen hatten, die in den litauischen Luftraum eingedrungen war. Zwar konnte die Herkunft der Drohne offiziell noch nicht abschließend bestätigt werden, doch der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas teilte mit, dass das Flugobjekt aus Richtung Belarus kam – einem Nachbarland Litauens und engen Verbündeten Moskaus.

Vor diesem Hintergrund forderte der litauische Premierminister auch vom Vereinigten Königreich einen Mentalitätswechsel im Hinblick auf die Verteidigungspolitik, wobei er gleichzeitig anmerkte, dass sein Land geografisch sehr viel näher an der Bedrohung liege.
„We stand united, around the clock, in defence of every inch of Nato territory.“
Wes Streeting, Defence Secretary, UK Government
Streeting hob in diesem Zusammenhang the swift and professional actions of Lithuanian and Italian forces hervor, durch die die Bündnisbereitschaft einmal mehr unter Beweis gestellt worden sei. Moskau hat sich zu dem Vorfall mit der Drohne bislang nicht geäußert.