Instagram testet in den USA ein neues Format namens „Features, das ausgewählten Creatorn das Hochladen horizontaler Videos mit einer Länge von bis zu 90 Minuten ermöglicht. Das am 26. Oktober gestartete Angebot soll laut Unternehmensangaben eine direkte Anbindung von Podcasts, Interviews und Shows an Reels bieten.
Instagram testet 90-Minuten-Videos für Creator und Podcaster
Die zu Meta gehörende Social-Media-Plattform testet eine Ausweitung seines Angebots auf deutlich längere Formate im Querformat. Nach früheren Erprobungen in Brasilien startete der Test am 26. Oktober mit einer ausgewählten Gruppe von Creatorn in den USA.
Zu den ersten Teilnehmern an dem Test gehören bekannte Gesichter wie Podcast-Host und Skims-Mitgründerin Emma Grede, die Beauty- und Fashion-Creatorin Monet McMichael, der Interviewer Preston Rakovsky sowie Football-Creator Donald De La Haye, wie aus Branchenberichten hervorgeht.
Für Plattformchef Adam Mosseri bedeutet dieser Schritt einen deutlichen Wandel. Zuvor hatte er sich lange Zeit gegen längere Videos auf Instagram ausgesprochen, weil Nutzerinnen und Nutzer bei einer Videodauer von zehn, zwanzig oder dreißig Minuten in dieser Zeit weniger klassische Reels, Fotos und Karussell-Posts zu sehen bekämen, die sie an Freunde weiterleiten könnten. Inzwischen stellt sich die Situation für die Meta-Tochter anders dar, weshalb die Öffnung für Langform-Inhalte vorangetrieben wird.
Verknüpfung mit Reels und Ausbau der TV-App
Der Zugang zu den langen Videos soll vor allem über die gewohnten Kurzformate erfolgen. Die Bewegtbildinhalte sollen zudem im Entdecken-Bereich der App sowie an weiteren Stellen der Plattform angezeigt werden.

Was man jetzt tun können wird: Man sieht einen Ausschnitt aus einem Podcast, den man liebt, klickt darauf und schaut weiter oder sieht sich das vollständige Video an.
Parallel dazu treibt Instagram seine Präsenz auf großen Bildschirmen voran. Das Unternehmen setzt damit auf den Konsum horizontaler Inhalte auf dem Fernseher und testet bereits, wie Serien auf Fernsehgeräten dargestellt werden könnten. Zukünftig soll das Smartphone zudem als Fernbedienung für die TV-App dienen, während Nutzer Inhalte auf dem Mobiltelefon speichern können, um sie später am großen Bildschirm anzusehen.
In der Vergangenheit versuchte die Plattform bereits mit IGTV, einer eigenständigen App aus dem Jahr 2018 für bis zu 60 Minuten lange Inhalte, im Langform-Bereich Fuß zu fassen. Das Projekt wurde jedoch im Jahr 2022 eingestellt, da die Inhalte weniger Anklang fanden als die kurzen Reels.
Wettbewerb mit YouTube und offene Fragen zur Monetarisierung
Mit diesem Schritt begibt sich Instagram in eine noch direktere Konkurrenz zu YouTube. Ein wesentlicher Unterschied bleibt jedoch die finanzielle Beteiligung der Plattformen.

Ein Instagram-Sprecher erklärte dazu, dass man längere Inhalte derzeit direkt bei einigen Creatoren finanziere, es sich aber noch zu früh für ein langfristiges Monetarisierungsmodell handele. Plattformchef Adam Mosseri und sein Team stehen vor der Aufgabe, den Content-Produzenten hinreichende finanzielle Anreize und eine ausreichende Reichweite zu bieten, um den zusätzlichen Arbeitsaufwand für Produktion und Veröffentlichung zu rechtfertigen.
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