Die Memphis Grizzlies haben den All-Star-Guard Ja Morant am Montag, den 29. Juni 2026, an die Portland Trail Blazers tradeiert. Im Gegenzug erhalten die Grizzlies die Forward-Spieler Jerami Grant und Kris Murray. Der Wechsel markiert das Ende der Morant-Ära in Memphis und einen radikalen Neustart für beide Franchises.
Die Details des Wechsels: Morant gegen Grant und Murray
Photo: NBA.comDer Trade wurde zuerst von Shams Charania über ESPN gemeldet. Memphis gibt damit seinen ehemaligen Franchise-Player ab, um im Gegenzug Jerami Grant und Kris Murray zu gewinnen. Die finanziellen Rahmenbedingungen des Deals sind komplex, insbesondere aufgrund einer sogenannten Trade-Kicker-Klausel in Morants Vertrag.Laut dem Cap-Experten Yossi Gozlan besitzt Morant einen Trade-Kicker von 15 Prozent. Sollte der Deal bereits am Montag oder Dienstag finalisiert werden, würde diese Klausel hinfällig. Würden die Teams hingegen bis nach dem Moratorium am 6. Juli warten, erhielte Morant über die nächsten zwei Jahre zusätzlich 13 Millionen US-Dollar. Dies würde sein Gehalt für die Saison 2026/27 von 42,2 Millionen US-Dollar auf 48,7 Millionen US-Dollar erhöhen.Insgesamt verbleiben für Morant noch zwei Jahre und fast 82 Millionen US-Dollar aus seiner Rookie-Verlängerung. Der Trade ist legal, da die Gehälter von Grant (34,2 Millionen US-Dollar) und Murray (5,3 Millionen US-Dollar) ausreichen, um Morants Gehalt auszugleichen. Allerdings werden die Trail Blazers durch die Aufnahme des höheren Gehalts an die erste Steuergrenze (First Tax Apron) gebunden.
Ein überfülltes Backcourt in Portland
Photo: The Sumter ItemMit der Verpflichtung von Morant baut Portland eine ungewöhnlich dichte Gruppe an Spielmachern auf. Wie NBA.com berichtet, gesellt sich Morant zu Damian Lillard, Scoot Henderson und Jrue Holiday. Alle vier Spieler haben in ihrer Karriere primär als offensive Initiatoren agiert.NBA-Insider Chris Haynes berichtet, dass Portland eine Startformation mit Lillard und Morant im Backcourt sowie dem All-Star-Swingman Deni Avdija auf der Small-Forward-Position plant. Dies stellt das Trainerteam vor eine taktische Herausforderung, da sowohl Lillard als auch Morant den Ball dominieren müssen, um effektiv zu sein.Die Personalie Morant ist jedoch nur ein Teil einer größeren Strategie. Portland wurde bereits mit Interesse an Jaylen Brown und Aaron Gordon in Verbindung gebracht. Die Mannschaft, die letzte Saison eine Bilanz von 42-40 aufwies und die Playoffs erreichte, befindet sich unter dem neuen Trainer Micah Nori im Umbruch, nachdem Chauncey Billups im vergangenen Herbst das Team verlassen hatte.
Der Absturz eines Superstars: Warum Morant zum „Distressed Asset“ wurde
Ja Morant TRADE to the Portland Trail Blazers | Grizzlies trade star guard to PortlandDer geringe Gegenwert, den Memphis für einen zweifachen All-Star erhielt, verdeutlicht den Status von Morant als sogenanntes „Distressed Asset“. Einmal als eines der größten Talente der Liga gefeiert, wurde seine Karriere durch eine Serie von Verletzungen und außersportlichen Vorfällen massiv beeinträchtigt.In den letzten drei Spielzeiten bestritt Morant lediglich 79 Spiele, in der Saison 25/26 waren es nur 20. Neben Waden- und Knöchelverletzungen belasteten Disziplinarmaßnahmen seine Präsenz auf dem Feld. Laut Yahoo Sports musste er eine Spielsperre wegen Verhalten, das dem Team schadet absitzen.Die Liste der Vorfälle ist lang: Eine 25-Spiele-Sperre zu Beginn der Saison 2023-24 folgte auf eine acht Spiele lange Sperre, nachdem er in der Öffentlichkeit eine Waffe gezeigt hatte. Weitere Vorwürfe, darunter ein körperlicher Übergriff auf einen 17-Jährigen während eines Pickup-Games, beschädigten sein Image nachhaltig. Seine statistische Produktion sank entsprechend; in der letzten Saison erzielte er im Schnitt 19,5 Punkte und 8,1 Assists bei einer schwachen Trefferquote von 23,5 Prozent aus der Distanz.
Memphis setzt auf den totalen Reset
Für die Memphis Grizzlies ist der Trade von Morant der letzte Schritt eines umfassenden Umbaus. Die Franchise hat sich damit endgültig vom Kern der letzten Jahre verabschiedet. Bereits zuvor wurden Jaren Jackson Jr. (an die Utah Jazz) und Desmond Bane (an die Orlando Magic) abgegeben.Die Grizzlies, die letzte Saison unter Trainer Tuomas Iisalo eine Bilanz von 25-57 aufwiesen, setzen nun voll auf die Jugend. Mit der Auswahl von Cameron Boozer mit dem dritten Overall-Pick im NBA-Draft diesen Monat haben sie das neue Gesicht ihres Projekts gefunden. Boozer kommt mit starken Werten aus seiner Zeit bei den Duke Blue Devils (22,5 Punkte und 10,2 Rebounds pro Spiel) nach Memphis.Die Rückholung von Jerami Grant bietet Memphis eine erfahrene Präsenz in der Forward-Position. Grant, der 32 Jahre alt ist, erzielte letzte Saison im Schnitt 18,6 Punkte. Zusammen mit Kris Murray, der im nächsten Sommer in die Restricted Free Agency eintritt, erhält Memphis Spieler, die zwar wertvoll sind, aber nicht die langfristige Bindung eines Superstars wie Morant erfordern.
Statistischer Vergleich der involvierten Spieler
Die folgenden Daten basieren auf den Leistungen der letzten Saison und zeigen die unterschiedlichen Profile der getauschten Spieler:
Spieler
Punkte (Schnitt)
Assists/Rebounds
Einsätze
Besonderheit
Ja Morant
19,5
8,1 Ast / 3,3 Reb
20
Zweifacher All-Star
Jerami Grant
18,6
3,5 Reb
57
Vertrag bis 2027/28
Kris Murray
5,8
3,6 Reb
56
Draft-Pick 2023
Während die AP den Trade als faktisches Ende einer Ära in Memphis einordnet, sehen Analysten in Portland die Chance auf einen „echten Reset“ für Morant. Ob die Kombination aus Morant und Lillard sportlich funktioniert oder ob die personelle Überlastung im Backcourt zu internen Konflikten führt, wird die nächste Saison in Oregon entscheiden.
Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.
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