Drei Jahrzehnte nach einer umstrittenen Fernsehszene lehnt der Entertainer Harald Schmidt im Schweizer Fernsehen jegliche Entschuldigung für einen Moment aus seiner früheren Late-Night-Sendung ab. Unbeeindruckt von heutigen Reue-Erwartungen zeigte sich der 69-Jährige in der Sendung, wie unter anderem WELT berichtete.
Schmidt Verweigert Entschuldigung für Szene mit Verona Pooth
In der Ausgabe der Harald Schmidt Show
vom 7. Oktober 1999 nahm Verona Pooth – die damals noch den Namen Feldbusch trug und kurz zuvor das Ende ihrer Blitz-Ehe mit Dieter Bohlen verkraften musste – auf dem Stuhl Platz, wie der Merkur präzisiert. Während des Gesprächs fragte die ehemalige Miss Germany
(so der Kurier) beziehungsweise einstige Schönheitskönigin (laut Merkur) den Moderator, was er tun würde, wenn sie ihn plötzlich küssen würde, woraufhin er ihr vor laufender Kamera über das Gesicht leckte. Im Zentrum der Debatte steht dieser Auftritt aus den Neunzigerjahren, wie T-Online und der Kurier anmerken.
Minute 28:40 datiert. In der SRF-Talkshow Gredig direkt wurde Schmidt von Moderator Urs Gredig (56) mit diesem Ausschnitt konfrontiert, wie der Kurier und der Merkur dokumentieren.

Auf die Frage nach einer möglichen Revision seines Verhaltens antwortete der Moderator im Interview entschieden:
Da gibt es nichts zu entschuldigen
„Da gibt es nichts zu entschuldigen“, sagt Harald Schmidt über Aufreger-Szene mit Verona Pooth https://t.co/pnhihz34dU pic.twitter.com/oOnx7QjeYh
Er begründete seine Haltung mit dem zeitlichen Kontext der Episode und verwies auf die unmittelbare Reaktion der Beteiligten: Das war damals, Sie haben gesehen, wie sie reagiert hat. So war das damals. Da gibt es weder was zu entschuldigen noch zu korrigieren
, fügte er hinzu, wie der Kurier, der Merkur und Suaragarut ausführen. Zugleich stufte der 69-Jährige die Szene als Meilenstein der Fernsehgeschichte
ein, wie aus den Berichten von Kurier und Merkur hervorgeht.
Haltung bleibt, Vokabular ändert sich im Wandel der Zeit
Bereits im Jahr 1995 startete „Die Harald Schmidt Show“ auf Sat.1 nach dem Vorbild der „Late Show with David Letterman“, die damals im US-Fernsehen lief.

Über seine eigene Rolle und Position im Vergleich zu anderen Fernsehpersönlichkeiten äußerte sich der Entertainer ebenfalls differenziert, indem er betonte, dass sein Kollege Thomas Gottschalk stets als Publikumslieblich agierte, während er selbst eher das Image des „Dirty Harry“ prägte.
Auf die Frage, ob er eine solche Aktion heutzutage wiederholen würde, antwortete der Fernsehmoderator bei WELT und Suaragarut kurz und bestimmt: Natürlich nicht.
Man müsse sich veränderten gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen, erläuterte er gegenüber dem Schweizer Sender. Seine Devise laute dabei nach Angaben von Kurier und Merkur: Man ändert niemals die Haltung, aber immer das Vokabular.
Um im Gespräch zu bleiben, müsse man laut Merkur im Dauerfeuer der Medien präsent sein: Entweder sie machen gar nichts mehr oder sie ballern. Ich habe mich fürs Ballern entschieden
, erklärte der als Aktivrentner
auftretende Schmidt (so der Kurier).
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