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Iranische Spieler erhalten WM-Visa, Verwaltungsmitarbeiter blockiert

Während die iranischen Fußballspieler für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA Visa erhalten haben, verweigerten US-Behörden die Einreise für wichtige Verwaltungsmitarbeiter. Der Iran wirft den USA „diskriminierende Behandlung“ vor. Die Delegation verlegt ihren Stützpunkt daher von Arizona nach Tijuana, Mexiko, um die Teilnahme am Turnier sicherzustellen.

Visa-Teilerfolg mit administrativen Hürden

Visa-Teilerfolg mit administrativen Hürden
Photo: newsclickng.com

Die politische Spannung zwischen Washington und Teheran erreicht die Fußballwelt. Während US-Beamte bestätigten, dass die iranischen Spieler Visa für das Turnier erhalten haben, bleibt der administrative Stab der Delegation vor den US-Grenzen stecken. Berichte von middleeasteye.net zufolge wurden denjenigen, die für den reibungslosen Ablauf der Mannschaft entscheidend sind, die Einreise verweigert. Die US-Botschaft hatte zuvor auf die langwierigen Sicherheitsüberprüfungen für iranische Staatsangehörige verwiesen. Während die Spieler unter spezifische sportbezogene Visa-Kategorien fallen, unterliegen die Verwaltungsmitarbeiter den strengeren Prüfprotokollen des Department of State.

Konkret handelt es sich um Mehdi Kharati, den Exekutivdirektor, Hedayat Mombini, den Generalsekretär des Fußballverbandes, sowie Mohsen Motamedkia, den Medienleiter. Diese Personen bilden das Rückgrat der Organisation. Ohne sie ist der Betrieb eines Nationalteams während eines globalen Großereignisses kaum zu bewältigen.

Die zeitliche Abfolge der Visa-Erteilung sorgt für Verwirrung. Der iranische Botschafter in Mexiko, Abolfazl Pasandideh, hatte am Donnerstag zunächst erklärt, dass auch die Spieler noch keine Visa hätten. Ein Beamter des Weißen Hauses korrigierte diese Darstellung am Freitag und stellte klar, dass die Spieler ihre Dokumente erhalten hätten, nachdem die Genehmigung quasi über Nacht erfolgt sei. Ein Sprecher des Weißen Hauses präzisierte, dass die Ausstellung der Spieler-Visa eine „beschleunigte administrative Prüfung“ war, um die sportliche Integrität des Turniers nicht zu gefährden.

Die IRGC-Verbindung und Marco Rubios Entscheidung

Die IRGC-Verbindung und Marco Rubios Entscheidung
Photo: theguardian.com

Hinter den Visa-Verweigerungen steht eine klare politische Linie. US-Außenminister Marco Rubio erklärte gegenüber Gesetzgebern, dass die Vereinigten Staaten es nicht zulassen würden, dass Personen, die mit der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) in Verbindung stehen, Teil der iranischen Delegation sind. Die US-Regierung stützt die Verweigerung auf die Einstufung der IRGC als terroristische Organisation, was die Erteilung von Einreisevisa für Personen mit dokumentierten Verbindungen zu dieser Einheit untersagt. Rubio betonte, dass die Einhaltung dieser Sanktionsregeln Vorrang vor sportlichen Interessen habe.

Diese Sicherheitsbedenken sind nicht neu. Wie The Guardian berichtete, wurde Mehdi Taj, ein ehemaliger IRGC-Kommandeur und aktueller Präsident des iranischen Fußballverbandes, bereits im Dezember bei der Auslosung in Washington die Einreise verweigert. Dies betrifft laut Berichten der iranischen Medien auch technische Berater der Delegation, deren militärische Vergangenheit in den Datenbanken des US-Außenministeriums vermerkt ist und die daher bei der Beantragung ebenfalls scheiterten. Auch die Spieler selbst sind betroffen: Mehrere Mitglieder des Kaders haben ihren obligatorischen Militärdienst bei der IRGC geleistet.

Die US-Regierung nutzt die Visa-Politik somit als gezieltes Instrument der Außenpolitik, um den Einfluss der Revolutionsgarden auch im sportlichen Kontext zu begrenzen.

Logistische Notfallpläne: Umzug nach Tijuana

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Die Unsicherheit über den Aufenthaltsgenehmigung hat massive Auswirkungen auf die Vorbereitung der Mannschaft. Ursprünglich war Arizona als Trainingsstützpunkt vorgesehen. Aufgrund der Visa-Probleme und einer wachsenden Skepsis im Iran, die Präsenz der Mannschaft auf US-Boden so gering wie möglich zu halten, wurde ein kurzfristiger Wechsel nach Tijuana, Mexiko, ausgehandelt. Die Entscheidung für Tijuana wurde nach einer Krisensitzung des iranischen Sportministeriums getroffen.

Die Mannschaft wird voraussichtlich am Sonntag in Tijuana landen. Von dort aus wird der Weg zu den Spielen in den USA führen. Die Delegation wird die administrativen Aufgaben aus Mexiko heraus koordinieren, wobei die Mitarbeiter versuchen, die Kommunikation zwischen den Spielern in den USA und der Führungsebene in Teheran aufrechtzuerhalten. Die logistische Planung für den Transfer der Spieler von der Grenze zu den Spielorten in Los Angeles und Seattle wird von der iranischen Delegation in enger Abstimmung mit lokalen Sicherheitsdienstleistern in Mexiko durchgeführt. Der Spielplan der iranischen Nationalmannschaft sieht folgende Begegnungen vor:

  • 15. oder 16. Juni: gegen Neuseeland in Los Angeles
  • 21. Juni: gegen Belgien in Los Angeles
  • 26. Juni: gegen Ägypten in Seattle

Da die Verwaltungsmitarbeiter ohne Visa nicht in die USA einreisen können, werden sie vorerst mit dem Team nach Mexiko reisen, während die Bemühungen um ihre Dokumente weitergehen.

Diplomatische Vorwürfe: Eskalation der Spannungen

Diplomatische Vorwürfe: Eskalation der Spannungen
Photo: middleeasteye.net

Die iranische Seite reagiert mit scharfer Rhetorik auf die US-Entscheidungen. Die iranische Botschaft in der Türkei nutzte die Plattform X, um die USA direkt anzugreifen. Die Botschaft bezeichnete die Maßnahmen in ihrem Statement als „politisch motivierte Sabotage des fairen Wettbewerbs“. Die iranische Regierung prüft zudem, ob die Visa-Entscheidungen gegen die FIFA-Statuten verstoßen, die eine politische Einflussnahme auf den Sport untersagen.

Die iranische Botschaft in der Türkei, via X

Der Vorwurf lautet, dass die USA die Behandlung des iranischen Teams auf die höchste Stufe der gezielten Diskriminierung gehoben haben. Laut der Berichterstattung von The Guardian, ist die Situation besonders brisant, da sie in eine Phase anhaltender militärischer Spannungen zwischen den USA, Israel und dem Iran fällt. Das US-Außenministerium hat auf die Vorwürfe der Diskriminierung bisher nicht detailliert reagiert, verweist jedoch in offiziellen Dokumenten auf die strikte Anwendung der nationalen Sicherheitsgesetze bei der Visumerteilung.

Abolfazl Pasandideh, iranischer Botschafter in Mexiko

Trotz der diplomatischen Konfrontation betonte der Botschafter, dass die USA niemals formell erklärt hätten, dass sie den Aufenthalt des iranischen Teams auf ihrem Territorium nicht wünschen würden. Dennoch bleibt die Weltmeisterschaft 2026 ein politisches Minenfeld, bei dem sportliche Höchstleistungen und geopolitische Machtkämpfe unmittelbar aufeinandertreffen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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