Mit Zustimmungswerten von 51,9 Prozent und 49,7 Prozent gehört Künstliche Intelligenz in den USA erstmals zu den zehn größten Sorgen der Bevölkerung. Das zeigt die aktuelle Umfrage der Chapman University. Neben Arbeitsplatzsorgen stehen vor allem wirtschaftliche und politische Folgen im Fokus, während eine separate Umfrage sogar Ängste vor einer Auslöschung der Menschheit dokumentiert.
Kriege, Katastrophen und wirtschaftliche Krisen bestimmen seit jeher die Sorgenlisten in den Vereinigten Staaten. Nun taucht erstmals auch ein technologisches Thema in den Top Ten auf. Laut der jährlichen Umfrage der Chapman University zu den sogenannten Amerikanischen Ängsten
bereitet Künstliche Intelligenz vielen Befragten erhebliche Sorgen, wie die Ergebnisse belegen.
KI in Politik und Wirtschaft
Themen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz landeten auf dem dritten und siebten Platz der Untersuchung. Dabei geht es den Angaben zufolge längst nicht mehr nur um den Wandel oder den Verlust von Arbeitsplätzen. Im Zentrum stehen mögliche politische und wirtschaftliche Folgen.
Christopher Bader, Soziologieprofessor und Gründer der Chapman-Umfrage, betont, dass die Sorgen weit über die direkten Auswirkungen auf die Arbeitswelt hinausgehen.
Noch drastischer fallen die Ergebnisse einer Befragung von Politico
aus.
Dort äußerte die Mehrheit der Leser die Befürchtung, dass Künstliche Intelligenz eines Tages sogar die gesamte Menschheit auslöschen könnte.
Nutzungsverhalten und alte Bedrohungen
Die Umfragezahlen zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der KI-Nutzung und der Risikowahrnehmung. Unter Menschen, die mindestens einmal pro Woche Künstliche Intelligenz verwenden, befürchten 46 Prozent, dass die Technologie dem politischen System schaden könnte. Bei Personen, die KI überhaupt nicht nutzen, liegt dieser Wert bei 55 Prozent. Die Forscher weisen jedoch darauf hin, dass es sich hierbei lediglich um eine Korrelation handelt; ein direkter Kausalzusammenhang lässt sich aus den Daten nicht ableiten.
Im Gesamtvergleich rangieren die Ängste vor KI teilweise sogar vor sehr persönlichen Sorgen wie einer schweren Erkrankung oder dem Tod nahestehender Menschen.
An der Spitze der Liste stehen unverändert andere Bedrohungen: 61,1 Prozent der Befragten fürchten korrupte Regierungsmitglieder, gefolgt von der Angst vor einer Beteiligung der USA an einem Dritten Weltkrieg.
Weitere genannte Sorgen betreffen einen allgemeinen wirtschaftlichen Zusammenbruch, die staatliche Überwachung persönlicher Daten, biologische Kriegsführung und Terroranschläge.
Professor Bader rechnet nicht damit, dass das Thema in absehbarer Zeit an Relevanz verliert. Seiner Einschätzung nach dürfte die Angst vor Künstlicher Intelligenz auch in den kommenden Jahren ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Debatte in den USA bleiben.
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