Bei der Landwirtschaftskammerwahl in Kärnten am 25. Oktober 2026 hat der Bauernbund unter Kammerpräsident Siegfried Huber seinen ersten Platz verteidigt und exakt die Hälfte der 36 Mandate gehalten. Die Freiheitlichen erzielten unter Roman Linder deutliche Gewinne und erreichten ihr stärkstes Ergebnis seit 25 Jahren.
Am Sonntag stimmten die Land- und Forstwirte im Bundesland über die Zusammensetzung des sogenannten Bauernparlaments ab. Insgesamt waren rund 62.500 Personen aus den landwirtschaftlichen Betrieben und deren Familien bei der Landwirtschaftskammerwahl wahlberechtigt. Bei etwa 17.000 Betrieben sind rund 62.500 Personen zur Wahl zugelassen, und zwar deshalb, weil nicht nur die Betriebsführer, sondern auch ihre Familienmitglieder ihre Stimme abgeben können. Eine Briefwahl ist bei der Kärntner Landwirtschaftskammerwahl nicht möglich.

Bauernbund behauptet absolute Mandatshälfte
Der Kärntner Bauernbund ging als stimmenstärkste Kraft aus dem Urnengang hervor und baute seinen Stimmanteil leicht auf 47,15 Prozent aus. Damit sicherte sich die ÖVP-nahe Bauernvertretung unter der Führung von Amtsinhaber Siegfried Huber exakt die Hälfte der 36 Mandate. Ich bin mehr als glücklich, dass wir uns in dem sehr spannenden Wahlkampf von fünf gegen eins behaupten konnten
, erklärte Huber mit Blick auf die starke Konkurrenz und fügte hinzu, dass man die vier Sitze im Vorstand behaupten konnte und es jetzt gemeinsam anpacken werde. Landesparteiobmann Martin Gruber gratulierte Huber und seinem Team zum Wahlergebnis und erklärte, dass der Kärntner Bauernbund seit vielen Jahren für eine konsequente und verlässliche Interessensvertretung stehe. Die Kärntner Bäuerinnen und Bauern bräuchten eine starke Stimme, die ihre Anliegen ernst nehme und sich für praktikable Lösungen einsetze. Gruber unterstrich die Unterstützung mit der Botschaft, dass nicht gesenpert, sondern getan werden müsse, was diesen Zugang auszeichne. Auch Agrarreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Martin Gruber zeigte sich über die gestiegene Wahlbeteiligung erfreut und betonte, dass es die einzige Interessenvertretung sei, bei der sie steige, und das trotz der großen Umbrüche.
Freiheitliche erzielen starkes Ergebnis seit 25 Jahren
Als klare Gewinner des Abends gingen die Freiheitlichen und Unabhängigen Bauern hervor. Mit einem Zuwachs von 5,6 Prozentpunkten auf 26,15 Prozent der Stimmen verbesserte sich die Fraktion um drei Mandate und zieht künftig mit zehn Vertreterinnen und Vertretern in die Vollversammlung ein. Spitzenkandidat Roman Linder, der den zweiten Vizepräsidenten in der Landwirtschaftskammer stellt, wertete das Resultat als starkes Ergebnis. Landesparteiobmann Erwin Angerer feierte ebenfalls die Vertreter und sprach vom stärksten Ergebnis seit 25 Jahren bei der Landwirtschaftskammerwahl in Kärnten sowie von einem Teil einer blauen Erfolgswelle und dem Ausdruck des Wunsches nach einem Systemwechsel in der Interessenvertretung der heimischen Bauern.

Wir sind die Wahlgewinner des Abends und so stark wie seit 25 Jahren nicht mehr. Ich bin stolz auf die Kandidatinnen und Kandidaten, wir haben als Team gewonnen.
Roman Linder, Spitzenkandidat der Freiheitlichen und Unabhängigen Bauernschaft
Kleinere Listen verlieren Mandate bei leichter Steigerung der Wahlbeteiligung
Die Gemeinschaft der Kärntner Bäuerinnen und Bauern (SJK) mit Listenerstem Marjan Čik landete auf Platz drei und hielt trotz eines leichten Rückgangs auf 10,93 Prozent (ein Minus von 0,73 Prozentpunkten) ihre vier Mandate und behielt ihren Vorstandssitz. Marjan Čik äußerte sich überglücklich darüber, dass man sich zwischen den Platzhirschen behauptet habe und den Sitz im Vorstand halten konnte. Ebenfalls drei Mandate sicherten sich die SPÖ-Bäuerinnen und Bauern unter ihrem neuen Spitzenkandidaten Ralph Dörflinger, womit sie von 10,9 auf 8,5 Prozent absackten und einen Sitz im Vergleich zu 2021 verloren. Die SPÖ-Bäuerinnen und Bauern hatten kurz vor der Wahl noch mehrere Anträge im Landtag eingebracht und eine stärkere Berücksichtigung der Arbeit am Hof, einfachere Verfahren und langfristig abgesicherte Vorsorgemaßnahmen gefordert. Ralph Dörflinger betonte, dass man zwar mit dem Ziel angetreten sei, stärker zu werden, das Resultat für sie jedoch ein Auftrag sei, dranzubleiben und sich weiterhin mit ganzer Kraft für die landwirtschaftliche Bevölkerung einzusetzen.
Die Liste Heimo Urbas vom Österreichischen Unabhängigen Bauernverband kam nach dem Überraschungserfolg bei der vergangenen Wahl von sechs Prozent heuer auf 4,71 Prozent und büßte ein Mandat ein, hält künftig aber noch einen Sitz im Parlament. Vertreter Hermann Eberhard erklärte dazu, dass es bei einem Spiel Sieger und Verlierer gebe, aber nicht bei einer Wahl, und wünschte sich künftig eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe ohne politische Agitation, weil es um die Anliegen der Bäuerinnen und Bauern gehe. Die Grünen Bäuerinnen und Bauern unter Karlheinz Gigler verfehlten hingegen den erneuten Einzug in die Vollversammlung, wobei ihr Ergebnis im Vergleich zu 2021 fast halbiert wurde und sie mit 2,55 Prozent ihr einziges Mandat verloren. Karlheinz Gigler äußerte sich enttäuscht darüber, dass man das Ziel nicht erreicht habe und in der künftigen Vollversammlung nicht mehr vertreten sein werde. Die Wahlbeteiligung verzeichnete einen leichten Anstieg von 36,02 auf 36,34 Prozent.

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