Der scheidende US-Abgeordnete Jared Golden hat in einem am 21. September veröffentlichten Meinungsbeitrag den republikanischen Kongressabgeordneten Mike Lawler überraschend für die Wiederwahl in New Yorks 17. Wahlbezirk unterstützt. Golden begründete diesen Schritt mit gemeinsamer parlamentarischer Arbeit im Repräsentantenhaus, während die Parteispitze der Demokraten die Entscheidung scharf kritisierte.
In einer ungewöhnlichen parteiübergreifenden Geste hat der demokratische Abgeordnete Jared Golden aus Maine angekündigt, den Republikaner Mike Lawler bei dessen Wiederwahl im 17. Kongressbezirk des Bundesstaates New York zu unterstützen. Die am 21. September veröffentlichte Empfehlung markiert einen seltenen Schulterschluss über Parteigrenzen hinweg in einem hart umkämpften Wahlbezirk vor den anstehenden Wahlen im November.
Gemeinsame Arbeit am Schutz der Hummerfischer als Auslöser
Beide Politiker arbeiteten im Repräsentantenhaus eng zusammen, um den Northeast Lobstermen Protection Act voranzutreiben. Das Gesetz zielt darauf ab, strengere Bundesregularien zum Schutz des Nordatlantischen Glattwals aufzuschieben, die von der Fischereiindustrie in Maine seit Jahren kritisiert werden.
Es ist erwähnenswert, wer dieses Gesetz gemeinsam mit mir leitet: der Abgeordnete Mike Lawler, ein Republikaners aus dem Hudson Valley in New York. Es gibt kein einziges Hummerboot in seinem Wahlkreis. Er hat dafür weder Stimmen noch Schlagzeilen in der Heimat erhalten. Er hat sich angeschlossen, weil eine historische amerikanische Industrie, tausende Fischerfamilien und das Prinzip, dass Bundesregeln auf Fakten beruhen sollten, auf dem Spiel standen. Jared Golden, US-Abgeordneter (Demokraten)
Lawler vertritt seit 2023 das Hudson Valley und gehört zu einer Handvoll republikanischer Abgeordneter in den USA, deren Wahlkreise 2024 von der damaligen Vizepräsidentin Kamala Harris gewonnen wurden. Das Cook Political Report stuft das Rennen zwischen Lawler und der demokratischen Herausforderin Cait Conley als ein offenes Duell ein.
Reaktionen und innerparteiliche Kritik aus dem Lager der Demokraten
Die parteiübergreifende Unterstützung blieb im eigenen Lager der Demokraten nicht ohne Widerspruch. Der demokratische Minderheitsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, wies die Empfehlung in einer Erklärung scharf zurück und warf dem Republikaner vor, in entscheidenden Momenten mangelnde parteiübergreifende Haltung gezeigt zu haben.

Aus Verzweiflung betreibt Lawler Schmuggelhandel mit einer Last-Minute-Empfehlung von einem sich zurückziehenden Kongressabgeordneten, der einen auswärtigen Distrikt mehr als 400 Meilen entfernt vertritt. Dieses Ablenkungsmanöver mit Rauch und Spiegeln wird nichts am Ausgang des Rennens ändern. Die Wahl wird von den Menschen in Westchester und im unteren Hudson Valley entschieden. Hakeem Jeffries, demokratischer Minderheitsführer im Repräsentantenhaus
Auch die Führung des Wahlkampfausschusses der Demokraten im Repräsentantenhaus (DCCC) äußerte sich kritisch.
Hintergrund der Zusammenarbeit bei Gewerkschaftsrechten und Gesundheitsversorgung
Neben dem Schutz der Fischereiindustrie verwies Golden auf weitere gemeinsame Projekte. Lawler habe sich auch bei der Wiederherstellung von Kollektivvertragsrechten für Bundesbedienstete sowie bei der Verlängerung von Steuergutschriften im Rahmen des Affordable Care Act (ACA) an der Seite der Demokraten engagiert.
- Northeast Lobstermen Protection Act: Verlängerung einer Aussetzung neuer Bundesvorschriften für die Hummerfischerei bis 2035.
- Arbeitsmarkt und Soziales: Unterstützung von Gesetzesinitiativen zu Gewerkschaftsrechten und ACA-Krediten.
- Bipartisanship: Das Lugar Center listete Lawler im letzten Kongress unter den überparteilichsten Mitgliedern des Hauses.
Lawler selbst reagierte erfreut auf die Unterstützung aus Maine und betonte auf der Plattform X, dass das Wohl der Bürger stets über den Interessen der Partei stehen müsse. Ob die ungewöhnliche Empfehlung des scheidenden Demokraten das Rennen in dem hart umkämpften Vorort von New York maßgeblich beeinflussen wird, bleibt bis zum Wahltag im November offen.