Wissenschaftler haben auf dem Truppenübungsplatz Castlemartin in Pembrokeshire erstmals seit sechs Jahrzehnten wieder Larven des extrem seltenen Kurzhalst Ölkäfers in Wales entdeckt. Der Fund belegt nach einer jahrelangen Suche und dem Fund einzelner toter Tiere im Vorjahr die erfolgreiche Reproduktion der stark gefährdeten Art in ihrem einzigen walisischen Habitat.
Rückkehr nach sechzig Jahren am Castlemartin Range
In Pembrokeshire ist der Kurzhalst Ölkäfer (Meloe brevicollis) nach jahrzehntelanger Abwesenheit wieder nachgewiesen worden. Nach Angaben von Naturschützern galt die Art in Wales seit dem Jahr 1948 als verschollen, nachdem der fortschreitende Verlust passender Lebensräume den Bestand an den Rand der Auslöschung getrieben hatte. Erst in jüngerer Zeit gelang Naturschützern eine schrittweise Wiederentdeckung in anderen Teilen Großbritanniens, darunter 2006 in Devon und 2009 auf der schottischen Insel Coll, gefolgt von weiteren Populationen auf den Äußeren Hebriden.
Heute bietet der Castlemartin Range in Pembrokeshire den letzten bekannten Zufluchtsort des Käfers in ganz Wales. Dort durchkämmen Fachleute seit drei Jahren systematisch das Gelände, nachdem im Vorjahr bei Begehungen lediglich tote Alttiere entdeckt worden waren und Befürchtungen über das endgültige Aus der lokalen Population laut wurden.
Komplexer Lebenszyklus und strenge Habitatansprüche
Der rund bis zu 24 Millimeter große Kurzhalst Ölkäfer besitzt einen ausgesprochen spezialisierten Lebenszyklus, der ihn besonders anfällig für Umweltveränderungen macht. Die Insekten sind für ihre Fortpflanzung zwingend auf solitary Bienen angewiesen. Die Larven des Käfers, sogenannte Triungulinen, klammern sich an Blüten besuchende Bienen fest, um sich in deren Nester transportieren zu lassen und sich dort von gesammeltem Blütenstaub zu ernähren.

Parallel dazu verlangt die Art nach einer exakten Kombination aus offenem Erdreich für die Eiablage, dichter Blumenvegetation für die Reproduktion und reichlich Vegetation als Schutz. Solche Bedingungen finden sich im Vereinigten Königreich mittlerweile nur noch an extrem wenigen Standorten. In Wales leistet dazu das Programm Natur am Byth
wertvolle Arbeit, das als walisisches Leuchtturm-Programm für den Artenschutz vom National Lottery Heritage Fund unterstützt wird.
Erleichterung bei Naturschützern und der Bumblebee Conservation Trust
Die Entdeckung kleinerer Larven auf einer begrenzten Fläche des Militärgeländes im Herbst 2026 werten die beteiligten Organisationen als klaren Erfolg der langjährigen Monitoring-Arbeit. Natural Resources Wales (NRW) bestätigte, dass Anzahl und Verteilung der Funde auf einen größeren Schlupf hindeuten.

Anna Hobbs, Projektbeauftragte für den Bumblebee Conservation Trust, erklärte gegenüber Yahoo: „Es war sehr aufregend, diese Art und Belege für ihre Fortpflanzung wiederzufinden, besonders wenn man bedenkt, dass dies die letzte Begehung für diese Art in unserem Projekt sein wird.
Zugleich unterstrichen die Verantwortlichen, dass Schutzmaßnahmen immer mehrere Arten im selben Lebensraum berücksichtigen müssen. Die parallele Förderung von Pflanzen wie der Goldilocks Aster oder dem Pale Dog Violet bildet die ökologische Grundlage, von der sowohl der Käfer als auch die namensgebende Shrill Carder Bee profitieren.
Fortlaufendes Monitoring im Rahmen des Artenschutzprogramms
Die Schutzbemühungen auf dem Areal gehen nahtlos weiter. Nach dem erfolgreichen Nachweis der Brutaktivität blicken die Beteiligten auf die kommenden Pflege- und Beobachtungsphasen. Anne Hobbs zeigte sich dankbar für die Ausdauer aller Partner und Freiwilligen, die trotz zweier Jahre ohne jegliche Larvensichtung an dem Projekt festgehalten hatten. Die systematischen Erfassungen und ehrenamtlichen Aktionen des Programms werden fortgeführt, um den Fortbestand des seltenen Käfers dauerhaft zu sichern.
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