In der Castingshow „The Voice of Germany“ weigerte sich die 20-jährige Kandidatin Jessica Paulo am 23. Oktober 2026, gemeinsam mit Tenor Hank das klassische Marienlied „Ave Mariazu singen.
Die Schweizerin begründete dies mit ihrem evangelischen Glauben.
Streit um das „Ave Maria“ in den Battles
Eigentlich sahen die Vorbereitungen für die aktuelle Battles-Runde der Fernsehshow ein Duett zwischen der jungen Popsängerin und dem 46-jährigen klassischen Sänger vor (wie T-Online berichtete). Doch als Jessica Paulo erfuhr, dass es sich bei dem zugeteilten Musikstück um ein katholisches Gebet an die Gottesmutter handelt, lehnte sie die Darbietung strikt ab.
Dieser Song ist ein katholischer Song. Ich bin evangelisch. Dieser Song geht direkt an Maria. Es ist ein Gebet zu ihr. Wir beten Maria nicht an. Ich bete nur Jesus Christus an.
Jessica Paulo, Kandidatin bei The Voice of Germany
Auch einen weltlichen oder nicht-christlichen Titel lehnte die Sängerin für den Auftritt ab (unter anderem berichtete WEB.DE darüber). Ihr Duettpartner Hank zeigte wenig Verständnis für die religiösen Einwände und sah sich in einer ausweglosen Situation (laut der österreichischen Zeitung Heute).
Ich will einfach nur Musiker sein und kein Prediger. Ich will keine Predigten halten und ich möchte nicht über meinen Glauben singen. Das ist etwas sehr Persönliches für mich.
Hank, Duettpartner und Tenor
Shirin Davids Sonderweg und die Kritik der Coaches
Coach Shirin David erfuhr erst beim ersten gemeinsamen Probetraining von der Blockade ihrer Schützlinge (wie das Schweizer Portal 20 Minuten schilderte). Die Rapperin zeigte sich überrascht von der Situation, da ein solcher Konflikt in ihren bisherigen drei Staffeln noch nicht vorgekommen war.
Ich bin einfach komplett schockiert, dass die diesen Song nicht singen wollen. Das ist eine vollkommen neue Situation für mich. Ich muss mich jetzt erst mal sortieren.
Shirin David, Coach
Um das Team nicht komplett umstellen zu müssen und beiden Talenten gerecht zu werden, entschied sich die Rapperin für eine in der Sendungsgeschichte einmalige Ausnahmeregelung. Statt eines gemeinsamen Duetts traten Hank und Jessica Paulo nacheinander mit Solonummern an (so TV Spielfilm).

| Kandidat | Vorheriges Lied | Ausgewählter Song für die Soli |
|---|---|---|
| Jessica Paulo | „Oceans“ | „Gratitude“ von Brandon Lake |
| Hank | (Klassischer Sänger) | „The Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel |
Bei den anderen Coaches stieß diese Sonderbehandlung auf geteilte Reaktionen. Michi Beck von den Fantastischen Vier äußerte Unverständnis und erklärte, dass man in früheren Fällen gemeinsam nach einem Song gesucht habe, bei dem sich beide Beteiligten wohlfühlen (wie Domradio berichtete). Popstar Nico Santos bedauerte die Entwicklung und betonte, dass der Glaube Menschen eigentlich zusammenbringen sollte.
Theologische Einordnung und das Weiterkommen beider Kandidaten
Theologen wiesen darauf hin, dass Jessica Paulos Annahme über die katholische Marienverehrung theologisch nicht korrekt war. Auch nach katholischer Lehre gebührt Anbetung allein Gott in seinen drei Personen, während Maria lediglich verehrt und um Fürbitte gebeten wird (wie auf katholisch.de erläutert wurde).

Trotz der Diskussionen endete der Abend für beide Sänger erfolgreich. Shirin David zeigte sich nach den Solo-Auftritten tief beeindruckt und nahm sowohl Hank als auch Jessica Paulo mit in die nächste Runde der Castingshow.