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Gesundheit

Hantavirus-Ausbruch auf MV Hondius: 10 Fälle, 3 Todesfälle, WHO bestätigt

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte am 15. Mai 2026 insgesamt zehn gemeldete Fälle des Hantavirus und drei Todesfälle im Zusammenhang mit einem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius. US-Gesundheitsbehörden überwachen derzeit 18 evakuierte Passagiere, während Experten die Wahrscheinlichkeit einer Pandemie aufgrund der geringen Übertragbarkeit als sehr niedrig einstufen.

Ausbruch auf der MV Hondius: Aktueller Stand der Infektionen

Ein Hantavirus-Ausbruch an Bord des Kreuzfahrtschiffes MV Hondius in der Nähe der spanischen Kanarischen Inseln sorgt für internationale Aufmerksamkeit. Nach aktuellen Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 15. Mai 2026 wurden insgesamt zehn Fälle gemeldet, von denen acht als bestätigt gelten. Drei Todesfälle wurden bereits verzeichnet.

Die gesundheitlichen Auswirkungen haben bereits zu Evakuierungen und medizinischen Maßnahmen in den Vereinigten Staaten geführt. US-Gesundheitsbehörden überwachen derzeit 18 Passagiere, die vom betroffenen Schiff evakuiert wurden. Davon befinden sich 16 Personen in der National Quarantine Unit des University of Nebraska Medical Center in Omaha, während zwei weitere Patienten im Emory University Hospital in Atlanta behandelt werden.

Das Andes-Virus und die biologischen Risiken

Im Zentrum der aktuellen Untersuchungen steht das Andes-Virus, ein seltener, aber potenziell tödlicher Stamm des Hantavirus. Während die meisten Hantaviren primär durch den Kontakt mit infizierten Nagetieren – etwa durch deren Urin, Kot oder Speichel – übertragen werden, weist das Andes-Virus eine Besonderheit auf: Es ist der einzige bekannte Hantavirus-Typ, der eine begrenzte Übertragung von Mensch zu Mensch dokumentieren konnte. Diese Übertragung beschränkt sich in der Regel auf Personen mit engem Kontakt zu einer infizierten Person.

Trotz der Besorgnis in der Öffentlichkeit betonen Experten die geografische Begrenzung des Erregers. Das Andes-Virus ist endemisch in Teilen Südamerikas und stellt in anderen Regionen keine unmittelbare Bedrohung durch die lokale Nagetierpopulation dar.

For more on this story, see CDC mobilisiert 100 Experten nach tödlichem Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff.

Das Andes-Virus ist nur in Teilen Südamerikas endemisch und ist nicht in US-amerikanischen Nagetierpopulationen etabliert.

Dr. Bobbi Pritt und Dr. Benjamin Bradley

Expertenbewertung: Kein Pandemie-Szenario wie bei COVID-19

Angesichts der Erfahrungen mit der COVID-19-Pandemie stellt sich die Frage, ob der aktuelle Ausbruch auf der MV Hondius eine ähnliche globale Dynamik entwickeln könnte. Infektionsspezialisten geben Entwarnung hinsichtlich eines großflächigen Ausbruchsgeschehens.

What we know about the MV Hondius hantavirus outbreak

Das Hauptargument der Experten ist die geringe Übertragbarkeit des Virus im Vergleich zu respiratorischen Viren wie SARS-CoV-2. Während COVID-19 eine extrem hohe Infektiosität aufweist, bleibt das Risiko bei Hantaviren, insbesondere beim Andes-Virus, begrenzt.

Dr. Jade Le, Access Telecare

Medizinische Einordnung: Symptome und Krankheitsverläufe

Hantaviren verursachen je nach geografischem Standort und Virusstamm unterschiedliche Erkrankungen. In den Amerikas führt die Infektion häufig zum Hantavirus-Kardiopulmonalen-Syndrom (HCPS) oder zum Hantavirus-Pulmonal-Syndrom (HPS), einer schweren Erkrankung, die die Lunge und das Herz betrifft. In Europa und Asien hingegen ist primär das Hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) bekannt, welches vor allem die Nieren und die Blutgefäße schädigt. Die Fallsterblichkeit beim HCPS in den Amerikas kann laut WHO bis zu 50 % erreichen.

This follows our earlier report, Hantavirus: Experten rechnen mit Ausbruch im Kreis Höxter.

Die Symptome des HPS entwickeln sich meist ein bis acht Wochen nach dem Kontakt mit infizierten Nagetieren.

  • Ermüdung
  • Fieber
  • Muskelschmerzen, insbesondere in großen Muskelgruppen wie Oberschenkeln, Hüften und Rücken

Etwa die Hälfte aller Patienten mit HPS leidet zudem unter Kopfschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost sowie Magen-Darm-Problemen wie Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Vier bis zehn Tage nach Beginn der ersten Symptome folgt die späte Phase der Erkrankung, die durch Husten und Atemnot gekennzeichnet ist.

Da es keine spezifische Heilung für Hantavirus-Erkrankungen gibt, ist eine frühzeitige medizinische Unterstützung entscheidend. Die Behandlung konzentriert sich auf die engmaschige klinische Überwachung und das Management von Komplikationen an den Atemwegen, dem Herzen oder den Nieren.

Zur Prävention wird empfohlen, den Kontakt mit infizierten Nagetieren und deren Ausscheidungen konsequent zu vermeiden.

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei gesundheitlichen Fragen Ihren Arzt.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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