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ICO untersucht sprunghafte Zunahme automatisierter Anrufe mit WhatsApp-Betrug

Die britische Datenschutzbehörde ICO untersucht eine sprunghafte Zunahme automatisierter Anrufe, bei denen Angerufene aufgefordert werden, eine Nummer auf WhatsApp hinzuzufügen. Allein im September verzeichnete die Behörde mehr als 3.600 Beschwerden. Experten vermuten dahinter groß angelegte Betrugsmaschen und einen massiven Anstieg von Spam-Anrufen durch den Einsatz künstlicher Intelligenz.

Im Vereinigten Königreich schlagen Verbraucherschützer, Telekommunikationskonzerne und Behörden Alarm wegen einer neuen Welle automatisierter Telefonate. Betroffene berichten von automatisierten Sprachaufzeichnungen, die gezielt dazu auffordern, eine unbekannte Nummer auf WhatsApp zu speichern. Die britische Regulierungsbehörde Information Commission’s Office (ICO) verzeichnete im September mehr als 3.600 Beschwerden über solche Robocalls. Dies entspricht einem Fünfjahreshoch und fast dem Dreifachen der im Juli gemeldeten Fälle.

Ermittlungen der ICO und die Sorge vor Millionen Betrugsversuchen

Die Anrufe selbst vermitteln oft den Eindruck, von einer regulären britischen Mobilfunknummer zu stammen. Telekommunikationsexperten weisen jedoch darauf hin, dass diese Rufnummern durch Kriminelle mittels sogenannter Call-Spoofing-Techniken lediglich vorgetäuscht werden. Die Täter agieren nach Einschätzung von Ermittlern überwiegend aus dem Ausland.

Wie die WhatsApp-Rekrutierungsmasche funktioniert

Hinter den automatisierten Anrufen stecken nach Erkenntnissen von Branchenverbänden meist betrügerische Absichten. Simon Fell vom Branchengremium Communications Crime Strategy Group erklärte gegenüber Medien, dass die Spuren in der Regel zu gefälschten Jobangeboten führen.

ICO untersucht sprunghafte Zunahme automatisierter Anrufe mit WhatsApp-Betrug
Foto: thesun.co.uk

Sie würden Sie entweder zu einer gefälschten Stellenanzeige weiterleiten, die möglicherweise eine Form des Geldwäsche-Betrugs beinhalten könnte. Es könnte wie eine völlig legale Stelle oder etwas spontanes aussehen, aber sie könnten kriminelle Gelder über Ihr Konto weiterleiten, was zu schwerwiegenden Folgen führen kann.

Neben gefälschten Arbeitsangeboten und dem Risiko von Geldwäsche durch sogenanntes Money Muling nutzen Kriminelle die Kontaktaufnahme oft für Phishing-Angriffe. Ziel ist es demnach häufig festzustellen, welche Rufnummern aktiv sind, um diese Daten im Anschluss im Darknet weiterzuverkaufen. Telekommunikationsunternehmen wie Virgin Media O2 betonen zudem, dass Betrüger gezielt verschlüsselte Plattformen wie WhatsApp aufsuchen, um dort das Vertrauen der Opfer aufzubauen und behördlichen Ermittlungen zu entgehen. WhatsApp selbst erklärte, jährlich Millionen Konten wegen missbräuchlichen Verhaltens wie automatisierter Massennachrichten zu sperren und Schutzfunktionen wie das Stummschalten unbekannter Anrufe anzubieten.

Künstliche Intelligenz treibt die Welle voran

Sicherheitsexperten und Netzbetreiber machen vor allem den technologischen Fortschritt für das Ausmaß der Betrugswelle verantwortlich. Der Einsatz künstlicher Intelligenz hat es Kriminellen ermöglicht, automatisierte Anrufkampagnen in großem Stil und mit höherer Raffinesse zu betreiben. Dazu gehört auch die Erstellung künstlicher Stimmen.

Netzbetreiber wie Virgin Media O2 setzen ihrerseits auf KI-gestützte Abwehrmechanismen wie das System Call Defence, um verdächtige Muster in Echtzeit zu analysieren. Nach Angaben des Unternehmens wurden auf diese Weise bereits mehr als eine Milliarde verdächtige Anrufe markiert, wobei aktuell rund 80 Millionen Anrufe pro Monat entsprechende Warnhinweise erhalten.

Empfehlungen für Verbraucher zum Schutz vor Betrug

Angesichts der wachsenden Bedrohung raten Behörden und Cybersicherheitsexperten zu erhöhter Wachsamkeit. Der britische Home Office Sprecher verwies zudem darauf, dass die Regierung an Maßnahmen zur Bekämpfung des Rufnummernspoofings arbeitet.

  • Unbekannte Rufnummern, die ohne nachweisbare Identität zu Kontakten auf WhatsApp auffordern, sollten sofort blockiert werden.
  • Auf Mobiltelefonen wie iPhones und Android-Geräten lässt sich die automatische Anrufererkennung und -filterung in den Einstellungen aktivieren.
  • Verdächtige Anrufe und Textnachrichten können gebührenfrei an die Nummer 7726 weitergeleitet werden, damit die Netzbetreiber einschreiten können.
  • Sensible Daten, Passwörter oder Überweisungen sollten niemals an ungeprüfte Kontakte herausgegeben werden.
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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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