„Run It Back.“ Diese drei Worte lösten am Donnerstagabend in South Bend ein Beben aus. Hannah Hidalgo, die derzeit wohl dominierendste Kraft in der Defensive des US-College-Basketballs, hat offiziell bestätigt, dass sie für ihr Senior-Jahr zu den Notre Dame Fighting Irish zurückkehrt. In einer Ära, in der Top-Talente oft über das Transferportal wandern oder den Sprung ins Profi-Geschäft forcieren, wählt Hidalgo den Weg der Kontinuität. Sie bleibt, um an sich zu arbeiten, während die Basketballwelt sie bereits als eine der sichersten Lottery-Picks für den WNBA-Draft 2027 sieht.
Rekorde, Raubzüge und ein Triple-Double
Hidalgo hinterlässt nach ihrer Junior-Saison eine statistische Spur der Verwüstung. Sie hat nicht einfach nur gut gespielt. sie hat das Spiel definiert. Mit 202 Steals in einer einzigen Saison hat sie einen neuen NCAA-Rekord aufgestellt. Im Schnitt entwendete sie 5,6 Bälle pro Spiel und führte die gesamte Division I an. Ihr Scoring-Durchschnitt von 25,2 Punkten katapultierte sie auf Platz drei der ligaweiten Wertung.
Ein besonderer Höhepunkt war das Spiel gegen Akron am 12. November. In dieser Partie zeigte Hidalgo, warum sie als Ausnahmeerscheinung gilt: 44 Punkte und 16 Steals in einem einzigen Spiel. Es war eine Demonstration purer Dominanz, die ihren Status als ACC Player of the Year und Defensive Player of the Year zementierte. Auch die nationale Anerkennung folgte prompt; sie wurde sowohl als Naismith als auch als WBCA Defensive Player of the Year ausgezeichnet.
Der Weg ins Elite Eight: Ein Lauf mit Herzschlag
Die Saison gipfelte in einem dramatischen NCAA-Turnierlauf. Als gesetzter Sechster schien der Weg für Notre Dame steinig, doch Hidalgo übernahm die Regie. Im Sweet 16 gegen den an Nummer zwei gesetzten Vanderbilt lieferte sie eine Leistung ab, die man in den Geschichtsbüchern finden wird: Ein Triple-Double mit 31 Punkten, 11 Rebounds und 10 Steals, ergänzt durch sieben Assists. Dieser Sieg war mehr als nur ein statistischer Erfolg; er war der Motor für den Einzug ins Elite Eight.
Zuvor hatte sie bereits den an Nummer drei gesetzten Ohio State mit 26 Punkten, 13 Rebounds und acht Steals in die Knie gezwungen. Erst im Elite Eight endete die Reise mit einer 52:70-Niederlage gegen das Top-Team UConn. Selbst in dieser Niederlage glänzte Hidalgo mit 22 Punkten und 11 Rebounds. UConn-Coach Geno Auriemma sparte nach dem Spiel nicht mit Lob und bezeichnete sie als die beste Point Guard im gesamten College-Basketball.
Die WNBA-Hürde: Warum sie jetzt bleiben muss
Viele fragen sich, warum ein Star dieses Kalibers nicht sofort in die WNBA wechselt. Die Antwort liegt in den strengen Eligibility-Regeln der Liga. Ein Spieler muss entweder sein Studium nach vier Jahren abgeschlossen haben, vier Jahre nach dem Highschool-Abschluss liegen oder im Jahr des Drafts 22 Jahre alt werden. Hidalgo wird erst im nächsten Februar 22. Da sie Teil der Recruiting-Klasse 2023 war und ihr Studium noch nicht vorzeitig beendet hat, ist sie für den aktuellen Draft nicht zugelassen.
Das bedeutet, dass sie Teil einer potenziell historischen Draft-Klasse 2027 sein wird. Neben ihr werden voraussichtlich Namen wie JuJu Watkins von der USC und Madison Booker von Texas stehen. Für Hidalgo ist diese Zeitverzögerung jedoch kein Hindernis, sondern eine Chance.
Hunger auf körperliche Evolution
Trotz ihrer Auszeichnungen sieht Hidalgo sich selbst nicht als fertiges Produkt. Mit einer Körpergröße von 1,68 Metern ist sie kleiner als viele ihrer Gegenspielerinnen. Dieser physische Nachteil treibt sie an. In einem Gespräch mit ESPN betonte sie, dass sie noch massives Wachstumspotenzial auf dem Feld sehe. Sie will lernen, mehr Raum zu schaffen und Abschlüsse gegen deutlich größere Spielerinnen zu erzwingen.
Ihr Fokus für das kommende Jahr ist klar: Muskelaufbau und physische Stärke. Sie weiß, dass die WNBA ein anderes Level an Athletik und Kraft fordert. Anstatt sich auf ihren aktuellen Ruhm zu verlassen, nutzt sie ihr Senior-Jahr als Trainingslager für den Profisport. Diese Bescheidenheit bei gleichzeitigem Erfolg macht sie zu einer außergewöhnlichen Sportlerin.
Warum kehrt Hannah Hidalgo nicht sofort in die WNBA zurück?
Hidalgo erfüllt derzeit nicht die Voraussetzungen für den WNBA-Draft. Sie wird erst im Februar 22 Jahre alt und ist noch nicht lange genug von ihrem Highschool-Abschluss entfernt, um die Eligibility-Regeln der Liga zu erfüllen.
Welchen historischen Rekord hat Hidalgo in dieser Saison aufgestellt?
Sie hat den NCAA-Rekord für die meisten Steals in einer einzigen Saison mit insgesamt 202 Ballgewinnen gebrochen.
Welche Auswirkungen hat ihre Entscheidung auf die Saison 2026-27?
Notre Dame behält eine der besten Spielerinnen des Landes, was die Fighting Irish zu einem Top-Kandidaten für den Titel macht. Gleichzeitig bereitet sich Hidalgo physisch auf den Draft 2027 vor, in dem sie voraussichtlich als Lottery-Pick gesetzt ist.