Der Internationale Währungsfonds hat gewarnt, dass extrem hohe Bewertungen von KI-Unternehmen und wachsende Schuldenberge die globale Finanzstabilität gefährden. Ein Kurssturz bei Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz könnte weltweite Marktturbulenzen auslösen, wobei neben den USA vor allem asiatische Märkte stark exponiert sind.
Die weltweite Finanzstabilität ist nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) durch die Gefahr eines Einbruchs bei Aktienkursen im Bereich der künstlichen Intelligenz massiv gefährdet. Die Organisation stuft die Risiken im gesamten Finanzsystem daher als erhöht ein.
Athanasios Vamvakidis, der stellvertretende Direktor der IWF-Abteilung für Geld- und Kapitalmärkte, erklärte bei der Vorstellung des Berichts, dass die Exposition des restlichen der Welt gegenüber US-Vermögenswerten, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz, den bisher höchsten Stand erreicht habe. Zwar stütze dies derzeit über Vermögenseffekte die globale Weltwirtschaft, doch könnte eine Marktkorrektur weitreichende Folgen nach sich ziehen.
Verflechtungen, Verschuldung und Kredite im KI-Sektor
Der IWF nennt neben steigenden staatlichen Anleiherenditen und Cyberangriffen vor allem eine mögliche KI-Marktkorrektur als einen von drei zentralen Risikofaktoren für die Stabilität der Märkte. Die Analyse verdeutlicht, wie stark große Technologiekonzerne miteinander verflochten sind und welche Kreditsummen fließen, um die Investitionen in diesem Bereich zu stemmen.
Laut dem Bericht könnten weniger dauerhafte Investitionen oder geringere Gewinne im KI-Sektor eine Preiskorrektur bei entsprechenden Vermögenswerten auslösen. Diese Dynamik würde durch eine hohe Verschuldung, konzentrierte Engagements sowie sogenannte „Circular Financing-Geschäfte noch verschärft werden. In den vergangenen drei Jahren wurden Transaktionen im Wert von 300 Milliarden US-Dollar zwischen großen Infrastrukturbetreibern und schwächeren KI-Firmen getätigt, unterstützt durch Schulden in Höhe von 650 Milliarden US-Dollar, denen künftige finanzielle Verpflichtungen von 1,4 Billionen US-Dollar gegenüberstehen.
Laut dem Internationalen Währungsfonds in seinem Global Financial Stability Report „könnten die Folgen einer KI-Korrektur global sein“.”
Konzentration auf Big Tech und steigende Risiken
Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung sind die sogenannten „Magnificent Seven – Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla. Ihre Marktkapitalisierung legte in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 50 Prozent zu. Mittlerweile machen diese sieben Unternehmen mehr als 35 Prozent des US-amerikanischen Aktienindex S&P 500 aus, verglichen mit 12 Prozent vor zehn Jahren.
Zugleich mehren sich nach Angaben des IWF die Anzeichen dafür, dass der erfolgreiche Einsatz von künstlicher Intelligenz möglicherweise nicht die massiven Investitionen erfordert, die von den großen Infrastrukturanbietern – den sogenannten Hyperscalern wie Amazon Web Services, Google, Meta und Oracle – getätigt werden. Auch könnten die potenziellen wirtschaftlichen Erträge geringer ausfallen als bisher erwartet.
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