Am Sonntag, den 17. Mai 2026, wurde eine 67-jährige Frau in Oberlienz (Osttirol) durch eine Kuhattacke getötet, während ihr 65-jähriger Ehemann schwer verletzt wurde. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen laufen noch.
Tödliche Kuhattacke in Osttirol: 67-Jährige stirbt auf Weide
Dramatische Szenen spielten sich am Sonntagmittag auf einer ausgeschilderten Weide im Talboden bei Oberlienz in Osttirol ab. Eine Kuhherde ging dort auf ein einheimisches Ehepaar los: Die 67-jährige Frau starb noch am Unfallort, ihr 65-jähriger Ehemann wurde mit schweren Verletzungen per Hubschrauber in die Klinik Innsbruck geflogen.
Laut Polizeiangaben grasten rund 50 Kühe auf der Gemeinschaftsweide, die sich auf einer Höhe von etwa 1.000 Metern befindet. Die genauen Ursachen für das aggressive Verhalten der Tiere sind noch unklar. Die Ermittlungen laufen, doch erste Hinweise deuten darauf hin, dass das Ehepaar die Gefahr möglicherweise unterschätzt oder die Herde nicht rechtzeitig bemerkt hat.
Ermittlungen zu Ursache und Vorfall im Gange
Die Polizei hat die genauen Umstände des Angriffs noch nicht vollständig aufgeklärt. Laut ersten Erkenntnissen war das Ehepaar zu Fuß unterwegs, ohne dass ein Hund als Provokateur in Erscheinung trat – ein Faktor, der bei früheren Kuhattacken in den Alpenregionen oft eine Rolle spielte.
Ein Polizeisprecher bestätigte, dass die Zahl der beteiligten Kühe bei „mittleren zweistelligen Zahlen“ lag, wobei der ORF von 30 bis 40 Tieren berichtet. Der Ehemann konnte noch einen Notruf absetzen, bevor er schwer verletzt wurde. Die genauen Beweggründe der Tiere bleiben jedoch rätselhaft.
„Der Grund für das aggressive Verhalten der Tiere ist noch unklar“, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittler prüfen derzeit, ob es sich um eine spontane Reaktion der Herde handelte oder ob äußere Faktoren wie Lärm oder Störungen eine Rolle spielten.
Hintergrund: Wiederholte Vorfälle in den Alpen
Die tödliche Kuhattacke in Osttirol ist kein Einzelfall. Bereits im September 2025 starb ein 85-Jähriger in Ramsau am Dachstein nach einem Angriff durch eine Kuhherde. Auch dort waren Wanderer betroffen, die mit ihren Hunden auf einer Weide unterwegs waren. Solche Vorfälle zeigen, dass Kühe in bestimmten Situationen – etwa wenn sie ihre Jungtiere beschützen – extrem aggressiv reagieren können.

Behörden und Bauernverbände raten seit Jahren zu erhöhter Vorsicht in Weidegebieten. Besonders in der Übergangszeit zwischen Almabtrieb und Almbeginn, wie aktuell in Osttirol, ist das Risiko erhöht, da viele Herden auf den Feldern weiden und nicht auf den Almen.
Was kommt als Nächstes?
Die Ermittlungen in Osttirol konzentrieren sich derzeit auf die Klärung der genauen Abläufe des Angriffs. Ob es rechtliche Konsequenzen für den Landwirt oder die Gemeinde gibt, hängt von den Ergebnissen ab. Die Polizei betont, dass solche Vorfälle selten sind, aber die Gefahren durch Weidetiere nicht unterschätzt werden sollten.
Für Wanderer und Spaziergänger in den Alpen gilt weiterhin: Weidegebiete meiden, besonders wenn Kühe mit Kälbern unterwegs sind, und auf Warnschilder achten. Die Behörden werden die Situation weiter beobachten und gegebenenfalls neue Sicherheitshinweise herausgeben.