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Unternehmen

Lenzing schließt Kapitalerhöhung mit 301,2 Mio. Euro ab

Der Faserhersteller Lenzing hat seine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoerlös von 301,2 Millionen Euro abgeschlossen, wie das Unternehmen am 21. Oktober 2026 mitteilte. Mit einer Bezugsquote von 99 Prozent sichert sich Lenzing frisches Geld für den Konzernumbau und verschiebt gleichzeitig die Werksschließung im burgenländischen Heiligenkreuz auf das erste Quartal 2027.

Der österreichische Faserhersteller Lenzing hat im Oktober 2026 eine Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen und damit frisches Kapital in Höhe von rund 301,2 Millionen Euro eingeworben. Bestehende Aktionäre griffen bei dem Bezugsangebot massiv zu und zeichneten 99 Prozent der insgesamt 34.756.362 neuen Aktien zu einem Bezugspreis von 8,65 Euro je Anteilsschein. Vorstandschef Georg Kasperkovitz wertete den erfolgreichen Abschluss als klares Signal für das Vertrauen in die strategische Transformation des Unternehmens. Nach Angaben der Gesellschaft stieg durch die Ausgabe von Stückaktien die Gesamtzahl der Lenzing-Papiere von 38,6 Millionen auf 73,4 Millionen Stück. Das Bezugsverhältnis war auf 10 zu 9 festgelegt worden, wobei die neuen Aktien ab dem 1. Januar 2026 voll gewinnberechtigt sind. Die Aufnahme des Handels aller neuen Aktien im Segment Prime Market der Wiener Börse wurde für den 23. Oktober 2026 erwartet.

Lenzing schließt Kapitalerhöhung mit 301,2 Mio. Euro ab
Foto: burgenland.ORF.at

Großaktionäre und Syndikat zeichnen den Großteil der neuen Aktien

Hinter der hohen Annahmequote stehen maßgebliche institutionelle Investoren. Ein Syndikat aus der B&C-Gruppe und dem brasilianischen Zellstoffproduzenten Suzano S.A. sicherte sich im Rahmen der Kapitalmaßnahme 18.159.291 Aktien, was etwa 52,25 Prozent des gesamten Angebots entspricht. Wie Pflichtmitteilungen dokumentieren, erwarb die B&C KB Holding am Donnerstag 8.689.086 Lenzing-Aktien zum Bezugspreis von 8,65 Euro. Die Oberbank AG zeichnete zudem 1.344.177 Aktien, was einem Anteil von 3,87 Prozent am Angebot entspricht; die Oberbank steht dabei in enger Beziehung zu Lenzing-Aufsichtsratsmitglied Martin Seiter. Auch aus dem Kreis der Führungsgremien gab es persönliche Investitionen: Lenzing-Vorstand Christian Skilich erwarb 1.710 Aktien zu jeweils 8,65 Euro.

Der erfolgreiche Abschluss der Kapitalerhöhung unterstreicht das Vertrauen in Lenzing und unsere strategische Transformation.

Georg Kasperkovitz, Vorstandschef der Lenzing Gruppe

Mittelverwendung für Strategie „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ und Kapitalstruktur

Das eingeworbene Kapital fließt direkt in die Neuausrichtung des Konzerns unter dem Motto Grow Nonwovens, Reset Textiles. Lenzing will den Bruttoemissionserlös nutzen, um die Kapitalstruktur zu stärken und die finanzielle Basis nachhaltig auf profitables Wachstum auszurichten.

Lenzing schließt Kapitalerhöhung mit 301,2 Mio. Euro ab
Foto: Der Standard

Produktionsende im burgenländischen Werk Heiligenkreuz auf 2027 verschoben

Trotz der millionenschweren Finanzspritze bleibt der operative Druck hoch. Ein Unternehmenssprecher bestätigte gegenüber der APA einen entsprechenden Bericht der „Kronen Zeitung“ und begründete den Schritt mit dem notwendigen Produktionstransfer auf die anderen Standorte, um eine durchgängige Belieferung der Kunden sicherzustellen. Bis Jahresende sollen die vorhandenen Bestände verarbeitet werden. Im Werk im Bezirk Jennersdorf sind rund 285 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.”

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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