Eine am 7. Oktober 2026 in der Fachzeitschrift Neurology veröffentlichte Studie zeigt, dass Menschen mit Parkinson-Krankheit, die wöchentlich mehr als acht Stunden körperlich aktiv sind, eine langsamere Verschlechterung ihrer motorischen Fähigkeiten sowie ihrer kognitiven Leistung aufweisen als weniger aktive Patienten. Die Ergebnisse deuten auf einen möglichen dualen Nutzen regelmäßiger Bewegung hin.
Langzeitstudie belegt Zusammenhang zwischen Aktivität und Parkinson-Verlauf
Die Untersuchung, die im Rahmen des Cincinnati Cohort Biomarker Program (CCBP) durchgeführt wurde, begleitete fast 300 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Parkinson-Erkrankung über einen Zeitraum von bis zu sieben Jahren. Die Teilnehmer waren im Durchschnitt 66 Jahre alt.
Zu Beginn der Beobachtung lag der durchschnittliche Wert auf der motorischen Untersuchungsskala, bei der höhere Werte eine schlechtere Funktion anzeigen, bei 23 Punkten. Die jährliche kognitive Testung, die auf einer Skala von null bis 30 durchgeführt wurde, ergab, dass die Gruppe mit dem geringsten Aktivitätsmaß einen durchschnittlichen jährlichen Rückgang von 0,478 Punkten verzeichnete. Die mittlere Gruppe wies einen Rückgang von 0,090 Punkten auf, während die hochaktive Gruppe lediglich eine Abnahme von 0,007 Punkten zeigte. Bei der motorischen Untersuchung stiegen die Werte in der wenig aktiven Gruppe jährlich um 0,143 Punkte, während sie in der Gruppe mit hoher Aktivität um 0,783 Punkte fielen.
Bedeutung von Gesamtdauer und Methodik
Dr. Dong-Woo Ryu von der University of Cincinnati betonte, dass die potenziellen Vorteile der körperlichen Aktivität davon abhängen könnten, wie lange Patienten aktiv bleiben und ob sie die Bewegung über die Zeit aufrechterhalten. Während die Forscher feststellten, dass die Gesamtdauer der körperlichen Betätigung mit einer langsameren Verschlechterung korrelierte, zeigte sich bei der isolierten Betrachtung der kräftigen Aktivität kein solcher Effekt.
Alberto J. Espay, der als James J. and Joan A. Gardner Family Center for Parkinson’s Disease and Movement Disorders Research Endowed Chair im College of Medicine der UC tätig ist, hob die Bedeutung der Langzeitstruktur des CCBP hervor. Er erklärte, dass die standardisierten jährlichen motorischen und kognitiven Evaluationen es ermöglichten, Verläufe über sieben Jahre zu untersuchen, statt lediglich punktuelle Momentaufnahmen zu betrachten. Dennoch räumten die Autoren ein, dass die Selbstauskünfte der Patienten zur körperlichen Aktivität zu Ungenauigkeiten führen könnten.
Unsere Ergebnisse legen nahe, dass körperliche Aktivität den kognitiven Verlauf der Parkinson-Krankheit neben ihren motorischen Vorteilen beeinflussen könnte. Da die Teilnehmer zu Beginn der Studie generell gute Denk- und Gedächtnisfähigkeiten aufwiesen, sollten unsere Ergebnisse jedoch mit Vorsicht interpretiert werden, und weitere Studien sind erforderlich.
Biologische Mechanismen und klinische Einordnung
Es ist zu beachten, dass die Studie nicht beweist, dass körperliche Aktivität die Krankheit direkt verlangsamt. Es bleibt möglich, dass Patienten mit einem langsameren Krankheitsverlauf aufgrund ihres Zustands besser in der Lage sind, ein höheres Aktivitätsniveau beizubehalten.
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