Zum Inhalt springen
Technik und Wissenschaft

Google verknüpft KI-Assistent Gemini mit Google Wallet

Google verknüpft seinen KI-Assistenten Gemini mit der Google Wallet. Nutzer in den USA können den Chatbot nun nach Bordkarten, Event-Tickets und Kundennummern fragen. Zahlungsfunktionen bleiben jedoch gesperrt, und ein Starttermin für Deutschland steht bisher nicht fest.

Google Wallet vernetzt Reisedokumente und Tickets direkt mit Gemini

Google baut die Fähigkeiten seines KI-Assistenten Gemini aus und gewährt der Software Zugriff auf Inhalte aus der digitalen Brieftasche des Smartphones. Viele Menschen speichern hier inzwischen Bordkarten, Eintrittskarten oder Kundenkarten auf dem Smartphone, und genau auf solche Informationen kann Gemini künftig zugreifen. Die Neuerung gehört zu Googles sogenannten Connected Apps, also Diensten, die dem Assistenten Zugriff auf persönliche Daten geben und so gezieltere Antworten ermöglichen. Reisende und Veranstaltungsbesucher können den Chatbot künftig nutzen, um nach Bordkarten, Event-Tickets oder Vielfliegernummern zu suchen.

Die Bedienung erfolgt direkt im bekannten Chatfenster. Konkret tippt ihr nach der Verknüpfung der Dienste im Eingabefeld der Gemini-App @Google Wallet ein und stellt dann eure Frage. Gemini durchsucht daraufhin die gespeicherten Pässe und Karten in eurer Wallet, woraufhin die künstliche Intelligenz die gewünschten Informationen ausgibt und die relevanten Reisedaten oder Ticketinformationen verständlich zusammenfasst. Damit rücken wichtige Buchungsdetails und Veranstaltungszeiten näher an die alltägliche Kommunikation mit dem Assistenten heran.

Google verknüpft KI-Assistent Gemini mit Google Wallet
Foto: giga.de

Ausgabenübersicht und Rabattsuche im US-Markt gestartet

Neben Reisedokumenten und Eintrittskarten bindet Google auch digitale Kundenkarten in das System ein. Interessant ist auch ein weiterer Punkt, denn Google möchte die in der Wallet gespeicherten Kundenkarten nutzen, um passende Angebote zu finden. Gemini soll Nutzer auf Rabatte und Sonderaktionen aufmerksam machen können, wobei zu diesen sowohl allgemeine Preisnachlässe als auch individuelle Bonusangebote zählen. Wer verschiedene Händlerprogramme nutzt, könnte dadurch schneller auf verfügbare Aktionen hingewiesen werden.

Wer sein Bankkonto mittels des US-Finanzdienstes Plaid mit Google Wallet verbunden hat, kann Gemini darüber hinaus nach Ausgaben befragen und Budgetempfehlungen bekommen, um so Einnahmen und Ausgaben zu dokumentieren. Diese Kopplung an Plaid existiert noch aus den Tagen der Google-Pay-Anwendung und ließ sich bislang nicht über Gemini ansprechen.

Sicherheitsvorgaben und fehlender Starttermin für Deutschland

Trotz der tiefgreifenden Datenverknüpfung hat der Konzern finanzielle Schutzvorgaben integriert. Wer jetzt um seine Finanzen fürchtet, kann aufatmen, denn laut Google erhält Gemini keinen Zugriff auf Zahlungsfunktionen.

Der schrittweise Rollout läuft jedoch noch nicht flächendeckend und ist vorerst ausschließlich für Nutzer in den USA mit einem privaten Google-Konto verfügbar. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass die Funktion noch nicht für alle Konten verfügbar ist, und die Plaid-Anbindung für Finanzdaten ist ohnehin auf den US-Markt beschränkt. Einen Termin oder Zeitplan für Deutschland nennt Google bislang nicht, während der Konzern Gemini immer stärker mit anderen Google-Diensten verknüpft.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.