US-Botschafter Mike Huckabee hat am 16. Oktober 2026 einen brutalen Angriff maskierter Siedler auf die Fotojournalistin Heidi Levine im besetzten Westjordanland scharf verurteilt. Die Journalistin der Washington Post wurde während gewalttätiger Ausschreitungen bei der Olivenernte schwer verletzt.
Der brutale Angriff auf Heidi Levine im Westjordanland
Die gewaltsame Attacke ereignete sich am Freitag, dem 16. Oktober 2026, nahe dem palästinensischen Dorf Abu Falah nördlich von Ramallah. Etwa 80 maskierte Männer aus einer nahegelegenen Siedlung stürmten einen Olivenhain, warfen Steine und brannten Bäume nieder, während palästinensische Familien flohen. Vor Ort dokumentierte die 63-jährige US-Fotojournalistin Heidi Levine das Geschehen. Sie trug nach übereinstimmenden Berichten einen Helm und eine Weste mit klar erkennbarer blauer PRESS
-Aufschrift.
Eine Gruppe maskierter Siedler überwältigte Levine, warf sie zu Boden und trat mehrfach auf sie ein. Ein Angreifer schlug zudem mit einem langen Stock auf die am Boden liegende Journalistin ein. Levine schilderte später, sie sei etwa fünfzig Mal getreten worden und habe Verletzungen an den Gliedmaßen, am Rücken sowie an einer Rippe davongetragen. Die Angreifer entkamen den Berichten zufolge mit ihrer gesamten Kamera- und Fotoausrüstung, elektronischen Geräten sowie Schmuck und Ausweispapieren.
Heidi Levine sagte gegenüber Reportern im Krankenhaus: „Zum Glück hatte ich meine Schutzweste und meinen Helm; sonst wäre ich jetzt wahrscheinlich gar nicht hier, weil sie einfach immer weiter auf mich eingetreten haben.
Neben Levine wurden bei den Ausschreitungen im Rahmen der Olivenernte weitere Menschen verletzt. Die Yesh Din, eine israelische Organisation zur Überwachung von Siedlungen, verzeichnete seit dem 27. September mindestens 170 Angriffe von Siedlern auf Palästinenser.
Reaktionen und Forderungen von US-Botschafter Mike Huckabee
Die internationale Entrüstung über die Gewalttat folgte unmittelbar. US-Botschafter in Israel Mike Huckabee verurteilte den Vorfall am Samstagabend auf der Plattform X mit scharfen Worten und forderte eine umfassende Untersuchung, die Festnahme der Täter und deren strafrechtliche Verfolgung. Matt Murray, Chefredakteur der Washington Post, nannte den Übergriff einen unberechtigten Angriff auf eine Journalistin bei der Arbeit und verlangte entschiedene Konsequenzen von den Behörden.
Mike Huckabee erklärte: „Der Angriff auf eine Fotografin ist ein abscheulicher Terrorakt, der von maskierten Feiglingen verübt wurde. Eine schandbare Tat sinnloser Gewalt.
Auch US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich besorgt über die Bilder aus dem Westjordanland. Die USA hätten die israelischen Stellen nachdrücklich aufgefordert, hart gegen die Ausschreitungen von Siedlern durchzugreifen. Das Außenministerium in Washington ging den Vorkommnissen nach, und Rubio erklärte vor Journalisten, er erwarte bis Sonntag Rückmeldung von der US-Botschaft in Jerusalem.
Der israelische Staatspräsident Isaac Herzog verurteilte die Gewalt ebenfalls als schockierend und rief Levine persönlich an, um sich zu entschuldigen. Er betonte, das verwerfliche Verhalten der Täter repräsentiere weder die Bürger noch die Werte des Staates Israel.
Politische Fronten und Vorwürfe gegen das israelische Militär
Während internationale Diplomaten und Oppositionsführer wie Yair Lapid den Vorfall als systemisches Versagen und als direkte Folge der Regierungspolitik anprangerten, blieb die Reaktion aus dem Büro von Premierminister Benjamin Netanyahu zurückhaltend. Netanjahu erklärte, die genauen Umstände des Vorfalls seien unklar, und warnte davor, den Vorfall zur Pauschalverurteilung von Hunderttausenden gesetz treuen jüdischen Bewohnern in Judäa und Samaria zu nutzen. Premierminister Netanjahu steht rund zwei Wochen vor anstehenden Wahlen und ist stark auf seine rechtsradikalen Koalitionspartner angewiesen.
Heidi Levine und Augenzeugen erhoben zudem schwere Vorwürfe gegen die israelischen Streitkräfte (IDF). Levine gab an, Soldaten seien am Ort des Geschehens gewesen, hätten jedoch nicht eingegriffen, um sie zu schützen. Stattdessen hätten sie Tränengas in Richtung der anwesenden Journalisten und Palästinenser geschossen, wodurch sich die Menge zerstreute und sie den Angreifern ausgeliefert war. Der israelische Menschenrechtsaktivist Oren Ziv bestätigte gegenüber der Washington Post, dass das Militär nichts zur Verhinderung der Angriffe unternahm.

Die Foreign Press Association kritisierte die anhaltende Gesetzlosigkeit und erklärte, man habe die Behörden mehrfach vor Bedrohungen für Medienvertreter im Westjordanland gewarnt, ohne dass entsprechende Reaktionen erfolgt seien.