Nach einer rund siebenjährigen Bauphase ist Roger Federer gemeinsam mit seiner Familie in das neue Anwesen in Rapperswil-Jona bezogen. Trotz fehlender offizieller Bestätigung durch das Family Office des ehemaligen Tennisstars bestätigen Handwerker aus dem Umfeld der Baustelle den Einzug, der durch nächtliche Beleuchtung in den möblierten Gebäuden deutlich sichtbar wird.
Einzug in das Anwesen an der Kempratner Bucht
Die jahrelange Bauodyssee am Zürichsee hat ein Ende gefunden. Wie unter anderem die Linth-Zeitung berichtete, bewohnt Roger Federer mit seiner Ehefrau Mirka und den vier Kindern nun das weitläufige Grundstück in Rapperswil-Jona. Die Bauarbeiten, die bereits 2019 begannen, verwandelten das rund 16.000 bis 17.000 Quadratmeter große Areal in einen privaten Rückzugsort, der sechs Gebäude, eine Tiefgarage sowie einen eigenen Tennisplatz umfasst.
Obwohl das Family Office von Roger Federer Anfragen zu dem Umzug konsequent unbeantwortet lässt und die Stadt Rapperswil-Jona aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Auskunft gibt, ist die Anwesenheit der Familie vor Ort kaum noch zu bestreiten. Nachdem die lauten Baumaschinen vom Gelände abgezogen sind, brennt in den mittlerweile möblierten Räumlichkeiten abends Licht – ein Detail, das auch bei Fahrten über den Seedamm für Passanten sichtbar ist. Auch wenn brennendes Licht in Innenräumen für sich genommen kein hinreichender Beweis für die Anwesenheit der Familie ist, erhärtet es den Verdacht in Kombination mit weiteren Aussagen aus dem Umfeld der Baustelle.
Handwerker bestätigen den Abschluss der Bauarbeiten
Die Gewissheit über den Einzug stammt primär aus dem Kreis derer, die das Projekt über Jahre begleitet haben. Während der langen Bauphase unterlagen die Dutzende Handwerker und Angestellten einer strikten Geheimhaltungspflicht; das Fotografieren auf dem Areal war ihnen untersagt. Mit dem Abschluss der wesentlichen Arbeiten sind diese vertraglichen Bindungen zur Verschwiegenheit entfallen.
Mehrere ehemalige Arbeiter bestätigten gegenüber lokalen Medien: Ja, Federer ist tatsächlich eingezogen.
Während im Inneren der Gebäude bereits Alltag eingekehrt ist, deuten vereinzelte Tätigkeiten von Gärtnern darauf hin, dass die finale Umgebungsgestaltung noch letzte Handgriffe erfordert. Auf dem direkt angrenzenden Nachbargrundstück, wo derzeit knapp 20 Luxuswohnungen entstehen, gehen die Bauarbeiten derweil weiter, ohne dass dies den Einzug der Familie Federer beeinträchtigt hätte. Auch wenn der ehemalige Tennisstar in New York zuletzt bei einem Show-Match sein Können bewies, hat er seinen Lebensmittelpunkt nun nach Rapperswil-Jona verlagert.

Hürden und Verzögerungen seit 2019
Die Realisierung des Projekts war durch zahlreiche Hürden geprägt:
- Einsprachen: Schon kurz nach dem Grundstückskauf 2019 forderten Uferschützer einen öffentlich zugänglichen Weg entlang des Sees, ein Vorhaben, das bis heute nicht realisiert wurde.
- Bodenkontamination: Anfang 2020 musste ein Teil des Bodens abgetragen werden, da dieser mit altem Bauschrott belastet war. Etwa 90 Zentimeter des Erdreichs mussten in diesem Zuge entfernt werden.
- Baustopps: Unklarheiten bezüglich einer Mauer am Seeufer führten 2021 zu einem zwischenzeitlichen Stillstand. Auch auf der Baustelle selbst kam es zu häufigen Wechseln, wobei sich Federer unter anderem von seinem Architekten trennte.
- Bootshaus-Projekt: Nach einem Baustopp durch den Bund im Herbst 2024 entschied sich Federer schließlich, vollständig auf den Bau eines geplanten Bootshauses zu verzichten.
Attraktivität des Standorts Rapperswil-Jona
Die Entscheidung für den Standort Rapperswil-Jona im Kanton St. Gallen ist für vermögende Privatpersonen aus steuerlicher Sicht vorteilhaft. Während der Steuerfuß dort nicht das niedrige Niveau von Zug oder Wollerau erreicht, gilt er im Vergleich zu vielen anderen Schweizer Gemeinden als moderat.
Die Tennislegende hat damit nach über sechs Jahren Bauzeit das Happy End gefunden, das nach den zahlreichen Verzögerungen lange in der Schwebe stand.