Eine internationale Expertenkommission hat 17 große Gefahren für die Menschheit bis zum Jahr 2100 untersucht. Unter Hunderten analysierten Bedrohungen stufen die Fachleute zwei Szenarien als existenzielle Risiken ein, die laut ihrer Untersuchung das Potenzial haben, die Menschheit auszulöschen.
Wie gefährlich werden die kommenden Jahrzehnte? Um diese Frage zu beantworten, hat die „Lancet Commission on 21st Century Global Threats to HealthHunderte mögliche Bedrohungen untersucht und in einer Studie 17 Katastrophen-Risiken herausgefiltert.
Atomkrieg und Künstliche Intelligenz als existenzielle Bedrohungen
Auf der langen Liste der Forscher stehen unter anderem der Klimawandel, Pandemien, Luftverschmutzung, Antibiotikaresistenzen, Fettleibigkeit, psychische Erkrankungen, soziale Ungleichheit und Kriege.
Die Wissenschaftler betonen allerdings ausdrücklich, dass sie den tatsächlichen Eintritt dieser Schreckensszenarien nicht vorhersagen. Insbesondere bei den Berechnungen zu KI und Atomkrieg gibt es laut der Untersuchung größere Unsicherheiten. Im Gegensatz zu vielen Krankheiten oder dem Klimawandel können die Forscher in diesen Bereichen nicht auf jahrzehntelange Daten zurückgreifen.
Verlorene Lebensjahre durch den Klimawandel
Deutlich greifbarer sind die Berechnungen der Kommission beim Klimawandel. Die Studie arbeitet hier mit dem Konzept der sogenannten verlorenen Lebensjahre, in das einfließt, wie viel gesunde Lebenszeit durch einen frühen Tod oder gesundheitliche Beeinträchtigungen verloren geht. Rechnet man dies über die gesamte Weltbevölkerung bis zum Jahr 2100 zusammen, zeigt sich ein massiver Unterschied bei der Erderwärmung: Wenn der Temperaturanstieg auf rund 1,8 Grad begrenzt wird anstatt auf 4,4 Grad zu steigen, könnten demnach 1,89 Milliarden gesunde Lebensjahre erhalten bleiben.
Das Bemerkenswerte ist nicht nur das Ausmaß dieser Bedrohungen, sondern auch, dass die Menschheit noch immer die Möglichkeit hat, zu handeln.
Christopher J. L. Murray, Kommissionsleiter
Trotz der alarmierenden Liste enthält die Untersuchung auch eine positive Botschaft: Vieles liegt weiterhin in der Hand der Gesellschaft. Kommissionsleiter Christopher J. L. Murray betont, dass die politischen Entscheidungen von heute die Gesundheit und das Wohlergehen der kommenden Generationen maßgeblich prägen.
Verwandte Artikel