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Unterhaltung

Geras klingt – genieße einen Abend voller Musik im Stift Geras

Im Stift Geras findet am Samstag, den 13. Juni 2026, das Konzert „Geras klingt – All about Eve“ im Marmorsaal statt. Die Veranstaltung ist Teil einer Konzertreihe, die im Jahr 2026 verschiedene musikalische Genres und Themen präsentiert, von Biedermeier-Couplets bis hin zu Werken vergessener Komponistinnen, um hochkarätige Kultur in den niederösterreichischen Raum zu bringen.

„All about Eve“: Fokus auf weibliche Schöpferkraft

Die kommende Aufführung am 13. Juni um 18:00 Uhr setzt ein bewusstes Zeichen für die Sichtbarkeit von Frauen in der Musikgeschichte. Unter dem Titel „All about Eve“ widmen sich die Pianistin Maria Radutu und die Geigerin Sophie Heinrich dem Schaffen von Komponistinnen und den oft schwierigen Schicksalen, die mit ihrem künstlerischen Weg verbunden waren.

„All about Eve“: Fokus auf weibliche Schöpferkraft
cluster (priority): greekgodsandgoddesses.net

Das Programm ist weniger ein klassisches Rezital als vielmehr eine Bühne für Geschichten, Motivationen und Erlebnisse. Die Musik wird hier als lebendiges, mutiges und vielfältiges Medium präsentiert, das die kreative Kraft von Frauen in den Mittelpunkt rückt.

Die Wahl des Marmorsaals im Stift Geras als Spielstätte unterstreicht den Anspruch an eine Darbietung auf hohem Niveau, bei der das Ambiente die emotionale Tiefe der Stücke unterstützt.

Das Programm 2026: Ein Spektrum musikalischer Kontraste

Ein Blick auf das gesamte Konzertprogramm 2026 offenbart eine Kuratierung, die bewusst mit Gegensätzen spielt. Die Reihe „Geras klingt“ spannt einen Bogen von humorvoller Unterhaltung bis hin zu tiefer Melancholie.

Das Programm 2026: Ein Spektrum musikalischer Kontraste
cluster (priority): geras.gv.at

Bereits im April wurde mit „Nestroy und die Frau Weiler“ die Biedermeierzeit beschworen, wobei Agnes Palmisano, Daniel Fuchsberger und Andreas Teufel Anekdoten und Couplets mit Herzschmerz und Humor verbanden.

  • 26. September: „Der Mut der Orchidee“ mit Helmut Jasbar (E-Gitarre und Storytelling) und Lisa Hofmaninger (Sopransax und Bassklarinette).
  • 10. Oktober: „Kennen Sie Lili Boulanger?“, ein Abend mit Klaudia Tandl (Mezzosopran) und Gisela Jöbstl (Klavier), der sich dem Liederzyklus „Clairières dans le ciel“ sowie Werken von Ethel Smyth, Fanny Hensel, Josefine Lang und Alma Mahler widmet.
  • 21. November: „Charlotte & Friends“, ein Abend im „Wiener Klang“.

Besonders die Fokussierung auf Lili Boulanger im Oktober zeigt die Tendenz der Reihe, vergessene oder unterrepräsentierte Komponisten wieder in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Die mythologische Ebene: Wenn der Name Programm wird

Interessant ist die sprachliche und kulturelle Resonanz des Namens Geras. In der griechischen Mythologie ist Geras der griechische Gott des Alters. Er wird oft als kleiner, schrumpfender alter Mann dargestellt, was den physischen Verfall symbolisiert.

Die mythologische Ebene: Wenn der Name Programm wird
cluster (priority): orldhistoryedu.com

Doch Geras steht in der antiken Vorstellung für mehr als nur den biologischen Abbau. Der Begriff „gēras“ bezeichnete im alten Griechenland auch eine Form von Tugend, Weisheit und Ehre, die ein Mensch im Laufe seines Lebens durch Exzellenz (arete) und Ruhm (kleos) erwarb.

Diese Dualität – Verfall einerseits und die Akkumulation von Weisheit und Würde andererseits – spiegelt sich fast schon programmatisch in der Konzertreihe wider. Während die Musik oft die Vergänglichkeit thematisiert, steht die Qualität der Aufführungen und die historische Tiefe der Werke für die zeitlose Würde der Kunst.

In der römischen Tradition wurde diese Figur als Senectus bekannt. Die Darstellung eines auf einen Stab gestützten Mannes symbolisierte dabei nicht nur das Alter, sondern auch die menschliche Angst vor dem schmerzhaften Altern und dem Tod.

Die Wiener Philharmoniker im Stift Geras

Den prestigeträchtigen Abschluss der Saison bildet im November der Auftritt von Charlotte Balzereit. Als Soloharfenistin der Wiener Philharmoniker zählt sie zu den renommiertesten Vertreterinnen ihrer Generation.

Die Wiener Philharmoniker im Stift Geras
cluster (priority): gerasklingt.at

Unter dem Titel „Charlotte & Friends“ bringt sie den spezifischen „Wiener Klang“ in das Stift. Die Kombination aus Temperament und Zärtlichkeit, die Balzereit auf der Harfe kreiert, bildet den emotionalen Gegenpol zu den eher analytischen oder geschichtlichen Schwerpunkten der vorangegangenen Konzerte.

Dass eine Künstlerin dieses Kalibers in einem regionalen Stift auftritt, unterstreicht die Ambition der Reihe „Geras klingt“, eine Brücke zwischen der Wiener Hochkultur und der ländlichen Architektur zu schlagen.

Die gesamte Saison 2026 lässt sich somit als eine Auseinandersetzung mit dem Thema Zeit lesen: vom Biedermeier über die vergessenen Stimmen der Musikgeschichte bis hin zur zeitlosen Eleganz der Wiener Philharmonik. Es ist eine Kuratierung, die den Ort – das Stift Geras – nicht nur als Kulisse, sondern als Teil eines größeren kulturellen Diskurses über Alter, Erbe und Erneuerung nutzt.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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