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Technik und Wissenschaft

Leopold Aschenbrenner: Fonds erneut unter Druck nach Kursstürzen

Drei Monate nach einem erzwungenen Notverkauf gerät der Fonds des deutschen KI-Investors Leopold Aschenbrenner erneut in schwere Turbulenzen. Nach aktuellen US-Börsenpflichtakten baut die Investmentfirma Situational Awareness LP wieder massive Positionen in hochvolatilen Chip- und Cloud-Werten auf, die diese Woche zweistellige Kursverluste verzeichneten.

Der im Silicon Valley als KI-Wunderkind gefeierte deutsche Investor Leopold Aschenbrenner steht mit seinem Fonds Situational Awareness LP erneut unter starkem Druck. Laut Berichten von Boerse Online musste sich Aschenbrenner bereits Ende Juli in einem Notverkauf von fast allen seinen Positionen trennen. Damals hatten Margin Calls der beteiligten Banken sein gehebeltes Portfolio zum Einsturz gebracht. Käufer der damals unter hohen Abschlägen abgestoßenen Aktien war der Hedgefonds Citadel.

Neue Millioneninvestments in dieselben Problemaktien

Wie aus 13-D-Filings hervorgeht, die Situational Awareness seit August an die US-Wertpapieraufsicht SEC gemeldet hat, fand Aschenbrenner rasch neue Geldgeber. Der Investor begann daraufhin offenbar, erneut große Positionen in genau jenen Papieren aufzubauen, mit denen sein Fonds im Sommer Schiffbruch erlitten hatte. Bereits im August flossen laut Boerse Online 400 Millionen Dollar in den australischen Neocloud-Anbieter SharonAI. Der Fonds hält an dem Unternehmen mittlerweile eine Beteiligung von 21 Prozent.

Zudem investierte Aschenbrenner erneut in seine favorisierten Chip- und Cloud-Werte wie Micron, SanDisk, Nebius und Coreweave. Genau diese Titel brachen in der aktuellen Handelswoche jedoch erneut zweistellig ein. Insider rechneten auf dem Kurznachrichtendienst X vor, dass SharonAI zeitweise fast 40 Prozent unter Aschenbrenners Einstiegskurs notierte.

Drohende Margin Calls und fehlende Transparenz

Die Kursverluste der vergangenen Handelstage trafen die beteiligten Unternehmen hart. Micron gab zeitweise 20 Prozent ab, während Coreweave allein in dieser Woche fast 40 Prozent an Wert verlor. Der Absturz am Freitag gewann nochmals an Dynamik. Ob Aschenbrenners Fonds diesmal erneut stark gehebelt am Markt agiert, lässt sich laut Boerse Online derzeit noch nicht abschließend klären.

Sollte dies der Fall sein, dürfte der nächste Margin Call unmittelbar bevorstehen.

Klarheit über das tatsächliche Ausmaß der eingegangenen Risiken bringen erst die offiziellen 13F-Filings. Vermögensverwalter und Finanzholdings müssen diese spätestens bis Mitte November bei der SEC einreichen. Der junge Investor hatte im April 2024 das Superalignment-Team von OpenAI verlassen. Im selben Jahr veröffentlichte er das viel beachtete KI-Sicherheitsmanifest Situational Awareness.

Für den Investor deutet sich damit nur wenige Monate nach dem Juli-Crash eine erneute harte Marktprüfung an.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.