Der Aufstieg in die Liga A und der Sieg in Lugano

Die Schweizerinnen markierten die Eröffnung der AIL Arena in Lugano mit einem deutlichen Erfolg. Vor rund 8.000 Zuschauern besiegte die Nati Malta mit 6:1. Dieser Sieg ist mehr als nur ein statistischer Erfolg; er sichert dem Team den ersten Platz in der Gruppe 2 der Liga B und damit den Aufstieg in die Liga A für die kommende Saison.
Trainer Rafel Navarro zeigte sich nach der Partie zufrieden, insbesondere mit der Energie und der Einstellung seines Teams. Die Dominanz auf dem Platz unterstreicht die aktuelle Formkurve, auch wenn das Spiel durch eine frühe Verletzung eines Schlüsselspielers getrübt wurde. Die Mannschaft konnte die Spielkontrolle behalten und die Tore durch ein koordiniertes Zusammenspiel erzielen.
Der Weg zur WM 2027: Termine und potenzielle Gegner

Mit dem Gruppensieg startet die Schweiz aus einer Position der Stärke in die WM-Qualifikation. Der Weg nach Brasilien führt über ein mehrstufiges Playoff-System, dessen genauer Verlauf am 18. Juni festgelegt wird. Die Nati muss im Regelfall zwei Runden überstehen, um sich direkt zu qualifizieren.
- 1. Playoff-Runde (7. bis 13. Oktober): Die Schweiz trifft als Gruppensiegerin auf ein zweit- oder drittplatziertes Team aus der Liga B. Mögliche Gegner sind Tschechien, Albanien, die Türkei, Nordirland, Finnland, die Slowakei, Belgien oder Israel.
- 2. Playoff-Runde (26. November bis 5. Dezember): Hier steigt die Schwierigkeit deutlich. Die Schweiz wird voraussichtlich auf ein Team aus der Liga A treffen. Die Bandbreite reicht von machbaren Aufgaben wie Island, Schweden oder Österreich bis hin zum Worst-Case-Szenario: einem Duell gegen Europameister England.
- Interkontinentale Playoffs (Februar 2027): Sollte die Schweiz als am schlechtesten klassifizierte Siegerin der zweiten Runde hervorgehen, ist eine dritte Playoff-Runde notwendig.
Die sieben bestplatzierten Sieger der zweiten Runde erhalten ihr Ticket für die Weltmeisterschaft 2027 direkt. Die Auslosung im Juni wird somit über die strategische Ausrichtung des Herbstes entscheiden.
Riola Xhemaili: Zwischen Doppeltor und Penalty-Fehler
Im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit stand nach dem Spiel Riola Xhemaili. Die 23-Jährige erzielte zwei Tore, musste jedoch einen ersten Penalty ihrer Karriere verschießen. Dieser Fehlschuss führte zu einer emotionalen Berg- und Talfahrt, die erst durch eine prominente Begegnung abgemildert wurde.
Nach dem Spiel traf Xhemaili Valon Behrami und dessen Ehefrau Lara Gut-Behrami. Der ehemalige Nationalspieler versuchte, die Spielerin zu trösten und gab ihr einen Ratschlag bezüglich ihres Erscheinungsbildes auf dem Platz. Laut blue News reagierte Xhemaili positiv auf die Unterstützung ihres Kindheitsvorbilds.
Valon Behrami hat mir gesagt, auch die Besten verschiessen Penaltys. Und wenn das ein Behrami sagt, dann stimmt das schon.
Riola Xhemaili, Nationalspielerin
Die Spannung zwischen der individuellen Enttäuschung über den verschossenen Elfmeter und dem Teamerfolg war spürbar. Trainer Navarro reagierte auf die Frustration seiner Spielerin mit Humor und sprach scherzhaft von einem Extratraining für Penaltys.
Ich habe mit ihr nur darüber gewitzelt. Sie ist eine klasse Spielerin, die viele Tore erzielt. Mit den Witzen will ich sie nur zusätzlich motivieren.
Rafel Navarro, Nati-Trainer, via Blick
Personalsorgen trotz Erfolg: Die Verletzung von Sydney Schertenleib

Trotz der deutlichen Bilanz gibt es eine ernsthafte Sorge im Kader. Das Barça-Talent Sydney Schertenleib, die die Schweiz mit einem Treffer aus 20 Metern früh in Führung schoss und den zweiten Treffer vorbereitete, musste vorzeitig ausgewechselt werden.
Wie Blick berichtet, wurde die 20-Jährige aus Vorsicht zur Pause vom Platz genommen, nachdem sie Schmerzen verspürt hatte. Navarro stufte die Verletzung vorläufig als nicht schwer ein, doch die definitive Diagnose steht noch aus.
Die Abwesenheit von Schertenleib würde die Offensivkraft der Schweiz schwächen, insbesondere in den kommenden entscheidenden Phasen. Navarro deutete bereits an, dass er für das letzte Gruppenspiel gegen Nordirland personelle Anpassungen vornehmen wird, wobei auch die Torhüterposition eine Option für Wechsel ist.
Die Nati steht nun vor einer Phase, in der die Euphorie des Aufstiegs in die Liga A in die harte Realität der WM-Playoffs übergeht. Die Ambitionen sind klar: Aurélie Csillag betonte nach dem Spiel, dass das gesamte Team das Ziel habe, an der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr teilzunehmen. Der Fokus liegt nun auf der Auslosung am 18. Juni und der physischen Erholung der Schlüsselspielerinnen.