September 2026 scharfe Kritik an Kanada geäußert. Grund ist Ottawas Unterstützung für US-geführte Operationen und Sanktionen zur Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Teheran warft der kanadischen Regierung strategische Verwirrung und Unterwürfigkeit vor.
Die diplomatischen Spannungen zwischen Teheran und Ottawa haben sich spürbar verschärft. Hintergrund sind die anhaltenden Blockaden in der Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung transportiert wird. Durch die Krise sind nach aktuellen Berichten über 1.500 Handelsschiffe in dem nur rund 21 Meilen breiten Gewässer effektiv blockiert.
Teherans scharfe Kritik an Ottawas Kurs
In einer offiziellen Erklärung über die Plattform X kritisierte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, die kanadische Haltung massiv. Baghaei bezeichnete das Vorgehen Ottawas als eine Darstellung strategischer Verwirrung und Unterwürfigkeit gegenüber Einschüchterung. Kanada versuche, die Vereinigten Staaten zu besänftigen, und ignorierte dabei die Souveränität des Landes, nachdem der US-Präsident das gesamte kanadische Staatsgebiet zuvor in einem Beitrag als Teil der Vereinigten Staaten dargestellt hatte. Baghaei warbez sich auf einen Beitrag von US-Präsident Donald Trump, der das US-Territorium einschließlich Kanadas, Grönlands und Islands zeigte, während Trump in seiner zweiten Amtszeit wiederholt Äußerungen darüber gemacht hat, Kanada zum 51. US-Bundesstaat zu machen und das zu Dänemark gehörende Grönland zu annektieren.

Canada cannot credibly present itself as a champion of ‚peace and security,‘ ‚freedom of navigation,‘ and ‚international law‘ while simultaneously backing U.S. military aggression and Washington’s illegal, interventionist actions in our region.
Esmaeil Baghaei, Sprecher des iranischen Außenministeriums
Baghaei bezeichnete diesen Kurs als weder „Diplomatie“ noch „verantwortungsvolle Staatskunst“ und fügte hinzu, es sei eine Entscheidung, die Kanada selbst nicht einmal vor amerikanischem Mobbing und Aggression schützen werde. Er stellte die Frage, warum Ottawa sich nach der Erfahrung amerikanischer Bösgläubigkeit und dem Wissen, dass US-Unterschriften „mit Bleistift geschriebenseien, für die Unterstützung Washingtons entscheiden würde.
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Baghaei warnte zudem, dass eine solche Politik Ottawa nicht vor amerikanischem Druck schützen werde. Er warf Washington amerikanische Bösgläubigkeit vor und betonte, dass US-Unterschriften buchstäblich mit Bleistift geschrieben seien.
Kanadas gemeinsame Front mit den G7-Partnern
Die iranischen Angriffe folgen auf einen gemeinsamen außen- und finanzpolitischen Vorstoß der kanadischen Regierung. Die kanadische Außenministerin Anita Anand und Finanzminister François-Philippe Champagne hatten am 6. September 2026 eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht. Darin verurteilten sie Teherans destabilisierende Aktivitäten im Nahen Osten und forderten ein sofortiges Ende der Bedrohungen für die Handelsschifffahrt im Persischen Golf, wobei sie insbesondere die anhaltenden Drohungen gegen Schiffe auf der Durchfahrt durch die Straße von Hormus, das Streben nach unzulässigen nuklearen Aktivitäten und die Unterstützung regionaler Stellvertretergruppen hervorhoben.

Ottawa bekräftigte in dem Statement die enge Zusammenarbeit mit den G7-Staaten. Ziel ist es, den Druck durch weitere Wirtschaftssanktionen und Maßnahmen aufrechtzuerhalten. Konkret unterstützt Kanada die von den USA, Frankreich und Großbritannien geführten Bemühungen zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus sowie die Beteiligung an der US-geführten Initiative Operation Economic Outcast, einer Kampagne für maximalen Druck zur Unterbrechung von Finanzierungsquellen.
Sanktionen und Handelskonflikte im Hintergrund
Kanada baut mit diesen Schritten sein bereits umfangreiches Sanktionsregime gegen den Iran weiter aus. Bereits im August 2026 sanktionierte Ottawa fünf hochrangige iranische Amtsträger direkt, die für die Behinderung der Schifffahrtsrechte verantwortlich gemacht werden. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der von Kanada sanktionierten iranischen Personen und Einrichtungen auf 492, gestützt auf das kanadische Sondergesetz für Wirtschaftsmaßnahmen (SEMA) sowie das Gesetz für die Opfer korrupter ausländischer Amtsträger, welche seit 2010 gegen das Land angewandt werden.

Die diplomatische Eskalation findet vor dem Hintergrund eines parallelen Handelskrieges zwischen Kanada und den USA statt. Nachdem die Handelsgespräche zwischen Ottawa und Washington im Vormonat kollabiert waren und der kanadische Premierminister Mark Carney erklärt hatte, dass die US-Forderungen zu weit gegangen seien, da sie zu viel verlangten und zu wenig anboten, belegten die USA kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar mit Zöllen. Als Reaktion darauf kündigte Ottawa dollar-gleiche Gegenzölle an. Die gegenwärtige Krise reicht bis zum 28. Februar 2026 zurück, als der Iran als Reaktion auf US-amerikanische und israelische Militärschläge Maßnahmen einleitete, die den Handelsverkehr und die Freiheit der Schifffahrt im Nadelöhr der Straße von Hormus beeinträchtigten.
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