Die Übernahme der National Park Foundation
Der vorliegende Zwischenbericht mit dem Titel Von Eitelkeit zu Wahnsinn: Wie das Weiße Haus das amerikanische Volk um seinen 250. Geburtstag betrogen hat
, beschreibt eine systematische Strategie des Weißen Hauses, um die nationalen Jubiläumsfeierlichkeiten unter seine Kontrolle zu bringen. Laut The Guardian wurde eine Schattenorganisation namens Freedom 250 als Tochtergesellschaft der National Park Foundation (NPF) gegründet, um die ursprünglich überparteilich geplante America250 Foundation zu verdrängen.
Indem das Weiße Haus die NPF-Vorstandsebene mit Kampagnenstrategen wie Meredith O’Rourke und Chris LaCivita besetzte, schuf es ein Instrument, das die steuerliche Befreiung und Glaubwürdigkeit der NPF nutzte, während es gleichzeitig außerhalb der üblichen Transparenzgesetze für Regierungsbehörden agierte. Das Ziel dieser feindlichen Übernahme
war es, die Feierlichkeiten zur Förderung einer politischen Ideologie und Lieblingsprojekte
zu instrumentalisieren.
„Ich kann mich in meiner Zeit im Kongress an nichts auch nur im Entferntesten Ähnliches erinnern: zu beobachten, wie diese vertrauenswürdige, ehrwürdige Wohltätigkeitsorganisation, die National Parks Foundation, buchstäblich für eine niederträchtige politische Agenda gekapert wird, die versucht, die Feier des 250. Jahrestags Amerikas zu stehlen und in etwas zu verwandeln, bei dem es nur noch um Trump geht, diese sehr spaltende Agenda vorantreibt und sogar Trump und sein Umfeld bereichert.“

Jared Huffman, Demokratischer Abgeordneter aus Kalifornien, via The Guardian
Vorwürfe des Betrugs bei Spendengeldern

Die schwerwiegendsten Anschuldigungen betreffen den Umgang mit privaten Spenden. Wie The Daily Beast berichtet, wird Freedom 250 vorgeworfen, Spender bewusst in die Irre geführt zu haben. Personen, die eigentlich die überparteiliche America250 Foundation unterstützen wollten, erhielten mutmaßlich Überweisungsanweisungen, die direkt zu den Bankkonten von Freedom 250 führten.
Zusätzlich zu diesen technischen Manipulationen gab es laut Haus-Demokraten eine aggressive Outreach
-Kampagne. Unternehmenssponsoren wurden unter Druck gesetzt, ihre Gelder an die Trump-nahe Organisation zu überweisen, wobei ihnen teilweise mitgeteilt wurde, sie hätten für Spenden an America250 kein grünes Licht
. Diese Taktik führte zu massiver Verwirrung bei Firmenführern über die Identität und den Zweck der beiden Organisationen.
Die rechtliche Bewertung dieser Vorgänge ist brisant. Huffman betonte gegenüber der Washington Post, dass er zwar nicht formell erklären könne, dass ein Verbrechen begangen wurde, er aber die Elemente des Betrugs
erkenne und Beweise für diese vorlägen. Die Demokraten prüfen derzeit, ob hier Verstöße gegen Gesetze zum Drahtbetrug (Wire Fraud) und zum Betrug bei wohltätigen Spenden vorliegen.
Event Strategies Inc. und die Rolle von Justin Caporale
Hinter der logistischen Umsetzung der Feierlichkeiten steht die private Firma Event Strategies Inc. (ESI), die bereits in der Vergangenheit eine zentrale Rolle in Trumps öffentlichen Auftritten spielte. Laut Mother Jones organisierte ESI vor fünf Jahren die Kundgebung am 6. Januar 2021 am Ellipse, die dem Sturm auf das Kapitol vorausging.
Seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus erhielt ESI staatliche Verträge in Millionenhöhe, oft ohne wettbewerbsorientierte Ausschreibungen. Besonders problematisch ist die Doppelfunktion von Justin Caporale: Er ist Partner bei ESI und gleichzeitig als Executive Producer für Major Events and Public Appearances
für Trumps externe Operationen tätig.
Diese Konstellation führt zu einer erheblichen Interessenkollision. Caporale plant im Weißen Haus die Budgets und Abläufe für die Jubiläumsfeierlichkeiten und profitiert gleichzeitig über seine private Firma ESI von der Ausführung dieser Verträge.
„Er schreibt praktisch seine eigenen Schecks.“
Jared Huffman, Demokratischer Abgeordneter, via Mother Jones
Kritiker aus Beobachtungsgruppen wie Public Citizen bezeichnen dies als schmierige Selbstbedienung
, während das Revolving Door Project betont, dass solche Hintertür-Arrangements gegen grundlegende Prinzipien des Bundesethikrechts verstoßen.
Ein schwacher Start für die „Great American State Fair“
Trotz des massiven finanziellen Aufwands und der staatlichen Unterstützung ist die öffentliche Resonanz auf die von Freedom 250 organisierten Veranstaltungen bislang gering. Die „Great American State Fair“ auf dem National Mall leidet unter einer auffällig niedrigen Besucherzahl.
Die Diskrepanz zwischen dem Anspruch und der Realität führte bereits zu internen Spannungen. CNN berichtete, dass Trump nach einer Rede auf dem National Mall, die nur wenige Zuschauer anzog, sichtlich verärgert war. Diese mangelnde Beteiligung löst nun Panik im Umfeld von Freedom 250 aus, da für den 4. Juli eine massive Kundgebung geplant ist.
Das Programm für den Unabhängigkeitstag sieht vor:
- Eine
spektakuläre Trump-Kundgebung
mit einer ausführlichen Rede des Präsidenten. - Ein Überflug von 17 Flugzeugen und eine Parade.
- Ein Feuerwerk, das laut Trump das größte in der Weltgeschichte werden soll.
Zuvor hatte Freedom 250 am 14. Juni eine UFC-Veranstaltung im Weißen Haus organisiert, die zeitlich mit Trumps 80. Geburtstag zusammenfiel. Diese Events unterstreichen die Kritik der Demokraten, dass die nationalen Feierlichkeiten in eine Serie von tacky
(geschmacklosen), MAGA-geprägten Spektakeln verwandelt wurden, anstatt dem überparteiligen Geist der Nation zu entsprechen.
Sollten die Demokraten bei den kommenden Zwischenwahlen die Kontrolle über das Repräsentantenhaus zurückgewinnen, ist mit weitreichenden Untersuchungen gegen Freedom 250 und die Vergabe der ESI-Verträge zu rechnen. Bis dahin bleibt die Frage, ob das geplante Mega-Feuerwerk am 4. Juli die politische und rechtliche Kontroverse übertönen kann.
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