Geekom hat mit der 2026er Edition des A9 Max einen Hochleistungs-Mini-PC auf Basis der AMD Gorgon-Point-Plattform veröffentlicht. Das Gerät nutzt den Ryzen AI 9 HX 470 und bietet bis zu 86 TOPS KI-Leistung, kämpft jedoch laut Tests mit Performance-Einbußen durch eine suboptimal gewählte Werks-RAM-Bestückung.
Die Gorgon-Point-Architektur und die 86-TOPS-KI-Offensive
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Der Wechsel von der Strix-Point- zur Gorgon-Point-Architektur markiert für Geekom den Sprung in eine neue Leistungsklasse. Während die erste Version des A9 Max im August 2025 noch auf den Ryzen AI 9 HX 370 setzte, hebt die 2026er Edition die Messlatte an. Das Herzstück ist der Ryzen AI 9 HX 470, der mit 12 Kernen und 24 Threads arbeitet und einen Turbotakt von 5,2 GHz erreicht.
Besonders im Bereich der künstlichen Intelligenz setzt das Gerät auf massive Beschleunigung. Laut Börse Express liefert die Neural Processing Unit (NPU) allein 55 TOPS, während das Gesamtsystem eine KI-Leistung von 86 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde) erreicht. Diese Kapazitäten sind gezielt für lokale KI-Anwendungen wie Echtzeit-Übersetzungen oder die Bildgenerierung konzipiert, um die Abhängigkeit von Cloud-Diensten zu reduzieren.
Der RAM-Flaschenhals der Radeon 890M
cluster (priority): Computer Bild
Trotz der theoretischen Power gibt es in der Praxis ein kritisches Problem bei der Auslieferung. Geekom stattet das Gerät ab Werk mit 32 GB DDR5-RAM aus, nutzt jedoch lediglich ein einzelnes Speicher-Modul. Diese Entscheidung schränkt die Speicherbandbreite massiv ein, was insbesondere die integrierte Radeon 890M-Grafik (RDNA-3.5-Architektur) ausbremst.
Wie Notebookcheck in einem ausführlichen Test aufzeigt, kann die iGPU ihr Potenzial in 3D-Benchmarks nicht voll entfalten, solange sie im Single-Channel-Modus läuft. Erst durch die manuelle Nachrüstung eines zweiten RAM-Moduls lässt sich die Performance deutlich steigern.
Die Grafikleistung der Radeon 890M ist für integrierte Verhältnisse beachtlich, stößt aber bei AAA-Titeln an Grenzen. In 1080p sind Einstellungen wie Balanced oder Performance über AMDs FidelityFX Super Resolution (FSR) nötig, um Bildraten zwischen 40 und 60 FPS zu halten.
Metrik
Wert (A9 Max 2026)
CPU
AMD Ryzen AI 9 HX 470 (12 Kerne, 5,2 GHz)
KI-Leistung (Gesamt)
86 TOPS
GPU
Radeon 890M (RDNA-3.5)
3DMark Time Spy
ca. 3.701 Punkte
Steel Nomad Light
ca. 3.279 Punkte
IceBlast 3.0: Kühlung gegen die Hitze im Mini-Gehäuse
Geekom A8 Max RAM & SSD Upgrade auf 64 GB / 4 TB – Lohnt sich der Mini-PC? (2025)
Die Herausforderung bei einem Gehäusevolumen von unter einem Liter ist die Wärmeabfuhr. Geekom setzt hier auf das IceBlast 3.0-Kühlsystem, das einen Kupferboden, zwei Heatpipes und einen Hochleistungslüfter kombiniert. Laut Hersteller steigerte sich die Effizienz dadurch um 52 Prozent.
In der Realität bedeutet das jedoch einen Kompromiss bei der Akustik. Unter Volllast wird der Lüfter deutlich hörbar, was bei leistungsstarken Mini-PCs systemimmanent ist. Das hochwertige Aluminiumgehäuse (135 x 132 x 46 mm) unterstützt zwar die Wärmeableitung, kann die physikalischen Grenzen der kompakten Bauweise aber nicht vollständig aufheben.
Ein weiterer Kritikpunkt bleibt die Anschlussausstattung: Während die CPU-Leistung modern ist, fehlen fortschrittliche Schnittstellen wie OCuLink oder USB4 v2, was die Erweiterbarkeit für externe High-End-GPUs einschränkt.
Die Budget-Option: Geekom A5 Pro 2026 als Office-Werkzeug
cluster (priority): news.google.com
Parallel zum High-End-Modell positioniert Geekom den A5 Pro 2026 als kompakte Lösung für den Büroalltag. Mit Abmessungen von 11,2 x 11,2 x 3,7 Zentimetern ist er noch kleiner als der A9 Max, was Computer Bild mit dem Design des Apple Mac mini vergleicht, jedoch eine deutlich höhere Anzahl an Anschlüssen bietet.
Technisch handelt es sich eher um eine Modellpflege als um einen Generationswechsel. Smartzone berichtet, dass lediglich der Prozessor vom Ryzen 5 7430U auf den Ryzen 5 7530U (6 Kerne, 12 Threads, bis 4,5 GHz) angehoben wurde. Im Alltag ist dieser Unterschied kaum spürbar.
Die Ausstattung des A5 Pro im Überblick:
Arbeitsspeicher: 16 GB DDR4 (erweiterbar bis 64 GB)
Speicher: 512 GB oder 1 TB NVMe-SSD (erweiterbar bis 3 TB über einen zweiten M.2-Slot)
Während der A5 Pro bei Office-Anwendungen glänzt, ist er für AAA-Gaming, 4K-Videoschnitt oder lokale KI-Modelle ungeeignet. Hier ist die Vega-7-Grafik schlicht überfordert.
Die Strategie von Geekom für 2026 ist zweigeteilt: Einerseits wird mit dem A9 Max die Grenze dessen ausgelotet, was in einem Mini-PC an KI- und Grafikleistung möglich ist. Andererseits bedient der A5 Pro den Massenmarkt für preiswerte Office-Rechner.
Das Versprechen der Aufrüstbarkeit ist beim A9 Max jedoch ambivalent. Dass Nutzer selbst in den Shop müssen, um die volle Leistung der integrierten Grafik durch einen zweiten RAM-Riegel freizuschalten, wirkt in dieser Preisklasse suboptimal. Die Hardware ist vorhanden, wird aber durch die Werkskonfiguration künstlich gebremst. Wer maximale Performance sucht, muss hier also selbst Hand anlegen, um die Lücke zwischen theoretischer Spezifikation und realer Performance zu schließen.
Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.
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