Julia Mayer hat am Sonntag beim Graz-Marathon mit einer Zeit von einer Stunde, zehn Minuten und elf Sekunden einen neuen österreichischen Halbmarathon-Rekord aufgestellt. Die Leistung bedeutet eine Verbesserung ihrer eigenen Bestmarke um 43 Sekunden und bringt die Athletin ihrem nächsten großen Formtest in Valencia näher.
Die österreichische Leichtathletik-Szene hat einen neuen Bestwert im Straßenlauf.
Das Rennen in Graz und der Streckenverlauf
Das Rennen verlief für die Athletin nicht ohne taktische Herausforderungen. Da offizielle Tempomacher fehlten, musste Mayer den Großteil der Distanz im Alleingang absolvieren; laut ÖLV erklärte sie dazu, dass das Fehlen von Tempomachern und das weitgehend alleinige Laufen hart waren. Trotz dieser physischen Hürde passten die äußeren Bedingungen. Der ÖLV bestätigte überdies, dass perfektes Wetter herrschte und eine sehr gute sowie intensive Trainingswoche absolviert worden war.
Neben Mayers Rekordfahrt verzeichnete der traditionsreiche Laufwettbewerb in der steirischen Landeshauptstadt zahlreiche weitere Entscheidungen. Im Halbmarathon der Männer verteidigte Vorjahressieger Felix Geieregger seinen Titel erfolgreich und lief nach 1:07:36 Stunden als Erster über die Ziellinie. Hinter ihm belegte Markus Hartinger mit einer Zeit von 1:08:37 den zweiten Platz, gefolgt von Johannes Pell auf dem dritten Rang mit 1:09:16. Bei den Frauen komplettierten Susanne Mark Christopharo in 1:21:45 als Zweite und Ute Pirchan in 1:22:29 als Dritte das Podest hinter der neuen Rekordhalterin.
Auch auf den übrigen Distanzen gab es spannende Wettkämpfe. Im Marathon der Herren verfehlte der kenianische Sieger John Maina Ndirangu mit einer Zeit von 2:11:35 den im Vorfeld erhofften Streckenrekord zwar deutlich, führte aber einen Dreifacherfolg für Kenia an, bei dem Simon Thuku Muchai in 2:13:48 den zweiten Platz und Gilbert Masai in 2:17:58 den dritten Platz belegten. Als bester Österreicher lief Matthias Maldet nach 2:35:48 ins Ziel. Das Frauenrennen im Marathon entschied Bianca Ederer aus Puch bei Weiz mit einer Zeit von 2:51:34 für sich, gefolgt von Julia Bruhn mit 2:53:42 und Michaela Herlbauer mit 3:06:23. Im Viertelmarathon setzte sich Leo Holper in 0:34:44 vor dem Spanier Hugo Habas in 0:34:48 und dem Ungarn Peter Laszlo in 0:34:58 durch; bei den Frauen siegte Lisa Kumpitsch in 0:42:08 vor Lea Reisinger in 0:42:52 und Maria Flecker in 0:43:21.
„Ich weiß nicht, was in Graz immer los ist, aber es hat so ein gewisses Feeling, schwer zu beschreiben. Die Menschen sind alle so im Rennmodus, man wird überall angefeuert und das macht das heute nochmal extrem emotional und besonders.“
Julia Mayer, via ORF
Der nächste Formtest in Valencia im Visir
Lange Zeit zum Ausruhen bleibt der Athletin nach dem Erfolg in der Steiermark nicht. Als nächstes steht ein Trainingslager im österreichischen Ramsau auf dem Terminkalender, worauf der ÖLV und LAOLA1 verweisen, um die Grundlagen für die kommenden internationalen Aufgaben zu legen. Bereits am 25. Oktober will Mayer beim Halbmarathon in Valencia an den Start gehen.

„Mit einer guten Laufgruppe möchte ich dort die 1:10 unterbieten.“
Julia Mayer, via Österreichischer Leichtathletik-Verband und LAOLA1
In Spanien hofft die Niederösterreicherin auf ein kompakteres Läuferfeld, um die psychologische Marke von einer Stunde und zehn Minuten zu knacken.
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