Nach der Vergrösserung des Fashion Outlets in Landquart Graubünden staut sich der Verkehr an Wochenenden regelmässig auf die A13 zurück. Das Bundesamt für Strassen und die Betreiber prüfen neue Massnahmen, während Politiker in Graubünden schärfere Schritte gegen den Ausweichverkehr in den Dörfern fordern.
Die Vergrösserung des Landquart Fashion Outlets auf eine Verkaufsfläche von 27’000 Quadratmetern zieht spürbar mehr Kundschaft an. Gleichzeitig haben acht neue Marken Einzug gehalten, darunter der Schuhhersteller Birkenstock, der Beauty-Anbieter L’Oréal, der Glarner Chocolatier Läderach sowie der Schweizer Flagship-Store des Sportartikel-Giganten Nike, der Ende April eröffnet wurde.
Verkehrschaos und Nadelöhre auf der A13
Der wirtschaftliche Erfolg des erweiterten Einkaufszentrums hat jedoch eine massive Zunahme des Strassenverkehrs zur Folge. Vor allem an den Wochenenden benötigen Autofahrer starke Nerven, wenn die Autobahnausfahrt aus Richtung Chur zum Nadelöhr wird. Laut den Berichten der Südostschweiz reicht die Blechlawine dabei teilweise bis direkt auf die Fahrspur der A13 zurück, was erhebliche Gefahren birgt.
Die angespannte Verkehrssituation entsteht durch das Zusammentreffen verschiedener Faktoren. Neben den Outlet-Kunden, die teilweise von weit her anreisen, drängen sich am Wochenende zahlreiche Ausflügler und Touristen aus den Bündner Bergen auf der A13. Hinzu kommen bestehende Baustellen auf der Autobahn sowie der Umbau des Bahnhofs Landquart, der voraussichtlich noch bis 2032 andauert.
Gegenmassnahmen von Astra und Outlet
Das Bundesamt für Strassen, kurz Astra, hatte die Zunahme des Verkehrs im Zuge des Ausbaus bereits vorausgesehen und reagiert. Am grossen Kreisel beim Outlet wurde eine Lichtsignalanlage installiert, die verhindern soll, dass wartende Fahrzeuge die Autobahnausfahrt blockieren. Zusätzliche Wegweiser lotsen Autofahrer zudem zu den Parkplätzen.
Auch das Fashion Outlet selbst versucht aktiv, die Strassen zu entlasten. Kundinnen und Kunden, die mit der Rhätischen Bahn anreisen und mindestens 100 Franken einkaufen, erhalten die Rückfahrt auf dem gesamten RhB-Netz geschenkt. Ergänzend dazu sind eine zusätzliche Bushaltestelle sowie Verbesserungen an den Velowegen geplant.
Politische Reaktionen und Forderungen nach Bussen
Die bisherigen Massnahmen reichen jedoch nicht aus, um die Probleme zu lösen. Das Astra prüft deshalb weitere Lösungen für den Verkehrsknoten rund um die Autobahnen A13 und A28, wobei zusätzliche Massnahmen auf der Autobahn ab 2029 greifen sollen. Der Gemeindepräsident von Landquart, Andreas Thöny, zeigt sich gegenüber der Südostschweiz wenig optimistisch: Langfristig wird sich die Situation wieder verschärfen und kaum entspannen
, zitiert ihn die Zeitung.
Unterdessen schaltet sich die Politik ein, da Bündnerinnen und Bündner unter den negativen Auswirkungen leiden. Die Gemeinde Domat/Ems hat bereits reagiert, da sich der Ausweichverkehr bei überfüllter A13 regelmässig im Dorf staut. An Tagen mit besonders hohem Verkehrsaufkommen wie Ostern dürfen Einheimische dort eine sonst gesperrte Strasse nutzen, um die Touristenschlange zu umfahren.
Mehrere politische Vorstösse sowohl von der SVP als auch von linker Seite zeigen, dass Bündner Politiker im Kampf gegen den Ausweichverkehr noch weitergehen möchten. Im Kanton Graubünden soll ein Modell geprüft werden, das bereits aus der Gemeinde Birsfelden im Kanton Basel-Landschaft bekannt ist: Touristen, die trotz Verboten durch die Dörfer fahren, sollen demnach mit Bussen belegt werden.
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