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Im Inneren der Drohnenkampagne, die Putins Reich in Bedrängnis bringt – Tages-Anzeiger

Die Ukraine führte am Donnerstag, den 19. Juni 2026, einen massiven Drohnenangriff auf Moskau aus, bei dem eine Ölraffinerie in Kapotnja schwer beschädigt wurde. Laut SRF waren fast 200 Drohnen beteiligt, was die russische Luftabwehr überforderte. Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Attacke als „logische Antwort“ auf russische Angriffe auf Kiew.

Der Angriff auf die Kapotnja-Raffinerie und die Überlastung der Luftabwehr

Der Angriff auf die Kapotnja-Raffinerie und die Überlastung der Luftabwehr
In der russischen Hauptstadt kam es zu einer beispiellosen Angriffswelle, die insbesondere die Energieinfrastruktur im Südosten der Metropole ins Visier nahm. Die zur Ölsparte des Konzerns Gazprom gehörende Raffinerie in Kapotnja stand in Flammen, wobei mehrere Tanks in Brand gerieten. Die Auswirkungen waren bis weit in die Stadt spürbar; Bewohner mehrerer Distrikte berichteten von einem schwarzen, öligem Niederschlag. Die schiere Menge der eingesetzten Drohnen führte zu einer temporären Lähmung des Moskauer Verkehrsraums. Die Flughäfen der Stadt mussten vorübergehend geschlossen werden, was zu mehrstündigen Wartezeiten und zahlreichen Flugstreichungen führte. Laut Analysen von WELT erfolgte der Schlag zeitgleich mit dem Asean-Gipfel in Russland, was die Schwächen des Kremls vor der Weltöffentlichkeit bloßstellte. Präsident Selenskyj ordnete den Angriff als Teil einer Strategie ein, die er als ukrainische Langstreckensanktionen bezeichnet. Als konkreten Auslöser nannte er den russischen Beschuss des berühmten Höhlenklosters in Kiew vom 15. Juni. Auf der Plattform X erklärte er, dass Moskau brennen müsse, wenn die Ukraine brenne.

Berichte aus Moskau: Zwischen Staatsverbot und „drittem Weltkrieg“

Berichte aus Moskau: Zwischen Staatsverbot und „drittem Weltkrieg“
Photo: FAZ
Vor Ort in Moskau zeichnete die FAZ ein Bild von einer paradoxen Situation. Während Bürgermeister Sergej Sobjanin bereits Mitte Mai untersagt hatte, die Folgen von Drohnenschlägen zu filmen, versammelten sich zahlreiche Schaulustige – viele davon junge Männer auf gemieteten Elektrorollern – an den Absperrungen, um die massiven Rauchsäulen aufzunehmen. Ein Elektrorollerfahrer, via FAZ Die Brandbekämpfung gestaltete sich schwierig. Während am Morgen Löschhubschrauber gesichtet wurden, blieb die Feuerwehr zunächst fern. Erst Stunden nach dem Ausbruch wurde der Brand offiziell als „lokalisiert“ gemeldet. Analysten identifizierten Brandherden sowohl in einem Tanklager als auch in der Hauptverarbeitungssektion der Anlage.

Eskalation auf See: Angriff auf panamaisches Schiff und die „Schattenflotte“

Eskalation auf See: Angriff auf panamaisches Schiff und die „Schattenflotte“
Photo: WELT
Parallel zu den Angriffen auf das russische Festland weitete sich der Konflikt auf den Seeweg aus. Ein Schiff unter panamaischer Flagge wurde im Schwarzen Meer von einer Drohne getroffen. Laut der panamaischen Schifffahrtsbehörde AMP wurde ein Besatzungsmitglied getötet und zwei weitere Personen verletzt. Einer der Verletzten befinde sich in einem ernsthaften Zustand, wenngleich das Schiff die Fahrt fortsetzen konnte. Dieser Vorfall verstärkt die politische Debatte in Deutschland über die sogenannte „Schattenflotte“ Russlands. Die Grünen fordern einen massiven Druckaufbau durch Kontrollen in deutschen Hoheitsgewässern. Franziska Brantner, Parteivorsitzende der Grünen, via T-Online Brantner richtete diese Forderung explizit an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und betonte, dass neben den Kontrollen auch die finanzielle und militärische Unterstützung der Ukraine sowie die konsequente Durchsetzung von Sanktionen fortgesetzt werden müssten.

Diplomatischer Riss zwischen Polen und der Ukraine

Diplomatischer Riss zwischen Polen und der Ukraine
Photo: T-Online
Während die militärische Kooperation fortbesteht, gibt es auf diplomatischer Ebene erhebliche Spannungen zwischen Kiew und Warschau. Laut T-Online entzog Karol Nawrocki dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj den höchsten Orden Polens. Auslöser für diesen Schritt war die Benennung einer ukrainischen Armeeeinheit nach der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA). Dies führte in Polen zu Empörung, da die UPA-Nationalisten im Zweiten Weltkrieg Massaker an Polen verübten. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk rief angesichts dieses Streits zur Besonnenheit auf und betonte, es liege an Selenskyj und Nawrocki, die Gemüter zu beruhigen. In einem Gespräch mit einer Zeitung unterstrich ein polnischer Vertreter die besondere Risikolage seines Landes: Polnischer Regierungsvertreter, via T-Online Polen fordere aufgrund seiner Rolle als zentraler Logistikknoten für Rüstungslieferungen und der damit verbundenen Risiken einen festen Platz an künftigen Verhandlungstischen.

Russische Gegenangriffe in Nikopol

Die russische Seite reagierte weiterhin mit schweren Angriffen auf ukrainisches Territorium. Im südostukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk, speziell in der Stadt Nikopol und umliegenden Gemeinden, wurden mindestens zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt. Der Militärgouverneur Olexander Hanscha berichtete, dass die russischen Streitkräfte die Region insgesamt mehr als 30 Mal mit einer Kombination aus Drohnen und Artillerie angegriffen haben. Damit setzt sich das Muster fort, bei dem auf ukrainische Fernschläge in Russland mit massiven Angriffen auf zivile und militärische Ziele in der Ukraine reagiert wird.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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