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Gratis-Altstadtbim fällt weg: Grazer Gemeinderat beschließt Sparkurs

Graz hat in einer Gemeinderatssitzung ein strenges Konsolidierungspaket beschlossen. Ab Januar 2027 fallen die kostenlose Altstadtbim und weitere Vergünstigungen weg. Gleichzeitig steigen die Parkgebühren in der Blauen und Grünen Zone deutlich an, um das städtische Budgetloch zu stopfen.

Grazer Gemeinderat beschließt harten Sparkurs

Der Grazer Gemeinderat hat in einer Sitzung am Donnerstag, dem 22. Oktober 2026, weitreichende Sparmaßnahmen auf Schiene gebracht. Die Stadtregierung reagiert damit auf eine angespannte Budgetsituation und eine drohende Haushaltssperre. Wie der Finanzdirektor der Stadt Graz, Johannes Müller, in einem städtischen Podcast erklärte, zwingt der massive Budgetdruck zu strikten Prioritätensetzungen, um die Handlungsfähigkeit der steirischen Landeshauptstadt zu sichern.

Das Konsolidierungspaket trifft besonders den öffentlichen Verkehr und die Autofahrer. Bereits in der Vorwoche präsentierte Pläne für Kürzungen sorgten für heftige Kritik. Unter anderem müssen drei Grazer Profisportvereine künftig auf das Sponsoring der Holding Graz verzichten. Schockiert zeigten sich auch Wirtschaftsvertreter und Touristiker über den geplanten Wegfall etablierter Angebote in der Innenstadt.

Das aus für die Gratis-Altstadtbim nach 13 Jahren

Nach 13 Jahren wird die kostenlose Altstadtbim eingestellt. Bisher konnten Fahrgäste bestimmte Straßenbahnlinien im Zentrum ohne Fahrschein nutzen. Mit Jänner 2027 ist dieses Angebot Geschichte. Zudem entfällt ein kostenloser Öffi-Samstag im Advent, und die Schlossbergbahn lässt sich künftig nicht mehr mit einem normalen Öffi-Ticket verwenden.

Gratis-Altstadtbim fällt weg: Grazer Gemeinderat beschließt Sparkurs
Foto: Der Grazer

In der Gemeinderatssitzung verteidigten die Grünen den Schritt. Vizebürgermeisterin Judith Schwentner sah in der Abschaffung keine Mobilitätseinschränkung und betonte, es handle sich um eine freiwillige Leistung, die angesichts der Kassenlage nicht länger gehalten werden könne. NEOS und FPÖ forderten dagegen vergeblich den Erhalt zur Belebung der Innenstadt.

Schon während der Fragestunde der Sitzung kam es zu hitzigen Debatten über diese Entscheidungen. Verena Garber von den NEOS äußerte ihr Unverständnis darüber, dass ausgerechnet unter einer grünen Verkehrsstadträtin der öffentliche Verkehr unattraktiver gestaltet und bestehende Angebote gestrichen werden, anstatt Anreize zu schaffen. Neben diesen verkehrsbezogenen Einschnitten standen auch Themen wie fehlende Mittel in der Elementarbildung und in den Bezirken, Tariferhöhungen, Drogenkonsumräume sowie geplante Straßenumgestaltungen auf der Tagesordnung.

Gratis-Altstadtbim fällt weg: Grazer Gemeinderat beschließt Sparkurs
Foto: oe24

Massive Erhöhung der Parkgebühren ab Januar 2027

Autofahrer müssen sich ab dem 4. Jänner 2027 auf spürbar höhere Kosten einstellen. Der Gemeinderat beschloss eine deutliche Teuerung der Parkgebühren im Stadtgebiet. In der Blauen Zone steigt der Tarif für eine Stunde von bisher 2,60 Euro auf 3,20 Euro. Das entspricht einer Steigerung von rund 23 Prozent. Für die halbe Stunde werden künftig 1,60 Euro statt 1,30 Euro fällig.

In der Grünen Zone klettern die Gebühren um 20 Prozent von zwei Euro auf 2,40 Euro pro Stunde, wobei hier künftig 1,20 Euro statt bisher 1 Euro pro halbe Stunde anfallen. Auch das Dauerparkpickerl wird im Rahmen dieser Maßnahmen teurer.

Kritik aus der Wirtschaft an den neuen Belastungen

Gegen die Tariferhöhungen regt sich heftiger Widerstand. Der freiheitliche Wirtschaftssprecher Robert Mörth kritisierte die Beschlüsse scharf und warnte vor den Folgen für die lokalen Betriebe. Graz zähle durch die neuen Tarife künftig zu den teuersten Landeshauptstädten Österreichs beim Parken.

Wer die Erreichbarkeit der Innenstadt immer weiter verteuert, darf sich nicht wundern, wenn Kunden ausbleiben und die Kaufkraft in andere Regionen abwandert.

Robert Mörth, FPÖ-Wirtschaftssprecher

Mörth warf der Stadtregierung vor, die Budgetlöcher einseitig auf dem Rücken der Pendler, Arbeitnehmer und des Handels stopfen zu wollen. Die FPÖ forderte stattdessen strukturelle Einsparungen und effizientere Abläufe in der Verwaltung, anstatt die Innenstadt durch immer neue finanzielle Hürden unattraktiver zu machen.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

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