Mit dem Nahen des Monats November wartet das Vereinigte Königreich im Herbst 2026 weiterhin auf seinen ersten benannten Sturm. Dominante Hochdruckgebiete und ein verschobener Jetstream haben feuchte Tiefdrucksysteme bisher abgedrängt, während im Süden des Landes anhaltende Trockenheit und niedrige Pegelstände den Fokus auf Wassermangel statt auf Stürme lenken.
Die stürmische Herbstsaison verläuft im Vereinigten Königreich bislang ungewöhnlich ruhig. Bis Mitte Oktober 2026 hat das Met Office noch keinen einzigen Sturm offiziell benannt, obwohl die Bedingungen zu dieser Jahreszeit normalerweise ungemütlicher werden wie die meteorologische Berichterstattung zeigt.
Warum der Jetstream das Sturmwetter vom Vereinigten Königreich fernhält
Verantwortlich für die Windstille ist die Position des Jetstreams. In den Herbstmonaten fallen die Temperaturen in den Polarregionen, was den Temperaturgegensatz zu den wärmeren Tropen erhöht. Normalerweise sorgt dieses Band starker Winde in der oberen Atmosphäre dafür, dass Tiefdruckgebiete über die britischen Inseln hinwegziehen. In diesem Jahr positioniert sich der Jetstream jedoch meist nördlich oder nordwestlich des Landes.
Durch diese Verschiebung profitieren Teile des Vereinigten Königreichs von südwestlichen Winden und milderen Temperaturen. Hochdruckgebiete dominieren das Wettergeschehen, was zu deutlich geringeren Niederschlagsmengen führt. Lediglich der Nordwesten verzeichnet gelegentlich stärkere Winde, während der meiste Regen in Regionen wie Schottland und Nordirland niedergeht. England und Wales erleben dagegen anhaltend trockene Verhältnisse.

Welche Regionen unter der ungewöhnlichen Trockenheit leiden
Während in manchen Jahren herbstliche Sturmtiefs im Vordergrund stehen, schlagen sich die meteorologischen Muster 2026 in extremer Trockenheit nieder. Einzelne Gebiete bekommen kaum Regen ab. In Teilen von Herefordshire fiel bis Mitte Oktober beispielsweise nur ein Zehntel der sonst üblichen Niederschlagsmenge für diesen Monat.
Die Folgen spüren vor allem die südlichen Landesteile. Die Environment Agency rief in einigen Regionen den Zustand der schweren Trockenheit aus, da die Pegel in den Stauseen auf außergewöhnlich niedrige Stände sanken.
Wie sich die Wetterlage im späten Herbst durch El Niño verändern könnte
Die ruhige Phase könnte jedoch vor dem Ende stehen. Meteorologen prognostizieren eine Verlagerung des Jetstreams, die tiefere Tiefdruckgebiete in Richtung der britischen Inseln lenken soll. Der dreimonatige Ausblick des Met Office für die Monate Oktober, November und Dezember prognostiziert eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit für nasses Wetter und ein um das 1,3-fache erhöhte Risiko für windige Bedingungen. Diese Signale stehen im Einklang mit Mustern, die typischerweise bei El-Niño-Ereignissen im Pazifik auftreten.
Seit wann das britisch-nirländisch-niederländische Sturmsystem Stürme benannt
Das Benennen von Stürmen dient dazu, die Öffentlichkeit rechtzeitig vor gefährlichen Winden, starkem Regen oder Schnee zu warnen. Im Jahr 2015 gründeten die meteorologischen Institute des Vereinigten Königreichs, Irlands und der Niederlande die westeuropäische Sturmnamensgruppe. Das Met Office, Met Éireann und KNMI taufen seither Wetter Systeme anhand der erwarteten Auswirkungen.
Statistisch gesehen ist es nicht ungewöhnlich, zu diesem Zeitpunkt im Jahr noch auf den ersten Sturmnamen zu warten. In etwa der Hälfte aller Jahre seit dem Start des Programms im Jahr 2015 traf der erste benannte Sturm erst nach dem 1. November ein.