Die irische Fussballnationalmannschaft hat bei ihrem Nations-League-Spiel gegen Israel auf herkömmliche Protokolle wie den Handshake verzichtet und damit international für Aufmerksamkeit gesorgt. Nach einer emotionalen Spielersitzung in Debrecen entschied sich das Team per Mehrheitsentscheid für die Teilnahme an der Begegnung unter neutralen Bedingungen.
Spielerabstimmung in Debrecen und Verzicht auf Protokolle
Am vergangenen Samstag sah sich die irische Auswahl mit intensiven internen Beratungen konfrontiert. Das Team hielt im Mannschaftshotel in Ungarn eine ausführliche Krisensitzung ab, wodurch sich die offizielle Pressekonferenz um über fünf Stunden auf 14:30 Uhr BST verzögerte. Nach Angaben des Verbandssprechers Courell stimmte eine signifikante Mehrheit der Spieler schliesslich dafür, die sportliche Begegnung anzutreten, anstatt das Spiel abzuschenken.
Trotz der sportlichen Teilnahme entschied sich die Mannschaft bewusst gegen symbolische Gesten. Vor dem Anpfiff blieben die üblichen Begrüssungsrituale aus. Die irischen Spieler verzichteten auf den Handschlag mit den israelischen Kontrahenten und senkten bei der Darbietung der israelischen Hymne die Köpfe. Auch Kapitän Dara O’Shea tauschte mit dem israelischen Spielführer Manor Solomon keinen Wimpel aus, wie berichtet wurde. BBC-Berichten zufolge wurden die Republic of Ireland players ausserdem jeered by the small number of Israel fans in attendance, als sie zum Aufwärmen auf den Platz kamen, während der FAI zuvor bestätigt hatte, dass no tickets would be sold to Republic of Ireland supporters.
Torwart Gavin Bazunu reist vorzeitig ab
Nicht alle Teammitglieder konnten den Kompromiss mittragen. Torhüter Gavin Bazunu zog sich nach der internen Abstimmung aus dem Kader zurück. Er erklärte, dass ihm die Teilnahme an der Partie falsch erscheine. Der irische Cheftrainer Heimir Hallgrimsson betonte, dass niemand die Entscheidung des Torhüters infrage gestellt habe.
I think he is very happy that we have won the game. Nobody was questioning his decision. It was only the timing that was difficult for us to kind of react to it, but none of us were asking him not to take his stand and now he’s flying back with us on the plane.
Während Bazunu die Rückreise antrat, bestätigte Hallgrimsson laut BBC, dass Bazunu included in the squad for Thursday’s game against Austria in Dublin sein werde, not for the second match against Israel. Trainer Hallgrimsson wies derweil Spekulationen zurück, wonach persönliche Haltungen der Akteure bei der Aufstellung gegen Israel berücksichtigt worden seien. Auf die Frage, ob die Meinungen der Spieler berücksichtigt wurden, erwiderte Hallgrimsson: Absolutely not. This team selection was about who we thought could make the best performance for Ireland.
Weltweite Resonanz und Erinnerung an Opfer im Gaza-Konflikt
Um ihren Standpunkt dennoch auszudrücken, trugen die irischen Spieler schwarze Armbinden. Der Verbandsvorsitzende David Courell erklärte, diese Massnahme diene dem Gedenken an alle im Gaza-Konflikt getöteten Menschen. Nach dem dritten Turniertor für Irland drückte Torschütze Jack Moylan seine Verbundenheit aus, indem er seine Armbinde und anschliessend das Verbandswappen küsste.

Trainer Hallgrimsson zog nach der Begegnung ein klares Fazit zu den kollektiven Aktionen seiner Mannschaft. Die Spieler haben weltweit Aufmerksamkeit erregt und auf die Situation aufmerksam gemacht, so der isländische Übungsleiter gegenüber dem Sender RTE. Die Protestform habe ihren Zweck erfüllt, ohne dass das Team dem sportlichen Wettbewerb gänzlich ferngeblieben sei. Zuvor hatte der Israel Football Association Hallgrimsson wegen eines früheren Ausspruchs (we're not playing with genocide, we're playing against genocide
) der ignorance, hypocrisy and stupidity
bezichtigt. Shlomi Barzel, der Israel FA head of communications, erklärte dazu, er würde zwar not apologise for his association’s response, aber take back the word stupidity
. Hallgrimsson räumte ein: It was a wrong word for me to use.
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