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Technik und Wissenschaft

Google nutzt Gmail- und Fotos-Daten für personalisierte Werbung

Google hat seine Datenschutzerklärung aktualisiert und eine neue Ausnahme eingeführt: Wenn Nutzer ihre Daten aus Gmail, Google Drive oder Google Photos über die Funktion Personal Intelligence mit bestimmten Diensten wie dem KI-Modus verknüpfen, darf Google diese Informationen künftig zur Personalisierung von Werbung einsetzen.

Die Änderung greift tief in das bisherige Versprechen des Unternehmens ein. Als Google den KI-Modus und die Funktion Personal Intelligence einführte, galt das Feature zunächst als werbefrei. Suchmaschinendienste und Tester berichteten, dass die Schnittstelle für Nutzer, die ihre Apps verknüpften, ohne Werbeeinblendungen auskam. Mit der Anpassung der Datenschutzrichtlinien testet der Konzern nun jedoch einen direkten Weg, um diese Datenströme in die Werbeausspielung einzubinden.

Wie Google Daten aus verknüpften Apps für Werbung nutzt

In der überarbeiteten Richtlinie stellt das Unternehmen klar, dass der Inhalt von Gmail, Drive oder Google Photos zwar nicht unmittelbar für die Schaltung von Werbung herangezogen wird. Dennoch erlaubt die neue Regelung eine Verarbeitung, die über bloße Textabfragen hinausgeht. Wenn Nutzer den Zugriff gestatten, greift die Suchmaschine auf diese Inhalte zu, um personalisierte Inhalte bereitzustellen.

Dabei kommen laut den Hilfeseiten des Unternehmens vor allem Zusammenfassungen, Auszüge und daraus abgeleitete Rückschlüsse zum Einsatz. Wenn beispielsweise eine Hotelreservierung oder ein Flugticket in Gmail liegt, kann der KI-Modus diese Informationen auswerten, um Empfehlungen für Restaurants in der Nähe zu geben. Genau diese Analysen können künftig auch die Auswahl der Werbeanzeigen steuern.

Google erklärte laut Search Engine Roundtable: „Werbeanzeigen werden nicht direkt auf Basis Ihres Gmail-Posteingangs oder Ihrer Google Photos-Mediathek geschaltet.

Die Aktualisierung der Richtlinie erfolgte am 16. Oktober, wie Anu Adegbola von Search Engine Land berichtete. Die Einführung dieser Änderungen erstreckt sich über die kommenden Monate, wobei Google zudem die bisherigen Kontrollmechanismen wie Web- & App-Aktivität sowie die Suchpersonalisierung durch zwei neue Einstellungen ersetzt: Search Services History und Personalized Recommendations.

Bereits im Januar hatte Google Personal Intelligence im KI-Modus als experimentelles Labs-Feature für englischsprachige Abonnenten von Google AI Pro und Ultra in den Vereinigten Staaten gestartet. Damals war in der Ankündigung keinerlei Rede von Werbung gewesen. Im März öffnete der Konzern die Funktion schließlich für sämtliche Nutzer mit privaten Google-Konten in den USA.

Unternehmen und Werbetreibende erhalten jedoch keinen direkten Zugriff auf die privaten E-Mails, Fotos oder persönlichen Kontaktdaten der Nutzer. Die Daten verbleiben im geschützten System von Google, während der Algorithmus die für die Werbung relevanten Muster und Interessen ermittelt.

Einschränkungen und Schutzmaßnahmen im neuen Test

Die Richtlinien sehen bestimmte Grenzen für die werbliche Nutzung vor. So schließt das System Kategorien wie Religion, sexuelle Orientierung, Rasse oder den Gesundheitszustand von vornherein aus. Werbeanzeigen auf Basis sensibler Merkmale bleiben untersagt.

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Foto: Android Authority

Der Test läuft derzeit nicht flächendeckend. Er richtet sich gezielt an Nutzer, die sich freiwillig für die Verknüpfung ihrer Apps entschieden haben. Werbetreibende bekommen im Rahmen des Tests keine neuen Steuerungswerkzeuge oder erweiterten Berichte an die Hand; die Anzeigen passen sich lediglich dynamisch an den Kontext der Antworten und das Nutzerinteresse an.

So lässt sich die Verknüpfung und Personalisierung abschalten

Wer verhindern möchte, dass Google Informationen aus persönlichen Diensten in die Werbung einfließen lässt, kann die entsprechenden Einstellungen im eigenen Google-Konto anpassen. Der Weg dorthin führt über die Daten- und Datenschutzeinstellungen zu den Personalisierungseinstellungen der Suchdienste.

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Foto: Search Engine Land
  • Das Google-Konto öffnen und den Bereich für Daten und Datenschutz aufrufen.
  • Unter den Personalisierungsoptionen die Einstellungen für Suchdienste ansteuern.
  • Den Menüpunkt für verknüpfte Inhalte in Personal Intelligence auswählen.
  • Google Workspace und Google Photos trennen oder die personalisierten Empfehlungen komplett deaktivieren.

Ein entscheidender Hinweis für Betroffene: Das reine Trennen der Apps löscht nicht automatisch die Daten, die Google in der Vergangenheit bereits im Verlauf der Suchdienste gespeichert hat. Dieser Verlauf muss separat gelöscht werden, wenn keine alten Aktivitätsdaten für das Training oder die Produktverbesserung verbleiben sollen.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.